Die mittelalterlichen Stiftsurbare des Erzherzogtums Österreich ob der Enns II

Von mittelalterlichen Urbaren des Stiftes Gleink ist nur eines er halten, zweifellos das älteste. Es ist eine Pergamenthandschrift, die ur sprünglich aus 36 Bll., d. i. drei Lagen zu je 6 Doppelhlättern(25X 14cm) bestand. Den Umschlag, der Ms auf ein kleines Bruchstück weggerissen wurde, bildete, wie man noch erkennen kann, ein Blatt einer lateinischen Pergamenthandschrift s. XIII. Das erste Blatt des Urhars wurde im letzten Drittel des 19. Jahr hunderts weggeschnitten, denn P. Schmieder, der die Handschrift c. 1870 benützte und in der rechten unleren Ecke paginierte, zählte noch 36 Bll. Jedes Blatt ist am linken Rande durch zwei, am rechten durch eine Ver tikale eingeteilt, welche oben und unten von einer Horizontalen durch schnitten sind. Innerhalb der am linken Rande gezogenen Parallelen steht bis Fol.31b vor jedem Posten erster Hand eine Rubrik. Die großen Anfangsbuchstaben sind in den Zeilenanfängen mit wenigen Ausnahmen fast durchwegs, im Texte hie und da von einem roten Strich durchzogen. Der Inhalt des fehlenden Blattes läßt sich mit genügender Sicherheit aus dem Summarium auf Fol.5 und den SpezialVerzeichnissen (Fol.32—34) erschließen. Es müssen darauf die Leistungen von 3 Gütern in Asarig und 2 in Ebrafing gestanden haben. Die Zehente^ verzeichnet das Urbar nicht. Sie scheinen wie der Besitz an Weinbergen^ um 1300 noch sehr gering gewesen zu sein. Die Abfassungszeit des Urhars ist urkundlich sicher zwischen 1308 und 1312 anzusetzen. In einer Gleinker Urkunde vom 12. März 1307 (UB. IV, n. 560) seheinen die im Urbar genannten Chunradus in Hag, Fridericus in Glunich, Dietricus in Hedershofen als officiales von Gleink auf. Ebenso sind in einer Gleinker Urkunde vom 7. Juli 1308 Fridericus officialis und Chun radus Widmer als Zeugen genannt (UB. V, n. 5). ^ Vgl. UB.II, n. 170, III, n. 501, IV, n. 175, 2G5. ® Erst im Verlaufe des 14. Jahrhunderts erwirbt das Stift größeren Besitz um Krems. Vgl. UB. V, n.470, VI, n. 9S, III, 200, 230, VIII, n. 304, 532, 708. Oberösterr. Stiftsurbare. 2. Teil. 4

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