Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 28, Dezember 1967

(755 wurde Gotthard hayberger vom Vberpfleger zu Küppach, Johann Mar Mayrhofer, eingeladen, den baufälligen Kirchturm des Gotteshauses in £?of= kirchen an der Trattnach zu besichtigen und einen „zuverlässigen" Kostenvoranschlag für den Neubau desselben zu machen. hayberger zeichnete einen plan und verfaßte eine „Specification der Uncosten" von rund 2429 Gulden. Da von Linz bereits die Genehmigung des Baues erteilt worden war, teilte hayberger dem Pfarrer Josef Jakob Lengauer von hoskirchen mit, daß es ihm nach der am 26. Juni (755 in Steyr stattfindenden Bürgermeister- und Stadtrichterwahl seine Aufwartung machen werde. Der Auftrag wurde an hayberger vergeben, der den Bau >754 fertigstellte.55 56) Bauten in Steyr Lin furchtbares Großfeuer hatte am 29. August (727 ungeheuren Schaden in der Stadt angerichtet. „. . . das ganze Lnnsdorf, die Hälfte der Stadt, das Schloß, das Frauenkloster mit mehreren Häusern am Berg und die (Ortschaft Vogelfang, sowie die untere Lnnsbrück und Steyrbrück brannten ab, . .." berichtete der Magi f. ratsrat und Justiziär Ignatz Schroff über diese Katastrophe. Line weitere Feuersbrunst vernichtete am 9. Mai (749 am Wieserfeld und in der Bruderhausgaste 55 Häuser und das Bruderhaus mit der Kirche.55) Nach diesen Bränden wurde den Betroffenen, die ihre Häuser wieder aufbauten, eine Anzahl von Steuerfreijahren gewährt. Sicher war hayberger am Wiederaufbau der abgebrannten Stadtviertel beteiligt. Die erst nach dem ersten Weltkrieg eingestampften Baualten dieser Jett könnten uns darüber berichten. Leider sind auch die Stadtrechnungsbücher nicht mehr vorhanden, die ebenfalls wertvolle Aufschlüsse gegeben hätten. Ls können daher die nachstehend angeführten von hayberger in der Stadt errichteten Gebäude keinen Anspruch aus Vollständigkeit erheben. Zu den vielen wegen ihrer architektonischen Schönheit bemerkenswerten Gebäuden Steyrs zählt auch das im volksmund „Siebenstern-Haus" genannte Gebäude Stadtplatz 50. Das im Steuerbuch des Jahres (695 als „ohne Aigenthomber (Eigentümer)" bezeichnete Haus gotischen Baustiles wurde anr 4. August (695 vom Magistrate dem Stifte Kremsmllnster um den Betrag von (200 Gulden verkauft. hayberger erwarb es vom Stift und gestaltete das Gebäude in den Jahren (754 bis (757 um. Er setzte dem Hause eine sechsachsige barocke Scheinsassade auf, die er nach oben horizontal abschloß. Um die scharfe Kontur des langen Abschlusses abzuschwächen, wurden als Schmuck sieben steinerne achtzackige Sterne mit dem Zeichen der Planeten angebracht. Bis zum Ausbau des Dachgeschoßes im Jahre (052 deckte die Scheinfassade auch seitwärts die Giebel ab.57) Im Jahre (755 ersuchte hayberger den Magistrat ihm die Brandstatt des Messerers Johann Lnglachner (Lngellahner, Engelachner) zu überlassen. Ls handelte sich hier um die Brandruine des Hauses, das der Genannte vom Schermesserer Matthäus Jägerhuber erworben hatte. Er baute dieses Haus auf, doch ist die Schauseite heute modernisiert und zeigt nichts mehr vom alten Schmuck (jetzt Sierninger Straße ss).58) 55) Specifikation über das höchst Nothwendige Thurn gebäu zu HofKürchen, von Gotthard Hayberger. Actum Stadt Steyr 15. Febr. 1753. (Akten im Pfarrarchiv Hofkirchen). 56) LV 18. 57) Stift Kremsmünster, Kammerrechnung Nr. 2590. LV 11,63 ; RP 1738,173,268. Steuerbuch 1738. 58) RP 1753,133 ; LV 4,32. \7

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