Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Heft 34, November 1796

eigneten" . Die Besitzer der Häuser im Inneren Steyrdorf, obere Zeile, „Auf der Mauer", am heutigen Michaelerplatz waren (der Reihenfolge nach) : 1. Christoph Margraber, Wirt; 2. Sara Regina Köber; 3. Mühllehne– rische Erben (einst Wolf Müllehners Gastwirtschaft); 4. Wolf Richter; 5. Sigmund Brandstetter, Bäcker; 6. Peter Steinbacher; 7. Clement Hitzler, Gastwirt; 8. Hans Kipferling (Senior); 9. Hans Doppler. - Die beiden Häuser im Inneren Steyrdorf, obere Zeile „ im Gaßl ": 10. Wolf Edlingers Erben: Regina Kügelin; 11. das Diernbergerische Haus. - 63 ) Die neun Häuser „ auf der Mauer", einer geschlossenen Reihe zugehörig, standen giebelseitig gegen die Brücke gerichtet. Die vornehmsten Häuser waren das Margraberische-, Köberische- und Müllehnerische Haus. Am 14. Juli 1632 übernahm P. Markus Noel mit den elf Häusern auch die S pi– t a I s k i r c h e.64 ) Tags darauf wurde ihm durch den „ Gesellenpriester" P. Hieronymus im Beisein des Ratsherrn Egidius Sippachmayr das Inventar übergeben.65 ) Diese spätgotische, 1627 renovierte Bürgerspitalskirche sollte den Jesuiten bis zur Fertigstellung eines eigenen Gotteshauses zur Verfü– gung stehen. Sie lag im Kollegsbereich und beherrschte das Steyrdorf als das damals größte Gebäude dieses Stadtteils. (Die Innenabmessungen die– ser Kirche - heute Vorstadtpfarrhof, Michaelerplatz Nr. 1 - betragen 13 mal 18 Meter).66 ) Ganz Steyr war bis zum Jahre 1785 eine einzige Pfarre. Sie hatte in Steyrdorf noch das von Hans Lueger 1511 gestiftete Bruderhaus und die Dreifaltigkeitskapelle im sogenannten Herrenhaus als Gebetsräume aufzuweisen. Noel hatte den Tag vorbereitet, da er seine „Mannschaft" zum Einsatz zu sich nach Steyr berufen konnte. Da brach am 10. August 1632 neuerdings ein Bauernaufstand unter dem Anstifter Jakob Greimbl aus. Steyr war unge– sichert : Die seit Jänner einquartierten Soldaten des Generals Gallas, hatten Ende Juli die Stadt verlassen.67 ) Ein Jesuit berichtet: ,,Während die neue Kolonie zu ihrem Wohnort gebracht wurde, nahm das Gerücht von der Re– bellion der Bauern ihren Lauf; es zwang die Gefährten zum Kloster Admont, wo wir einige Wochen durch die einzigartige Freigebigkeit des hochwürdig– sten Abtes Urbanus lebten , bis das kaiserliche Militär die Bauernhaufen zu Ruhe und Gehorsam trieb und uns den Weg nach Linz freimachte, bis die Sachen in Steyr gerichtet waren . Dadurch , daß drei Gefährten zur Unter– stützung für den Superior herbeigerufen worden waren, ein Prediger (Con– cionator), ein Magister für die Schulen und ein Koadjutor, war der An– fang gegeben der Steyr er Residenz" .68 ) Von den elf Häusern wurden drei beansprucht, eines für die Schule, ein zweites für Küche, Speisezimmer und Wirtschaftskammer (cellaminaria) , das dritte Haus (inmitten der beiden) wurde für Wohnungen der Ordensmitglie– der eingerichtet. Am 3. November 1632 fand die feierliche Eröffnung der Residenz statt.69 ) Der Abt von Garsten zelebrierte das Hochamt in der Spitalkirche, Noel, der Superior der neuen Residenz, hielt anschließend eine Predigt über die Ge– sellschaft Jesu und ihre Aufgaben besonders in der Erziehung der Jugend, 49

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