Ansichten der Kronprinz Rudolf-Bahn 1876

T 8 -- der Aussicht vom Sparafeld ihren Tribut und winkt mit ernsten, von ewigem Schnee bedeckten Häuptern stammverwandte GrLrsse ins Ennsgebiet. Stift Admont selbst, ein aus den Flammen (28. April 1865) neugeborner Phönix, erghinzt mit den gothischen ThC1rmen . als Wahrzeiche1i. des mittelalterlichen Culturträgers, des Benedictinerordens. Reich wie das Land an Naturschönheit ist die Bibliothek an Schätzen der Wissenschaft und gllicklich der Forscher, der die Klosterarchive durchstöbert, gllick:lich der Tourist, der die Umgebung durchstreift, dreimal glücklich, wer gewürdigt ward, die Schätze des Stift;;ketlers mit kundigem Gaumen zu erproben. Nur schwer reissen wir . uns los. Der Wallfahrtsort Maria-Kulm auf dem Frauenberge zieht rechter Hand an uns vorüber, Hügelausläufe ·bilden die nächstliegende Scenerie, die Bahn wendet sich nach Sliden und Anblicks der Rottemnannertauern laufen wir in unser heutiges Ziel, die Station Sel:i;_thal, ein. Hier steht Hercules am Scheidewege; die Gisela-Bahn lockt uns Hings unserem bisherigen Wegweiser, der Enns, zu Sal'zburgs neuerschloss~nen Alpenwundern; die Rudolf-Bahn verheisst uns in ihrer unvergleichlichen Tour durch Kärnthen .und am Südabhange der Karawanken durch Krain, ebenbürtige Genüsse; Friesach, Hochosterwitz., Klagenfurt, Ossiach, Villach, Gqilthal, Veldes klingen wie Sirenengesang an unser Ohr. Sie führt uns dem einzigen Rivalen der Alpenwelt, dem Meere zu. Ich glaube, wir verfolgen nächstens di_ese Route und begrC1ssen, nachdem wir den zwar nur Hundertachtzigsten aber gewiss schönsten Theil des Meridians zurl:tckgelegt, die blaue Adria. D. M. :----------------~---------------------~

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