La Premiere

K^^C^dtn J^aiJvajUn.ci J^-xitki Wenn wir sie nicht hätten, würde uns in der Klasse etwas fehlen. Es ist nicht nur ihr bestechendes Wesen und ihr Auftreten, sondern sie ist auch eine unversiegbare Lärmquelle, die sie so unwiderstehlich macht. Es kam sogar schon vor, daß Kathi's Geräuschproduktion in enger Verbindung mit einer ihr entfleuchten Gaswolke stand. Durch die momentane Stille in der Klasse wurde dieses Ereignis zum akustischen Höhepunkt unserer Deutschstunde. Im Gegensatz zu diesem ästhetischen Ausrutscher steht ihre große Auswahl an industriell gefertigten Düften, mit denen sie uns zu benebeln versucht. In den Religionsstunden verstand sie es, ihre Lebensphilosophie mit Händen und Füßen zu verteidigen, obwohl sie damit meist auf starken Widerstand stieß. Ihre wirkliche Erfüllung findet sie nachts in einschlägigen In-Discos und Beiseln der Linzer Altstadt. Hier sind wohl auch die Wurzeln ihrer Begeisterung für gleich geschlechtliche Paare zu finden (das kommt dadurch zum Ausdruck, daß sie ihren männlichen Klassenkameraden Freunde anpreist). Bei ihren nächtlichen Streifzügen ist sie kaum ohne größeren Männeranhang anzutreffen. Daß sie diese Exzesse immer wieder so gut überstand, versetzte so manchen Lehrer in Staunen. Dementsprechend ist ihre Fehlstundenanzahl. Kommt es doch vor, daß sie keine periodisch auftretenden, permanent anhaltenden, allesüberdauernden körperliche Beschwerden hat, gibt es immer noch das Versagen des Autos oder verschiedene Todesfälle als Entschuldigungsgrund.

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