Für Österreichs Freiheit und Recht

nach genauer Definition des Begriffes Ein¬ mischung für berechtigt, eine Forderung, die der Herr Reichskanzler in seiner Rede gleichfalls aufstellt. Wir halten sie für berechtigt, um so mehr, als niemand klarer als Österreich aus seiner eigenen jüngsten Geschichte Beiträge zu dieser Begriffsbestimmung zu liefern vermag (stürmischer, lang¬ anhaltender Beifall und Händeklatschen) — Beiträge, die in der ganzen Welt bekannt sind, und zwar ohne unser Dazutun, denn die Ereignisse haben für sich gesprochen, und Gräber kann man nicht verschweigen. Umdeuten ist nicht Österreichs Ark Esbesteht keinerlei Gefahr, daßetwa Österreich, — allerdings, wie der Herr Reichskanzler in seiner Rede formulierte ohne direkt in diesem Zusammenhang den Namen unseres Staates zu nennen —, „jede innere Erhebung sofort als eine Ein¬ aufäußere Einflüsse zurückzuführende mischung umzudeuten versuchen würde“ Wenn sich die Dinge so verhalten wie 1933 und 1934 in Österreich, so bedürfte es wahrhaftig keiner Deutung. Wie bereits erwähnt: Tat¬ sachen sprechen für sich, abgesehen davon, daß Um¬ zudeuten niemals Österreichs Art ist. (Lebhafter Bei¬ fall.) Der weiter kundgegebenen Auffassung, daß das Regime in Österreich nicht vom Volk getragen sei, mußent¬ gegengehalten werden, daß diese Auffassung als achlich unzutreffend größtes Befremden zu er¬ regen geeignet ist. Abgesehen davon, handelt es sich aber hiebei um eine typische, rein österreichische Angelegenheit (lebhafte Zustimmung), die einer offiziellen Beurtei¬ lung oder Wunschmeinung dritter Stellen niemals unterliegen kann. (Lebhafter Beifall.) Schließlich und endlich müßte Österreich es ablehnen, über das Thema: „Gewalt als Grundlage eines Regimes“ zu diskutieren, dann, wenn nicht unter Gewalt überall das nämliche verstanden wird! (Heiterkeit, lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aber ein weiteres kann hier nicht verschwiegen bleiben: die engen Beziehungen, in die im Zusammenhang der Rede Österreich mit der benachbarten Schweiz gebracht wurde, klingen uns durchaus erfreulich, nicht nur deshalb, weil wir — wie bereits erwähnt— bei aller Ver¬ schiedenheit der inneren staatlichen Struktur doch so viele traditionelle Beziehungen und enge Freundschaft mit dem schweizerischen Nachbar haben, als vielmehr deshalb, weil mir darin doch irgendwie das Anerkenntnis zu liegen scheint, daß es notwendig sei, den Deutschen überall in der Welt gleich zu be¬ handeln, daß es also notwendig und zweckmäßig sei, den deutschen Schweizer nicht anders zu behandeln wie den deutschen Österreicher. (Beifall.) 20

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