Oberösterreich, 32. Jahrgang, Heft 1, 1982

Adalbert Stifter Gegenwart im Bewußtsein der Prolog zum Gedächtnis des oberösterreichischen Dichters am 3. Oktober 1981 im Stift Kremsmünster anläßlich der 17. Alpenländischen Schriftsteller-Begegnung; Wie sehr in weiten Kreisen der Gegenwart - nicht nur in Literatur fachkreisen - das Wort und Werk Adalbert Stifters nachwirkt, bewei sen die vielen Zuschriften, die unsere Redaktion erreichen. Leider können wir sie nur selten verwerten. Zwei Stimmen haben wir jedoch für diese Literaturbeilage ausnahmsweise ausgewählt - die bekannte Lyrikerin Professor Erna Blaas und einen treuen Leser aus Weißen horn in Bayern, Dr. Oswald. Adalbert Stifter Nomen est amen reimt das klassische Latein. Hier darf man sich zu solchem Wort bekennen und einen hochgestimmten Namen nennen; Ein Stifter war er durch sein ganzes Sein! Das ,,Moldauherz" hat sich in ihm geregt, sein Sinnen stand im Bann der Hochwaldfichten und ihr Gesetz begann er aufzurichten. Ernst hat das Stift den jungen Mann geprägt. - Er malt. Er dichtet - und bewahrt sich so. Das Kleinste wird noch groß in seinen Schriften; im Stillen ist das Bleibende zu stiften; Nachsommer drängt ans Licht- und Witiko . . . Das Werk, das hohen Wellengang erfuhr, wird unbeirrt noch in die Zukunft weisen; Es lebt - und führt mit lauten oder leisen Beschwörungen zur schaffenden Natur! - Durch Stifters Heimatflur wuchs Urgestein. Im Heidekraut empfing der Hirtenknabe schon täumerisch die erste Dichtergabe. Der Bogen dunkler Wälder schloß ihn ein. 94

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