Rudolf Hittmair - Der josefinische Klostersturm

275 Hofbuchhalterei der Regierung zur Kenntnis gebracht. Eybel war tief gekränkt. Unter dem 19. Oktober 1786 hatte die Regierung von der höchsten Hofstelle eine schmei- chelhafte Resolution erhalten über ihre Wachsamkeit und Tätigkeit in Befolgung der höchsten Verordnungen, und dass sie in vorkommenden Amtshandlungen ferner so vorgehen möge; kein anderes Erbland — damit beruhigte sich Eybel — hatte größere Fortschritte in der Ausführung der höchsten Grundsätze und im ökonomischen Fach gemacht. Bedeutungsvoller als für die schon inkorporierten Stifte wurde die Präliminarver- ordnung für die in Selbstadministration gesetzten Stifte. Der Prälat von Lambach berechnete nach ungefährem Anschlag die Einnahmen auf 64.577 fl., die Ausgaben auf 34.152 fl., also einen Überschuss von 30.425 fl. Die Landesbuchhaltung gestaltete diese Berechnung um in ein Präliminarsystem dd. Linz 13. Mai 1786 und bezifferte die Einnahmen für das Militärjähr 1786 auf 41.447 fl. 33 kr., die Ausgaben auf 39.464 fl. 55 kr., den Überschuss daher auf 1982 fl. 38 kr.; allerdings, wenn sämtliche Untertanenausstände vom Jahr 1784 bis Ende Oktober 1785 mit 25.189 fl. 22 kr. hinzugeschlagen würden, dann käme für das Mili- tärjahr 1786 ein Überschuss von 27.172 fl. heraus. Allein darauf sei wegen des im Vorjahr erlittenen Schauers nicht zu rechnen und faktisch eingetriebene Ausstände müssten verwendet werden zur Abzahlung der stets aufkündlichen Passivschulden (mit Ende Oktober 1785 noch 241.345 fl.); solange die Passivschulden nicht getilgt sein würden, dürfte sich schwerlich ein Überschuss für den Religionsfond erhoffen lassen. Die Stiftungshofbuchhalterei rechnet zu dem vom Prälaten ausgewiesenen Über- schuss von 30.425 fl. noch dazu die Aktivinteressen per 3570 fl., die der Prälat nicht eingerechnet hatte, zieht davon ab die gesamten Ausstände per 32.211 fl. und die Passivinteressen per 8671 fl. und bringt heraus, dass für das Militärjahr 1786 Mehr- ausgaben von 6887 fl. sich ergeben. Weiters macht die Stiftungshofbuchhalterei auf- merksam auf ganz bedeutende Differenzen, die sich aus dem Zusammenhalt des Er- trägnisausweises vom 26. März 1785 mit der Fassion vom 4. Dezember 1782 ergeben in einer Gesamtsumme von 9849 fl. Das Robotabolitionssystem soll möglichst bald eingeführt werden. Die Bemänglungen der Stiftungshofbuchhalterei werden der Landesstelle mitge- teilt mit dem Auftrag dem Abt und der Buchhalterei einen Verweis zu geben (Hof- dekret vom 11. August 1786). Dem Administrator Abt wird außerdem befohlen bin- nen 4 Wochen alle in Niederösterreich liegenden Gülten und Häuser genau zu be- schreiben und die Beschreibung an die Regierung einzuliefern (Linz 18. August 1786). Dieses eine Beispiel gibt Zeugnis von der heillosen Verwirrung, die herrschte. Alle bis hinauf zur höchsten Hofstelle kamen in gelinde Verzweiflung; jeder Versuch mit neuerlichen Verordnungen machte die Unordnung nur noch schrecklicher und uner- träglicher. Das Präliminare von Mondsee wurde nach Hof überreicht dd. Linz 13. Juli 1786. Der Administrator weist aus Einkünfte per 38.225 fl. 51 kr. 1 ₰ , Ausgaben per 30.208 fl. 38 kr. 3 ₰ , also einen Überschuss von 8017 fl. 12 kr. 2 ₰ , wovon aber noch die

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