Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 16, Dezember 1956

61. Jahresbericht des Heimathauses Steyr über das Jahr 1955 $011 Reg.-Rat Prof. Hans Pichler, Kustos Die Bauarbeiter!, die seit 1954 im Heimathaus durchgeführt werden, haben auch im vergangenen Jahre den Betrieb beeinträchtigt. Eine längere Schließung des Heimathauses und sehr viel Arbeit verursachte die gegen den Holzwurm durch- gefiihrte Vergasung des Hauses, bei welcher sich auch eine Umdeckung der beiden Dächer als notwendig erwies. Durch die Bauarbeiten, die sehr viel Staub und Schmutz verursachten, wurden auch die Sammlungen stark in Mitleidenschaft gc=- zogen und ihre Reinigung erforderte viel Zeit und Mühe. Die Reinigung und Instandsetzung der Magazine auf den drei Dachböden konnte durch den Eintritt des Winters nicht beendet werden. Im Sommer wurden einige Reinigungsversnche an ganz verschmutzten Steinplastiken gemacht. Gebäude- und Gartencrhaltung. Im Frühling 1955 begannen die im Spätherbst 1954 abgebrochenen Bauarbeiten wieder. Spengler und Gitterstricker, Dachdecker, Maurer und Maler, Tischler und Zimmerleute, Elektriker und Wasser- leitungsinstallatcure hielten ihren Einzug. Nebst der Fortführung der Neubauten kamen auch eine Anzahl von Umbau- und Ausbesserungsarbeiten zur Durchführung. Die gründliche Instandsetzung der Dachrinnen, eine größere Fußbodenreparatur im 1. Stockwerk, der Abbruch der alten Kanzlei und des Abort-Vorbaues wurden ausgeführt. Damit war auch die Verlegung der Lichtleitungen verbunden. Zum Schutz vor den vielen Tauben wurde eine Anzahl von Fenstern mit leichten Drahtnetzen versehen. Die Eingangshalle im Erdgeschoß wurde gefälbelt und die Fußböden im 1. und 2. Stockwerk neu geölt. Im Juli besichtigte Herr Slupetzky aus Linz das Heimathaus wegen der notwendig gewordenen Vergasung. Am 15. Juli erhielt das Heimathaus ein neues Magazin auf dem Dachboden eines Gemeindehauses und am 9. August von der Landesregierung die Erlaubnis, die Werndl- und Lambergbilder im Jagdsaal des Steyrer Schlosses aufstellen zu dürfen. Am 10. Oktober begannen die Dachdecker die Ziegeldächer des Heimathauses abzudecken und hernach die Dächer mit Dachpappe, deren Streifen verleimt wurden, zu überziehen. Vom 15. bis 20. Oktober war das Haus begast und vom 20. bis 25. Oktober wurde entgast. Hierauf zogen wieder die Handwerker ein und erst am 17. November verließ der letzte Maurer das Haus. Sammeltätigkeit und Erwerbungen. Im Berichtsjahr wurden die Sammlungen um 154 Gegenstände durch Käufe, 121 durch Spenden, 45 durch Leihgaben und 26 durch Ausgrabungen, zusaminen also um 346 Stücke vermehrt. Hievon entfielen auf die Abteilung Volkskunde 175 Stück, auf Bildende Kunst 16 und auf die Bücherei 155 Stücke. Die Anzahl der Einrichtungsgegenstände stieg um 96 Stück. Die von den Schwestern v. Laniberg erworbenen 45 Leihgaben bestehen zum größten Teil aus Ahnenbildcru und befinden sich, da im Hcimathaus kein Platz zum Aushängen der Bilder ist, im Steyrer Schloß, dessen Wände sie vor dem Verlust des Schlosses lange schmückten. Für die Durchführung der Sammeltätigkeit waren nebst einer Anzahl von Gängen auch 11 Fahrten notwendig. Besuche. Aber den Besuch ist mitzuteilen, daß dieser im vergangenen Jahre zurückgegangen ist, da das Haus gerade in der Hauptbesuchszeit Mai, Juni, Juli nur an 26 Tagen offen war und in dieser Zeit von nur 370 Personen besucht 37

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