OÖ. Heimatblätter 2011 Heft 1/2

78 ein Antependium aus sechs in Metall getriebenen Reliefs mit Motiven aus dem Marienleben, alle drei Werke für die Kirche der Salesianer in Amstetten.69 Von Gerstmayrs Hand stammen schließlich der Entwurf zu einem schönen Wegkreuz auf dem Areal des „Mayr-in-Hof-Gutes“ in Wolfern und die in Kupfer getriebene Inschriftentafel für den seit 1730 bestehenden Heinrichsbrunnen in Mauthausen; die aus Anlass der Brunnenrenovierung 1958 geschaffene Tafel gibt in Kurzfassung die Sage vom schwarzen Fisch imHeinrichsbründl wieder. Nestor der Kunst 1925 zum Korrespondent des Staatsdenkmalamtes ernannt, hatte Hans Gerstmayr das (in Heft 3/4-2010 eingehender dokumentierte) denkmalschützerische Wirken Michael Blümelhubers zuweilen auch mit seinen Fähigkeiten tin,64 sowie in Kefermarkt für das Haus Nr. 41 eine Gedenktafel mit dem Portrait des Neuseelandforschers Andreas Reischek senior (* 15. 9. 1845, † 3. 4. 1902),65 der, dem Vorbild Adalbert Stifters folgend, erneut eine Restaurierung des Flügelaltars in der Wallfahrts- und Pfarrkirche zum heiligenWolfgang veranlasst hatte. 1937 entwarf Gerstmayr das so genannte „Halterkreuz“ vor dem Schwalleck, einem ehemals gefährlichen Stromhindernis bei Grein; das von einem Schmied in Naarn ausgeführte, 1954 durch Hochwasser beschädigte Kruzifix wurde 1960 nach dem ursprünglichen Entwurf erneuert und im folgenden Jahr durch den Linzer Diözesanbischof Franz Salesius Zauner66 geweiht. Wie im ersten Teil dieser Abhandlung (Oö. Heimatblätter, Heft 3/4-2010) erwähnt, war es Hans Gerstmayr erst nach dem Zweiten Weltkrieg möglich geworden, für die künstlerische Ausgestaltung des Ehrengrabes von Michael Blümelhuber am Steyrer Taborfriedhof ein in Kupfer getriebenes Portraitrelief anzufertigen. 1949 entstanden die in Kupfer getriebenen Tabernakeltüren für die Pfarrkirche Sankt Martin im Mühlkreis. Auch für das am9. Juli 1950 inAspach enthüllte Denkmal des Heimatdichters, Pfarrers und Ehrendomherrn der Diözese Linz Georg Wagnleithner67 (* Aspach 31. 10. 1861, † 2. 7. 1930 Grieskirchen), der seine Werke unter dem vom Mädchennamen seiner Mutter abgeleiteten Pseudonym „Georg Stibler“ verfasst hatte, schuf Gerstmayr ein Portrait und eine Gedenktafel in Treibarbeit.68 1959 bis 1962 entstanden zwei Tabernakel mit den in Treibarbeit gefertigten Motiven „Herz Jesu“ und „Mariae Verkündigung“ sowie 64 Watzinger (1982a), S. 98 (mit Abb.) (Bruckner) und S. 110 (mit Abb.) (Schubert). Im Museum in Sankt Valentin befindet sich eine Treibarbeit mit einer Darstellung des Hauptes Christi mit der Dornenkrone. Es wäre denkbar, dass Hans Gerstmayr weitere Treibarbeiten für einige der zahlreichen Kleindenkmäler in Sankt Valentin geschaffen hat. Johanna Steinacher und Renate Mayrhofer in ihrer Zusammenstellung: „Religiöse Kleindenkmäler in der Stadt Sankt Valentin“. In: Harreither (2000), Band 2, S. 111–155 führen Hans Gerstmayr namentlich nicht an. 65 Krackowizer-Berger (1931), S. 259. 66 Franz Salesius Zauner (* Tollet 11. 12. 1904, † 20. 2. 1994 Linz) stand von 1956 bis 1980 der Diözese Linz als Bischof vor. 67 Georg Wagnleithner (* Aspach 31. 10. 1861) war von 1898 bis zu seinem Tod am 2. Juli 1930 Stadtpfarrer in Grieskirchen. 68 Watzinger (1982a), S. 110 (mit Abb.). 69 Watzinger (1982a), S. 125.

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