OÖ. Heimatblätter 2011 Heft 1/2

121 zehn aktiven Jahre beim „Ister“ legte er bei 610 Ausfahrten insgesamt 10.751 km zurück. Unter den 2.055 Mitgliedern, die der Ruderklub seit seiner Gründung 1876 bis Dezember 2010 zählte, lag er damit an 163. Stelle.97 Im Eistanz und Schilaufen war Franta ebenfalls aktiv und sogar Medaillenträger.98 Im folgenden Schuljahr 1930/1931 war Franta wiederum am Bundesgymnasium beschäftigt, diesmal als Hilfslehrer für Handarbeiten. Als solcher war er, im Gegensatz zu seiner vorangehenden Assistentenstelle, zwar selbstständig für den Unterricht der ersten bis dritten Klassen verantwortlich und assistierte zusätzlich einer ersten Klasse in Zeichnen.99 Insgesamt hatte er aber wieder nur acht Wochenstunden. Er galt nach wie vor als „ungeprüft“, wenn er auch Kurszeugnisse in Handarbeiten vorlegen konnte.100 Das Unterrichtsministerium war zwar daran interessiert, den Einsatz von un- bzw. teilgeprüften Lehrern zu vermeiden, da Franta aber der einzige Bewerber war, griff man auf ihn zurück.101 Der akademische Maler Karl die Eigenart dieser frühen Ölgemälde Frantas, von denen heute lediglich eine Arbeit in Privatbesitz bekannt ist, näherbringt: „Hans Frantas flächenhafte Malerei, vielfach derb mit der Spachtel ausgeführt, hat Eigenart. Es hat viel für sich, wenn ein Maler sich auf die Fläche beschränkt, die ureigentlich sein Element sein soll. (…) Frantas Kunst ordnet sich der Natur nicht gerne unter, trotzdem er ihr in ihren Farben dient. Er stellt sich kühn und kalt, manchmal intellektuell über sie. Immer aber ist er interessant.“95 Hermann Ubell findet die Technik der „kleinen, düsterfarbigen“ Ölbilder „eigenartig“: „Die Farbe ist dick aufgetragen, aber von glatter, fast emailartiger Oberfläche.“96 Im Gegensatz zu seinen späteren, großflächigen Arbeiten in Öl waren in diesen Gemälden durch das kleine Format Farbkonzentration wie auch Ausdruckskraft komprimiert. Die Aufmerksamkeit und Anteilnahme, die Hans Franta mit diesen Arbeiten bei den Kritikern erzielte, sollte bei späteren Ausstellungen unerreicht bleiben. Im Juli desselben Jahres trat Franta dem Linzer Ruderklub „Ister“ bei, in dem er bis 1942 – abgesehen von wenigen Monaten, da er vermutlich aus Geldmangel seine Mitgliedschaft ruhen ließ – aktives Mitglied blieb. Bereits im März 1931 war er „fahrkundig“, ein Jahr später „Bootsmann“. Zu dieser Zeit, als der geschichtsträchtige „Ister“ ein beliebter Treffpunkt für die Linzer Gesellschaft war, trainierte Franta hier beispielsweise neben renommierten Geschäftsleuten der Linzer Landstraße. 1954 trat er dem Verein nochmals für die Dauer eines Jahres bei, unterstützendes Mitglied blieb er bis 1971, als ihm wegen Nichtbezahlens des Vereinsbeitrags die Mitgliedschaft gekündigt wurde. Während seiner vier95 Alpenländisches Morgenblatt Nr. 109, 20. 4. 1930, S. 12 96 Tages-Post Nr. 93, 19. 4. 1930, S. 7 97 Statistik des Rudervereins ‚Ister‘. Vergleichsweise zählte der Verein im Jahr 1930 exklusive der Zöglinge 94 Mitglieder. Vereins-Mitteilungen, Linzer Ruderverein ‚Ister‘, 20. 10. 1930, Nr. 10 98 OÖ Biografisches Archiv, Bogen Hans Franta 99 „80. Jahresbericht des Bundes-Gymnasiums Linz über das Schuljahr 1930/31“, S. 26 100 ÖStA, Abtlg. AVA FHKA, Bestand U-Abtlg., Faszikel 1782 (1930: OÖ Mittelschulen, Sicherstellung des Lehrerbedarfes für das Schuljahr 1930/31; 1932: OÖ Bundesmittelschulen, Sicherstellung des Lehrerbedarfes für 1932/33) 101 ÖStA, Abtlg. AVA FHKA, Bestand U-Abtlg., Faszikel 1782 (1930: OÖ Bundesmittelschulen, Sicherstellung des Lehrerbedarfes für das Schuljahr 1930/31)

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