Oberösterreichische Weistümer

IV. Vorhalt (1730—1747) 15 derselben grund und poden von den schuldiger bekomen, wie billich ist; es war den sach, das ain burger ainen urbarsman zu hauß, grund und poden mit darleichen hülfe, das doch in allweg mit vorwissen des urbarambtman beschechen soll, und derselbig urbarman in armuet kam, das er nit hett zu bezallen, so solle der burger von demselben guet, darunder er ime geholfen, 5 nach der herrschaft bezalt werden. /V. Vorhalt jür die Urbaramisuntertanen in den Märkten Weyer und Gaflenz. (1730—1747). Ä: Gleichzeitige Papierhs., 2°, 8 El. (heschriehen El. P—7*), OÖLA, Stiftsarchiv 10 Garsten, Bd. 297, Nr. 2. E:Papierhs. vonl759 Mai17,2°,12 Bl. (vorliegender Text auf Bl.P—8"), ebenda. Druck:Georg Grüll, Geschichte desGarstener Urbaramtes Gaflenz-Weyer(Jahrbuch des Vereines für Landeskunde und Eeimatpflege im Gau Oberdonau, 90(1942), S. 215—221. 15 Vorhalt, so jährlich gebreuchig denen ehrsamben Garstnerischen Urbarsunterthannen alhier im markt Weyr vorzutragen ist^). 1. Alß ersthch aine ehrsambe gemain der gesambten urbarsunter thannen ist auf heunt von darumben unaußbleiblich zu erscheinen beruefen, 20 damit denenselben neben dem gewöhnlichen holzverlaß — wie bißhero all jährlich beschechen — auch etliche puncta der wald und felder, wie auch der fahrt- und gehestraßen halber vorgehalten werden. Wie dan solches hiemit im nahmen ihre hochwrden und gnaden etc. etc. unsers allerseits gnadig hochgebietunden herrn herrn Constantini abbtens zu Gärsten etc. etc. 25 von obrigkeits wegen vorgenomben würdt. Mithin und was ihnen iezto in ain und andern puncten abgeleßen, selben [sie] also gewiß und gehorsamb nachzuleben haben, das widrigens gegen die, welche sich hierinnen ungehorsamb erzaigen oder keiner rechtmeßig habenden ursach bei disen holz verlaß nicht erscheinen, mit verdienter bestraffung verfahren werden solle. 30 Darvor sich also ieder selbst zu hüeten wüssen würdet. 2. Und zwar andertens, weil st. Georgen tag vorbei, als sollen allent halben die felder und angepaute äcker zuegemacht und verschlagen werden, hingegen sich ein ieder der ordinari ausgezaigten fahrt- und gehestraßen be dienen. Item welche Unterthannen kollung, scheiter oder anders zu füehren 35 haben, selbe sollen in der vor äugen ligenten fahrtstraßen bleiben und nit auf die geheweg [der] andern benachbahrten Unterthannen hinaußfahren. Da solches beschach und lautbär wurde, sollen die Unterthannen per 3 fl an gelt, die knecht oder bueben aber am leib im grichtshauß gestraft werden. ^o Weiters und andertens, da ainer oder der ander wäre, wer der immer seie, [der] mit gwald den gädtern und zeun aufbricht, der handhabstangen und fürleg abwiirft, item freventhcher weiß über die felder und angepaute 1) Auf der Außenseite des letzten Blattes in A befindet sich folgende Überschrift: 45 Zu markt Weyr imd Gaflenz ieden jahrs verhalt und quasi pohnthadung, welche gebreuchiger massen denen urbarambtsunterthannen jährlich zum holzverlaß nach Georgi vorgetragen würdet.

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