Oberösterreich, 14. Jahrgang, Heft 3/4, 1964

Neue Chemiefaser rrHochmodul 333// Jubiläumsgeschenk der Chemiefaser Lenzing AG. Schilling an Devisen; während nur 30 bis 35 Prozent dieser Devisensumme durch Lenzing beansprucht wird. Heute steht Lenzing an siebenter Stelle unter den Viskose spinnfaser erzeugenden Ländern (ohne Ostblock) und stellt drei Prozent der Weltproduktion her. Das Produktionspro gramm ist allerdings sehr weit gespannt, und Lenzing wäre interessiert, eine Einschränkung der Typen vornehmen zu können. Der Hauptverwendungszweck reicht vom Kleiderstoff über den Dekorations- und Möbelstoff zum Teppich-Rohstoff. Zu den Investitionen, die sich in den letzten Jahren regelmäßig auf 50 Millionen Schilling beliefen, kommen sehr wesentliche Anstrengungen auf dem Gebiet der Forschung hinzu. Obwohl die Forschung schon bisher immer intensiv betrieben wurde, ging man im vergangenen Jahr an die Errichtung eines eigenen Forschungszentrums, dessen erste Etappe rund 25 Millionen Schilling kosten wird; insgesamt sind hiefür 100 Millionen Schilling vorgesehen. Dieses Forschungszentrum wird nicht nur baulich mustergültig sein,sondern auch über erstklassige Ein richtungen verfügen. Trotz aller Schwierigkeiten konnten auch bereits hervorragende Fachleute hiefür gewonnen werden, die ihrerseits anziehend für junge Nachwuchskräfte sein werden. In Lenzing wurde eine neue Faser entwickelt und eben auf den Markt gebracht, die den Namen „Hochmodul 333" trägt und gegenüber den bisherigen Fasern wesentliche Vorteile zeigt — berichtete Generaldirektor Komm.-Rat Seidl in einer Pressekonferenz, die anläßlich des 25jährigen Bestehens der Chemiefaser Lenzing abgehalten wurde. Die neue Chemie faser zeichnet sich durch einen höheren Elistizitätsmodul, gesteigerte Reißfestigkeit im trockenen wie im nassen Zu stand sowie durch gute Formhaltung aus. Die Produktion von Viskosestapelfasern hat sich in Lenzing nach Ende des Zweiten Weltkrieges trotz einer Reihe von Hemmnissen ganz außerordentlich entwickelt. Von 1650 Ton nen im Jahr 1945 kam man auf 3147 Tonnen 1947, auf 31.000 Tonnen im Jahre 1950 und auf 52.000 Tonnen im Jahre 1960. 1964 wurden rund 60.000 Tonnen abgesetzt. Je Kopf der österreichischen Bevölkerung entfallen heute im Jahr 10 kg Textilfasern; 40 Prozent davon sind Baumwolle, 20 Prozent Wolle und 40 Prozent Chemiefasern, von denen wieder zirka 90 Prozent Viskosestapelfasern aus Lenzing sind. Von den derzeit jährlich produzierten 60.000 Tonnen gehen nur 17.000 t in die heimische Industrie, von denen wieder rund 10.000 Tonnen in Form von Garnen und Geweben wieder exportiert werden. 43.000 Tonnen kommen direkt in den Export, so daß die Exportquote Lenzings außerordent lich hoch ist — vor allem im Vergleich mit den Werken anderer Länder, deren Exportquoten meist 30 Prozent der Produktion nicht übersteigt. Das Werk Lenzing, das heuer erstmals beim Umsatz die Mil liardengrenze erreicht, bringt jährlich 500 bis 600 Millionen FASERN 25DAHRELENZING c 55

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