Vorwärts Nr. 4, 18. Jahrgang, Mai 1985

Mauthausen: Gedenken an die Opfer des Faschismus Zum 40. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Nebenlager fanden am -5. Mai 1985 eindringliche Kundgebungen gegen Fas~hismus und Krieg, für Frieden und gegen Rüstung statt. • Über 20.000 Teilnehmer waren aus dem In- und Ausland zu dieser Befreiungsfeier gekommen. Neben 28 Jugendorganisationen waren zahlreiche Delegationen der antifaschistischen Widerstandsbewegung aus der Sowjetunion und anderen sozialistischen Ländern, aus Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, aus Österreich und anderen Ländern, sowie Vertreter politischer Parteien und die Vertreter der diplomatischen Missionen gekommen. • An der Spitze der österreichischen ' Abordnung gingen KPÖVorsitzender Franz Muhri, Polbüro-Mitglied Karl Reiter und der oberösterreichische Landesobmann Otto Treml. Im Bild von_links nach rechts: KPÖ-Vorsi tzender Franz Muhri , Po lbüro-Mitglied Karl Rei - ter und KPO-Landesobmann GR Otto Treml Foto : Schmi edbauer Umweltschutz auf Kosten der Profite! Gesundheitsschäden bei Kindern in der Nähe großer Verschmutzungsquellen, langfristige Grundwasservergiftung, Beeinträchtigung von Gemüse und anderen Lebensmitteln durch Chemikalien und vieles andere mehr zeigen, daß Umweltverschmutzung nicht nur Bäumen schadet, sondern kurz- und längerfristig die Lebensgrundlagen des Menschen gefährdet. Diese Umweltkrise ist Folge eines ungezügelten Macht-und Profithungers der kapitalstärksten Kräfte unserer Gesellschaft, zu denen auch die EWirtschaft gehört. Jetzt wird auch der Umweltschutz zur Profitquelle derer, die die Umwelt zerstören - auf Kosten der Betroffenen. • Umweltschäden auf Kosten derer beheben, die sie verursachen. Das sind nicht die Konsumenten, sondern diejenigen, die beginnend mit Finanzierung über Produktion bis zur Verpackung an allen profitieren, was die Umwelt zerstört. • Nicht nur die auf Höchstgewinne orientierte, ansonsten planlose Umweltreparatur, sondern die Vermeidung von Umweltschäden muß im Vordergrund einer demokratischen Umweltpolitik stehen. • Gesunde Umwelt muß von den Betroffenen in allen Bereichen, in der Arbeits- und Wohnumwelt, in den lokalen Bereichen erkämpft werden. Das kann und darf man nicht den »Sozialpartnernu mit ihrer lnteressenübereinstimmung beim Auspackeln neuer Profite überlassen. Bundespräsident Rudolf Kirchschläger erinnerte in seiner Gedenkrede daran, daß auch Österreicher als Schergen in Konzentrationslagern Mitschuld getragen haben_ In Mauthausen wurden über 129.000 Menschen aus allen Ländern Europas ermordet. Ebenfalls am 5. Mai traf in Steyr beim Denkmal Haagerstraße für die umgekommenen KZ-Häftlinge eine 900-PersonenAbordnung aus Frankreich zu einer Feierstunde ein. Bürgermeister Heinrich Schwarz erinnerte in seiner Ansprache, daß allein 4.585 Antifaschisten, politische Häftlinge im Auftrag der SS-Kommandantur Mauthausen im Steyrer Krematorium eingeäschert und namenlos im Urnenfriedhof beigesetzt wurden. Am 6. Mai fand im Steyrer Urnenfriedhof beim Mahnmal für die Opfer des Faschismus eine Feierstunde statt, an der eine Delegation der KPC und Journalisten aus Südböhmen te•lnahmen. • Gemeinderat Otto Treml sprach Worte des Gedenkens und gab einen erschütternden Überblick über die furchtbaren Blutspuren, die der Hitlerfaschtsmus in den europäischen Ländern, besonders in der Sowjetunion, hinterließ. Anschließend wurden beim Denkmal für die ermordeten Steyrer Kommunisten und Antifaschisten Kränze niedergelegt. Zur Geschichte der Steyrer Arbeiterbewegung Die von GR Otto Treml verfaßte Broschüre »Zur Geschichte der Steyrer Arbeiterbewegung« kann bei der KPÖ-Bezirksleitung, Johannesgasse 16, 4400 Steyr, Telefo n 23 1 79 kostenlos bestellt werden. Seite 7

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