Oberösterreichische Weistümer

IVjl. Bann- und Vogttaiding(vor 1511?) 139 [4.] Alle die rittermessigen lehen, so die iemand angefallen oder zuestehen,sollen in jähr und in tag empfangen werden. Wo das nit beschäche, so sein dieselben leben dem gottshauß leedigelich haimbgefallen und sollen mit den rechten eingezogen werden. [5.] Urbar- und dienstbar güeter sollen in drei vierzehen tagen,so die 5 gefallen oder damitgehandlet wierd,empfangen werden.Wo das nit beschäche, so seind die dem gottshauß verfallen und sollen mit dem rechten eingezogen und mögen fierbaß nach genaden verliehen werden. [6.] Und ob fierbott außgehen, die sollen durch des richter poten beschechen und auf die statt verkündt werden. lo [7.] Welcher den dienst zu rechter zeit nit raichet und vierzehen tag darnach Verzug, der ist allweeg Uber vierzehen tag 60^zu wandl verfallen. Verzug aber ainer drei vierzehen tag, [(fer] dienst und wandl nit gab, der ist seiner gerechtigkeit, darauf der dienst ist, dem gottshauß verfallen, und soU dasselbe guet oder grund mit dem rechten eingezogen werden. 15 [S.] Frag: Alles, so iezt verlesen und gehört ist mit allen puncten und articuln, was darauf recht ist? Urthail: Lieber herr richter, alles das, so iezt verlesen und gehört ist, soll in allen Sachen und articln gehalten werden, alß wehre ein ieder articl oder Worth besonder geurthaUt, das sprich ich zu recht und seind unsere alte 20 recht-^). Von flüchtigen underthannen und haimblichen veralienierung der güeter, verkerung der march,überfeng,widersezung gegen denen beambten,außhackoder verderbung der nuzbaren paumb, verpotnen underschlaif und zufriden der felder. 25 [9.] Wer dem gottshauß underworfen oder zuegesagt ist, davon flichtig sich an ander ende anherschet oder vogtet, da soll man dieselben an den herrn, darunder er betreten wierd, erfordern. Wolte er den aber nit antworten, so mag man nach demselben greifen zwischen der kürchen und haußthürr und ihn bringen in des gottshauß besserung. 30 [10.] Ob ainer ohne der herrschaft willen güeter oder gründ under dem gottshauß verkauft, verpfendet oder verkumert, dasselbe guet ist dem gottshauß verfallen und soll mit den rechten eingezogen werden. [ff.] Wer march, stain, paumb oder was march die wehren, verkeret oder außwurf, der ist alß oft von iedem der herrschaft 60[.5)] und 5 fl .Sj zu 35 wandl verfallen und jennen sein schadten [abzutragen schuldig], [12.] Wer tiberfang tuet mit zeünen, mähen,graben, maissen oder mit dem pflueg — was überfäng die weren — darumb soll ain bschau auf die statt durch die herrschaft gesezt und nach gedächtnus oder wissenheit der alten geschaiden werden;und welcher ungerechterfunden,derist derherrschaft 40 als oft 60 zu wandl verfallen und jenen sein schaden [abzutrctgen schuldig]. [id.] Wer sich der herrschaft, üirer anwald, ambtleüt oder poden sezet, wöret'"^) oder fröventlich gegen ihne mit worthen oder werken handlet, dieselben sollen an leib und an guet gestrafft werden. =■) ihrer anwald . . . wöret ] ihren anwählen, ambtieüten oder gerichtspothen 45 widersetzt, wöhret 4) Dieser Artikel und die folgende Überschrift f.

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