Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 28, Dezember 1967

richtet. (Ein schöner barocker Eselin schmückte von nun an den Turm. Am (S* April (757 wurde das Turmkreuz ausgesetzt und in Dem Knopf desselben eine Urkunde hinterlegt, in der payberger als Erbauer genannt roirD.64) Ter Steyrer Bürger Bernhard Großrucker stiftete (75g zu Ehren der heilige» Anna eine Kapelle beim plauzenhof, deren plan payberger entroarf.65) Planung und Umbau des Rathauses in Steyr Im laufe der Zeit waren am alten Rathaus Gebäudeschäden ausgetreten, die immer nur notdürftig behoben werden konnten, da es der Stadtverwaltung an Geld fehlte. (7 20 war es so weit, daß die polzkonstrukticm des Rathausturmes baufällig wurde, (LM drohte auch der Dachstuhl seinen Dienst aufzusagenAH Das Ratskollegium nmjte sich nun ernsthaft mit dieser Angelegenheit beschäftigen, da der bauliche Zustand des Gebäudes schon bedrohlich war. Die Aufgabe, bei den gegebenen Möglichkeiten, ein repräsentatives Gebäude in= mitten der reichgezierten päufer des Stadtplatzes zu entwerfen, erforderte großes Können und Einfühlungsvermögen. Am 26. November (757 legte der damalige kaiserlich-königliche Stadtrichtcr und bürgerliche Stadtbaumeister payberger seinen Ratskollegen einen „g r u n d r i s, auf was arth das Rathhaus erbauet werden fönte", vor. Der plan fand einstimmige Billigung, doch wurde payberger ersucht, auch einen Kostenvoranschlag beizubringen. Nach dessen Vorlage sollte sich eine noch zu bildende Kommission „zusammensitzen und das weitere vorkheren"AI Jur damaligen Sprachgebrauch wurde der Ausdruck „Grundriß" für das planliche Gefamtkonzept, also die Grundrißsorm, angewendet, während unter „Riß" die Anfertigung von Detailzeichnungen oder Grundrißteilen verstanden wurde.^) Dieser Erkenntnis zufolge stammt das Gesamtkonzept des Umbaues von pav= berger, da die bezügliche Eintragung im Ratsprotokoll des Jahres (757 ausdrücklich vom „grundris" spricht, den der Genannte im Rate unterbreitete. In weiterer Folge werden nur mehr „Risse" erwähnt, die von pueber vorgelegt wurden. Dieser besorgte demnach die Ausführung. Mit voller Berechtigung kann angenommen werden, daß sich der vielbeschäftigte, durch seine zahlreichen öffentlichen Lhrenstelleu und Ämter sehr in Anspruch genommene Stadtbaumeister payberger zur Ausarbeitung des Kostenvoranschlages, der Einteilung der Innenräume und für andere Details, Ergänzungen des Bau- plaites betreffend, einer piffe bediente, die er in dem aus Sierning stammenden Maurermeister Johann Wolfgang pueber fand. Der Beginn des geplanten umfassenden Umbaues verzögerte sich mangels der erforderlichen Mittel. Die Stadt hatte noch im Jahre (7g6 allein einen Rückstand an Steuer- und Gefällsfchulden von mehr als 57.000 Gulden. Auch (759 mußte sie wieder Geld borgen. Der Siebenjährige Krieg f (75:6—1765), Verteidigungsmaßnahmen gegen die Bayern, die Ausweitung des lvaidhofener Eifenhandels “) RP 1746,187; RP 1751,349 ; LV 14,344. “) RP 1754,44 ; RP 1755,282. «) LV 31. ") RP 1757,428. 68) Lt. Mitteilung des Herrn Dipl.-Ing. Ehler. 21

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2