Aufbau oder Zusammenbruch!

□ 17 □ boten werden, daß diese finanziell zusammenwirken zur Ermöglichung der Vintichgaubahn. Dies von den deutichen Alpenländern. Was nun Deutschböhmen und das Sudetenland anbelangt, gehört zur Lebensmöglichkeit dieser beiden abgetrennten Glieder Deutschölterreichs, welche noch dazu durch einen tschechischen Einschnift von einander geschieden sind, daß der Glatzer Kessel zur Stärkung mit Deutschöfterreich vereinigt wird, wodurch Deutschböhmen und Sudetenland ein Bindeglied erhalten, welches es ihnen ermöglicht, über deutschen Boden miteinander unbehindert zu verkehren. Diese so abgerundeten, den Hauptverkehrswegen der Eisenbahnen an¬ gepaßten, neu geformten Länder, wären wieder in Kreise, bestehend je aus mehreren dann entfallenden Bezirkshauptmannschaften mit möglichst zentral in ihnen gelegener Kreishauptstadt, zu feilen. Auch in den einzelnen Gerichts¬ bezirken könnten Grenzverschiebungen, den jetzigen Verkehrsverhältnissen und etwaigen anzumeldenden Wünschen der Bevölkerung entsprechend, vor¬ genommen werden. Ruch in den Gemeinden selblt wären Henderungen vorzunehmen, indem man eine möglichtte Ausgleichung nach Größe der Landgemeinden vornimmt, evenfuell durch Teilung und Schaffung neuer Gemeinden unter Heranziehung der einzuziehenden Fideikommiß- und Krongüter. Dabei wäre dorauf Rücksicht zu nehmen, daß auch den Städten eine größere Entwicklungs¬ möglichkeit geboten wird, indem man ihre einengenden Stadtgrenzen durch Angliederung von angrenzenden Landgemeindegebieten erweitert, ihnen damit auch die Ernährungsmöglichkeit — durch Sicherung eines größeren Ver¬ sorgungsgebietes — erleichtert. „Leben und leben lassen“ muß jetzt das Gegenseitigkeitsprinzip der drei Stände in unserem neuen Volksstaate sein. Nur auf den Grundsäten der einsichtsvollen Nachgiebigkeit, ver¬ nünftigen, gegenseitigen Entgegenkommens und Berücksichtigung der Lebensmöglichkeiten und der Lebensbedingungen und Bedürf¬ nisse jedes einzelnen der drei Staatsbürgerstände, nur auf der so¬ genannten „Brüderlichkeit“, kann sich ein glückliches Zusammenleben, eine erfolgreiche Staatswirtschaft entwickeln. Sie wird sich dann aber auch ent¬ wickeln. V. Innerer Rufbau. — Reformen. So wir nun mit dem Bau unseres Staatsgebäudes fertig sind, dasselbe in seine Räume eingeteilt, gegen unsere Nachbarn abgegrenzt und unser Verhältnis zu diesen beachtet und geregelt haben, können wir zur Ein¬ richtung schreiten. Wir wollen uns dasselbe möglichst wohnlich gestalten, dem Streite der innewohnenden Parteien möglichft vorbauen und deshalb bei dieser Neueinrichtung tunlichlt jene Hauptmängel der alten Einrichtungen gleich beseitigen, welche bisher zu Differenzen und Streit vorherrschend Anlaß gaben. Wie wiederholt betont, bin ich Gegner jedes, den ganzen Staat schädigenden, verwirrenden Umsturzes und halte es entschieden für richtiger, das Bestehende verbeffernd auszubauen, indem man fehlerhafte Teile durch neue ersetzt, ohne dos ganze Staatsgefüge ins Wanken zu

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