Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Heft 30, April 1972

K a p e 11 e a n d e r B 1u m a u e r s t r a ß e 323 ) und die J o h a n n - Ne p o m u k - Kap e 11 e in der Nähe des Quenghofes aus dem Jahre 1759324 ). Um eine Johannes-Statue an der Steyrbrücke aufstellen zu dürfen, richtete Franz Joseph Graf von Lamberg am 27. Februar 1706 folgendes Schreiben an den Magistrat: „Edle Ehrenfeste Fürsichtig Wohlweise Sonderß frtl. geehrtgeliebte Herrn und Nachbarn Auß absonderlich hägendter andacht zu den Heyl. Joannem Nepomu– cenum hat mein ältester Sohn, Graff Leopold, als Kayserl. Obrister Hoff– vnd Landt-Jägermaister sich ex voto entschlossen, zu beförderung größerer ehre vnd glori dises Wunderthätigen Heyligen, sein bildtnus von Stain gehauet, nacher Steyer zu widtmen, vmb die zu ernenten Heyligen Tragendte veneration villeicht auch anderen vorbeygehenten einzupflanzen. Alß habe, solchem nach die Herrn hiemit dienstfrdt– nachbarlich ersuchen wollen, zuezugeben, dß gemeldte Statua an dem ekh der Steyrer bruggen, gegenüber des Spittals und nechst meiner Hoffmühl aufgerichtet, mithin die gutt gesinnte intention des Fundators auff solche Weis erfüllet werden möchte. So ich in anderweg mit gleich– mäßig nachbarlicher Dienstgefälligkheit widerum zu ersezen mich erbiette, vnd nuhr dero frtlhes ansinnen gewärte, verbleibend der Herrn Dienstfrtl. willigster Franz J GvLamberg Linz den 27. Febr. 1706."325 ) Der Magistrat Steyr erfüllte natürlich die Bitte des Landeshauptmannes326 ). Ein im Jahre 1749 vorgebrachtes Ansuchen einiger Bürger um die Bewil– ligung zur Aufstellung einer Johann-Nepomuk-Statue in der Vorstadt Aich e t 327 ), dürfte der Rat genehmigt haben328 ). Bei einem Bombenangriff auf Steyr im Jahre 1944 wurde das Johannestor und das in einer Nische desselben befindliche barocke Nepomuk-Standbild zerstört329 ) . 323 ) B. Grimschitz, Johann Michael Prunner. Wien (1958), S. 55 f . 324 ) Die Chronogramm-Inschrift an dem Sockel lautet: ,,Begehret Dessen MäChtige Vorbltt In allen AngeLegenheiten" (MDCLLLVIIII = 1759). 325 ) F. Bau- und Straßensachen 1490-1777, K. III, L. 19, Nr. 4439. 326 ) Rp. v. 1. 3. 1706, SO. - Fritz, Steyer, S. 322. - Diese Statue wurde später von einem Garstnerischen Untertanen umgeworfen und wurde wieder aufgerichtet. Oberösterr. Landesarchiv: Stiftsarchiv Garsten, Bd. 296, Nr. 4. - Die heute bei dem Aufgang zur Michaelerkirche befindliche Statue wurde auf Veranlassung des Ehrenkanonikus Vorstadtpfarrer Dürrnberger 1892 errichtet. Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1894, S. 124. 32 ;) F. Bau- und Straßensachen 1490-1777, K. III, L. 19, Nr. 4464. 328 ) Vielleicht handelt es sich um jene Statue, die sich gegenwärtig vor dem „Bierhäusl" an der Straße nach Sierning befindet. Sie wurde im Herbst 1968 von einem betrunkenen Autofahrer umgestoßen und schwer beschädigt. 329 ) Das Tor stand in der Johannesgasse in Ennsdorf. - Dehio-Ginhart, Oberösterreich (1941), S. 201. - Dehio, Oberösterreich, S. 326. - Schöne Johann-von-Nepomuk– Kapellen stehen in Christkindl und Gleink. Statuen sind vorhanden beim Schloß Engelseck, an der Leopold-Werndl-, Krakowizer- und Eisenstraße. 100

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