Oberösterreichische Weistümer

182 Herrscha,fl Fcrnsiein Verrer heben sich die Pernnstainerischen vörst, wiltpan und gejaider am Steyerlingpach nach der Steyr hinein in den Weissenpach, an Schwärzgrabn auf alle hoch aufs Eeißpach, nach dem Rißpach in Vischpach, nach dem Vischpach in Steyrlinpach, nach dem Steyerlingpach -ndeder hinauß an 5 die StejT;und waß in sollichem vor nacheinander gemelten gezirk für gehülz, wält und försst ligen, darauf hatt die herrschaft ebnermassen den wiltpan und reißgejait. IV. Wasserrecht. 1581. 10 Die Herrschaft Pernslein besaß das Fischereirecht auf der Krems vom Flußknie am Georgenberg bis zur Vordermühle in Niederkrems (Gern. Inzersdoi'f. Bez. Kirchdorf). Die Wasserkraft des Flusses wurde durch zahlreiche Hammerwerke — Micheldorf und Kirchdorf waren Zentren der Sensenindustrie — soioie durch Getreide- und Pulvermühlen ausgenutzt.1557ist eine Müllerzunft 15 nachgewiesen. Über die Art der Ausnutzung der Wasserkraft hatte die Herrschaft Pernstein das Aufsichtsrecht. Aus der hei Text I l)eschriehenen Handschrift (vorliegender Text auf fol. ISP—187'). Vermerkt die fragen des waßers rechts, so die herrschaft Pernstain auf dem pach, die Crembß genannt,hat,wie die bei allen inhaabern derherr20 Schaft, auch von allen underthannen nach vermüg der hie eingeschribnen urtheil gehalten, auch ie und allweeg ohne menigelichs widersprechen zu recht erkennt, darbei dann wiier und unsere nachgesezte obrigkeiten alle Inhaber bemelter herrschaft handhaben und schuzen sollen und wollen. [f.] Frag. Wie weit das pannwasser auf der Crembß zu der herrschaft 25 Pernstain gehörig wert, und wie es von alter her gehalten worden? Urtl. Von alter her und allweeg ist zu recht erkennt, daß sich das pannwasser der herrschaft anfacht beim hindern Torhat, beim Gaissteig und wert hinab in Fuerth undcr der vordem müll. [2.] Frag. Wer daß wasserrecht der herrschaft zu besuechen schuldig? 30 Urtl. Im recht ist erkennt: alle die, so des wassers geniessen, es sein Schmidt, müllner oder paurn, die sein schuldig, das wasserrecht zu besuechen bei dem wandl fünfundsibenzig pfening. [3.] Frag. Wo zwcen oder mer von des wassers weegen kriegbahr wuerden, umb wo das war, wie si dasselb außzutragen schuldig? 35 Urtl. Zu recht ist erkennt: welche die sein, die kriegbalu- wuerden oder das ainer geegen dem andern frävel, der soll vor der herrschaft Pernstain und sonst nindert außgetragen werden. [4.] Frag. Wo ainer ain neusstüft in das wasser pauen will, wie ers soll anfahen, waß darumb recht sei? 40 Urtl. Zu recht ist erkennt, das solches soll beschechen mit der hen-- schaft wissen und willen. Die soll darauf schicken schmidt und müllner, damit iedermann ohne schaden gebaut werden müge. Obs aber ohne willen beschäch, mag die herrschaft denselben neufang abprechen, sovU das wasser betrüfft, biß sich, der da paut, mit der herrschaft vertrag. Alßdann verbring 45 er sein pau, vermüg der recht sprtich schuldig fünf gülden sechzig pfening, daß groß wandl.

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