Oberösterreichische Weistümer

7/2. Taiding (1. Hälfte 18. Jährhundert) 33 Ij2. Taiding und Rügbuch des Klosters. (1. Hälfte 18. Jh.) Gleichzeitige Papierhs.,2",8El.,OÖLA,StiftsarchivGleink,Aktenband 47,Nr.6. Im gleichen Aktenband befinden sich sieben weitere Handschriften dieses Taidings aus dem 18. Jh., die keine wesentlichen Abweichungen enthalten. 5 Druck: Anton Rolleder, Heimatkunde von Steyr (Steyr 1894),S.379—384. Des löblichen stüft und closters Gleinkh tättung oder ruegbuech. Art. 1 = Text Ijl, Art. 1. 2. Straff derjenigen, so zu dem tättung nit erscheinen. So diejenige, welche am tag des angestellten tättungs, wan ihnen durch lo den ambtmann oder dessen leut auch hierzue angesagt wirdt,nicht erscheinen, deren ain ieder verfahlet zum wandl 1 fl 4 ß. 3. Item welche sich auf erfordern nit zu der obrigkeit stöhlen. Ingleichen wan ainem zu der obrigkeit zu komben durch den ambtman oder iemands andern angesagt wurte und derselbe aus ungehorsamb nit 15 erschine, ain solcher verfahlet zum wandl für das erste mahl 1 fl 4 ß, zum andern mahl 3fl, zum dritten mahl 5fl 2 ß; und verharret er in seinem un gehorsamb, solle derselbige abgestuft und aus der obrigkeit geschafft werden. 4. Austrettung aus dem obrigkeitlichen verbott. Wann ain underthan bei der obrigkeit verbotten oder in arrest ge- 20 schafft wurde und thett solchen nit gehorsamben, sondern gieng aus dem verbott oder arrest ohne erlaubnus, der ist verfahlen den wandl mit 5 fl 2 ß. 5. Kaichung des unverzükten diensts. So iemand seinen unverzückten pfenning- oder kuchldienst, in gleichen die landsanlagen und andere herrschaftliche forderungen zu gewöhn- 25 lieber und rechter zeit nit gibt, als oft er hierüber 14 tag verstreichen laßet, so oft verfahlet er zum wandl 72 Ei. Laßet aber ainer solches jähr und tag anstehen, so mag die herrschaft ihne mit recht abstüften. 6. Item des verzückten diensts. Welcher aber auf seinem guet ainen verzückten gelddienst hat und 30 selbigen erscheinenter sonnen nit entrichtet, verfahlet zum wandl 5 fl 2 ß. Laßet aber iemands den verzükten pfenningdienst sechs wochen und drei tag anstehen, so verfahlet sich das guet der obrigkeit. 7. Entrichtung des zehent und traiddiensts. Wann ain underthan innerhalb jähr und tag sein zehent oder dienst- 35 traid nit abrichtet, kann die obrigkeit das ausständige getraid — und zwar ieden mezen des schwärern um 2 ß, des ringern aber umb 1 Schilling höher als es sonst verkauft worden — zu gelt anschlagen. 8. Betrüeglicher kuchl- oder traiddienst. So aber ainer fälschlich oder betrüeglich kuchl- oder getraiddienst 40 dienet, der ist neben dem kuchl- und traiddienst auch in die obrigkeitliche straff verfallen. 3 österr. Weistümer XIII/2.

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