Oberösterreich, 14. Jahrgang, Heft 3/4, 1964

Berücksichtigung der Arbeiterwohn- und gewerblichen Gemeinden gibt es im Antiesengebiet von Eberschwang bis Antiesenhofen einen andeutungsweisen Zo nenansatz mit dem Schwerpunkt in Ried i. L, das aber mehr ein Gewerbe-, Handels- und Verkehrsmittelpunkt denn eine Industriestadt ist. Granitindustrie, Ziegeleien und Brauerei geben dem Schärdinger Massivrand in der unteren Pram und ihrer Nebenbäche sowie im Vorfeld von Passau einen stärkeren in dustriellen Anstrich. Mühlsenke und Aschacher Donautal liefern einen weiteren Ansatz, der auf der Basis Granit (Neuhaus, Schlägl), Papier (Obermühl) und Textil-Leder (Neufelden, Haslach, Helfenberg; Rohr bach) ruht. Die uralte Weberei im Be zirk Rohrbach bedingt die Arbeitsständigkeit dieser Betriebe. Dazwischen schieben sich aber ausgesprochene Agrargemeinden, wie Arnreit oder Anberg. Im unteren Mühlviertel haben wir, von Frei stadt und Gutau abgesehen, keine Indu striegemeinden, wenn wir die dem Zen tralraum angehängte Zone Mauthausen— Schwertberg—Perg, die oben besprochen wurde, ausklammern. Es ergeben sich lediglich durch Arbeiterwohngemeinden um Pregarten und im Strudengau, wo auch Textilindustrie und Granit einige Industriebeschäftigung bieten, weniger bedeutende Ansatzpunkte als im oberen Mühlviertel. Es zeigt sich also, daß Zonenbildungen und Zonenansätze vorwiegend an Fluß läufe geknüpft oder an Bergschätze ge bunden sind (Salz, Braunkohle, Kaolin, wozu neuerdings die hier mangels sta tistischer Unterlagen nicht behandelten Erdölgebiete um Ried i. I. und Voitsdorf bei Kremsmünster kommen). We niger die durch Engtäler oder Augebiete fließende Donau, die nur für die Lin zer Großindustrie entscheidende Bedeu tung hat, als vielmehr Traun und Ager sind vom Hallstätter bzw. Attersee abwärts die Leitlinien der Industriebe triebe, wozu im Osten sich in abge schwächtem Maße Krems, Steyr und Enns gesellen, im Westen Inn, Mattig, Antiesen, Pram, im Norden die Große Mühl. Wasserbedarf und die für die Ge sundheit immer bedrohlicher werdende Ableitung der Industrieabwässer (Ager, Traun!) erklären die Bevorzugung der großen Flußgebiete, wobei früher das Wasser auch noch vielfach direkter Ener giespender war. Andererseits aber ist es nicht der direkte technische Zusammen hang allein, sondern indirekt die Verkehrsständigkeit entlang der Eisenbah nen und Hauptstraßen, wobei letztere seit Römerzeiten den wichtigsten Fluß läufen folgten und die wichtigsten Sied lungsgebiete an sie banden. Konsumund Arbeitsständigkeit verbinden sich hier mit der Energie- und Verkehrsständigkeit. Das Land zwischen den Fluß läufen aber bleibt, wenn nicht Rohstoff vorkommen dies ändern, vornehmlich der Land- und Forstwirtschaft sowie Ge werbe und Handel in kleineren lokalen Zentren vorbehalten. Dort aber, wo Traun und Donau sich verbinden, im Linzer Becken, hat sich die Landeshaupt stadt, die im 20. Jahrhundert über beide Flüsse hinweggewachsen ist, das größte industrielle Zentrum des Landes und eines der bedeutendsten Österreichs ge schaffen. Anmerkungen zur Industriegeographie 'Vgl. H. Maurer, Beiträge zur Agrargeographie Oberösterreichs in: Wirt schaftsraum Oberösterreich, Sommerheft 1964. - Österreichs Industrie in den Jahren 1961 und 1962 (Beiträge zur österr. Statistik, 89. Heft, Wien 1963, S. 18, 19). — Bei Eisenhütten fehlt die Angabe des Brutto-Produktionswertes, so daß als Ersatz die Angabe des Gesamtum satzes der VÖEST lt. Bericht der Kam mer d. gew. Wirtschaft f. Oö., S, 163, genommen wurde.(S. Anm.3.) Wirtschafts- und Arbeitsbericht 1962, Kammer der gewerblichen Wirtschaft für Oberösterreich (kurz: Handelskam merbericht 1962), S. 14. Handelskammerbericht 1962, S. 151. " Handelskammerbericht 1962,S. 150. " Atl. V. OÖ., Bl. 15: Ö. Lackinger/ H. Maurer, Industrie und Gewerbe 1957. Bl. 31: Eisen und Metall, Bl. 32: Berg bau, Chemie, Glas, Baustoffe, Keramik. " Handelskammerbericht 1962, S. 159. ® Gliederung der VÖEST, Sept. 1962: Eisenhütte (1): 14.229, Kokerei (5): 877, Gießerei (14): 553, Stahlbau (16): 3423, zus. 19.082. " Gliederung Steyr-Daimler-Puch-AG., Sept. 1962: Gießerei: (14): 578, Wälz lager (16): 2632, Fahrzeuge (17): 5461, Jagdwaffen (18): 472,zus. 9143. Handelskammerbericht 1962, S. 145. "Ö. Lackinger im Erläuterungsband zur I. Lfrg. d. Atl. V. Oö., S. 108, Beiträge zur Raumforschung im Großraum Linz, Statist. JB. d. Stadt Linz 1958. Atl. V. Oö., Bl. 14: O. Lackinger; Pen delwanderung II. Atl. V. Oö., Bl. 10, 11: H. Maurer, Bevölkerungsdichte auf Katasterfläche bzw. siedelbarer Fläche. Vgl. E. Meynen: Die wirtschaftsräum liche Gliederung Deutschland — Aufgabe und Methode in: Berichte zur Deut schen Landeskunde, 15. Bd., 2. Heft, ökt. 1955, S. 94—103. Der Versuch, Industriezonen auszugliedern, stellt le diglich eine Vorstufe zu einer wirt schaftsräumlichen Gliederung dar, han delt es sich doch hier um Gefüge elemente und Gefügeteilkomplexe im Sinne Meynens, wobei die Gemeinde grenzen als Grundlage der Grenzziehung dieser Teilkomplexe benützt werden. Ö. Lackinger, Die wirtschaftliche Zu gehörigkeit der Bevölkerung Oberöster reichs, Wirtschaftsraum Oberösterreich, Sommerheft 1964. Grundlegende Literatur: K. Knoblehar, Die oberösterreichische In dustrie, Standort, Entwicklung und Leistung (Wiener Geographische Studien 2), Wien 1957. Der Arbeit liegt die Beschäftigten meldung der Industriebetriebe vom Sep tember 1962 zugrunde, in die der Verfasser im Auftrag des Statistischen Dienstes der oö. Landesregierung bei der Industrie sektion der Handelskammer Oberöster reich Einsicht nehmen konnte. Im Höllengebirge gibt es von Mitte Dezember bis Ende April Schnee zum Skifahren, und Tausende nützen diese Möglichkeit: Die Feuerkogel-Seilbahn transportiert unermüdlich die Bergfreunde zur Höhe, in ein Paradies für alle Freunde des weißen Sports, in eines der schönsten Skigebiete der nördlichen Kalkalpen. Feuerkogel; 1625 Meter hoch, ein Berghotel, sieben Hütten, alpine Skischule, 1 Sessellift und 4 Skilifte. PRÄCHTIGER ERHOLUNGSAUFENTHALT IN BRÄUNENDER SONNE UND SCHNEE MAX BÜRSTINGER Rum- und Likörfabrik Fruchtpresserei Essigerzeugung TRAUN, OÖ.,BAHNHOFSTRASSE,RUF 389 Niederlage: Linz, Eisenhandstraße 5, Ruf 241 38 69

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