Steyrer Tagebuch Nummer 7, Dezember 1982

26 JUZ-AK FRAGE: .Seit halben Jahr, aber nicht ist dieses offen. einem Gespräch, vor einem WO auch der Betriebsrat, die Mitarbeiter teilnahmen ' Jugend~ Zentrum nicht mehr ANTWORT: Es hat ein Gespräch gegebe~, wo Vize- BGM Schwarz, der Obmann der Metall- __ Gewerkschaft, NR Heigl und ich als OGB- Bezirksobmann sowie ' die Heimerhalter teilnahmen und wo wir die Zustände in diesem Jugend- Zentrum besprochen haben, die äußerst unbefriedigend waren, weil dort Dreck und Speck war , weil dort hygienische Umstände waren , die nicht mehr vertretbar waren, wo die · Einrichtung nach kurzer Zeit demoliert war . Wir haben darüber gesprochen, was da geschehen , soll. Da sind auch mittlerweile Sanierungs- Maßnahmen erfolgt . Das kostet eine ' Menge Geld . Die Gemeinde zahlt 350 . 000 Schilling und so etwas muß man vertr~ten können . Am Beginn war der Zulauf recht stark. Der ist zurückgegangen und es hat sich zum Schluß eine soziale Randschicht aufgehalten, die zum Teil schon von kriminellen Anzeichen geprägt war. Wo die Polizei schon aufmerksam ge~acht hat. FRAGE: Mit der Situation jetzt sind sie zufrieden? ANTWORT: Ich kann darüber keine Auskunft geben. Ich bin gar nicht zuständig in dem Si nne, sondern ich habe mi ch eingeschaltet, we i l ich von Dingen hörte, die nicht in Ordnung waren. Ich bin in den ersten Wochen in das Jugend– Zentrum gegangen und da waren Plakate im Eingangsbereich, mit den obszönsten Aufschriften und Zeichnungen mit Geschlechtsteilen. So etwas ist in einem Jugend- Zentrum, meines Erachtens, nicht angebracht und ich habe dieses Plakat entfernt . Dies hat ihnen nicht gepasst, aber ich fühle mich auch verantwortlich. Ich muß ja auch aufzeigen, daß sie Geld bekommen. FRAGE : Aber Kinder dieser Auf die Straße? diese Jugendlichen s i nd Stadt. Wo sollen sie hin? ANTWORT: Ich bin der Meinung , daß sie nicht auf der Straße bleiben sollen . Es wurde mit viel Geld allerhand geschaffen. Das Jugend- Zentrum ist weiterhin offen, nur nicht mehr in diesem Ausmaß. Wir wollen dort eine Ordnung haben . Wir ollen auch nicht haben, daß die Arbeiter- Kammer durch ein offenes Jugend- Zentrum, wo von Rauschgift und sonstigen Gerüchten alles in Umlauf ist, in eine negatives Licht kommt. Es gibt genügend Sport- Vereine und Jugend- Organisationen aller politischen Couleur . Es gibt Betätigungsfeld genug und ich würde es sehr begrüßen ,- -wenn hier Kommunikation jeder nach seiner Weise aufnehmen würde . FRAGE : Unter Mitwirkung der SPÖ im Steyrer Rathaus wurde Herr Röber zum Steyrer Kino- Monopoliste.n . Sein Einfluß verhinderte unter anderem die Ansiedlung einer Filiale des Linzer "Das Andere Kino" in Steyr. Was halten Sie davon? ANTWORT : Wenn Herr Röber als Kino– Monopolist bezeichnet wird, so stimmt dies. Diese Entwicklung ist jedoch ohne Zutun der SPÖ entstanden, sondern dadurch, daß Herr Röber das alte AK - Gebäude übernommen hat. Auf di e Verwendung des ehemaligen AK- Saales als Kino, hat die Stadt- Verwaltung bzw. die SPÖ keinen Einfluß. Die Einführung des "Anderen Kinos" ist meines Erachtens daran gescheitert, daß die Organisatoren keine wirtschaftliche Grundlage für ein drittes Lichtspiel- Theater in Steyr gesehen haben. .FRAGE: Zum Schluß hätten wir noch drei Antworten auf drei sehr konkrete Fragen. Si e s i nd einer der wenigen Gemeinderäte, die im Wehrgraben wohnen. Es wi rd doch stimmen, daß s i e sich nic .-.t dar1..m beim Wohnungsamt anstellen mußten? ANTWORT: Ich habe in Letten in einer 42 Quadratmeter- Wohnung mit meiner Familie gewohnt. Ich hatte seit elf Jahren ein Ansuchen bei der Gebäude- Verwaltung liegen. Wie d i ese Wohnung i m Wehrgraben fre i wurde, habe ich dieses Ansuchen nochmals art i kul i ert und mich darum beworben und sie wurde mir im Ausschuß zugesprochen.

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