OÖ. Heimatblätter 1955, 9. Jahrgang, Heft 2/3

Willvonseder: Das Mondseeland in urgeschichtlicher Zeit 4. A u, Gern. Innerschwand. Lochaxt, nach R. Much gefunden auf der Halbinsel südöstlich des Ausflusses der Wangauer Ache. Materialien zur Urgesch. österr. 3 (1927), S. 14. - Im Urgeschichtl. Inst. d. Univ. Wien. 5. Pi c h 1 am S e e, Kat.-Gem. Au, Gern. Innerschwand. Lochaxt, gefunden im Sommer 1950 beim Umbau des Hotels Pichl-Auhof, etwa 20 bis 25 m vom heutigen Seeufer entfernt. - In Privatbesitz (Mondsee). 6. Mondsee. Lochaxt aus Serpentin. Gefunden von M. Laad um 1928 am Seegrund östlich der Einmündung des Kandlbaches (an den Kaianlagen des Marktes Mondsee) 10 ). - Diese Axt war lange in Privatbesitz (Mondsee) und gelangte schließlich 1952 in das Oberösterr. Landesmuseum in Linz (Inv.-Nr. A 4642). 7. Schwarzindien, Gern. St. Lorenz. Lochaxt. Nach L. Franz „vor vielen Jahren" aus dem Wasser gefischt in der Bucht bei der Bahnhaltestelle Schwarzindien 11 ). Das Beil erhielt F. Angerer in seiner Jugendzeit (etwa in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts) von einem Fischer; es geriet aber in Verlust. 8. Scharf 1in g, Gern. St. Lorenz. Pfahlbau unweit der Einmündung des Kienbaches in den Mondsee. Entdeckt 1874 von M. Much. Schrifttum im wesentlichen wie bei See am Mondsee (Fundplatz 1). B. Bron zeze it und Früh h a 11 s tatt z eit (Urnen f e 1derzeit) 9. M o n d s e e. Depotfund, bestehend aus vier ganzen und fünf bruchstückweise erhaltenen Halsringbarren aus Bronze 12 ). Nach F. Angerer gefunden 1904 beim Bau einer Wasserleitung nordwestlich des Marktes Mondsee auf der ,,zweiten Erdterrasse beim Riesnerbauern". - Naturhistor. Museum Wien (Prähistor. Sammlung), Inv.-Nr. 38.766 - 38 - 772. 10. Mondsee. Mittelständiges Lappenbeil aus Bronze. Gefunden 1885 am Gaisberg bei Mondsee beim Ausheben der Grundfeste für die Villa Baum. - In Privatbesitz 1a). 11. A c h o r t, Gern. St. Lorenz. Mittelständiges Lappenbeil aus Bronze. Gefunden im April 1922 beim Bau eines Werkskanals für das Sägewerk Hollweger (Achortmühle) unweit der Mündung des Mühlbaches der Griesler- (Fuschler)-Ache in den Mondsee (am linken Ufer) 14 ). - Im Heimathaus Vöcklabruck. 12. Kreuzstein, Kat.-Gem. Oberburgau, Gern. St. Gilgen (Salzburg). überständiges Lappenbeil und Bruchstück (Griffteil) einer Sichel aus Bronze. Gefunden 1930 in der Schutthalde unmittelbar vor der Kienbergwand unweit des Hotels Kreuzstein. An derselben Stelle kam 1936 „3 m über der Straße, am Fuß des dortigen Schutthanges" ein Gußkuchen aus Rohkupfer und offenbar schon etwas früher (im Jänner 1936) in 2 - 3 m Tiefe ein gut erhaltenes Vollgriffschwert aus Bronze (ein sog. ,,Riegseeschwert") zutage; die alt gebrochene Klinge des Schwertes wurde neuerlich eingesetzt. - Beil und Sichelbruchstück im Heimathaus Vöcklabruck, Gußkuchen im Salzburger Museum CarolinoAugusteum, Schwert in der Volksschule Unterach 15 ). Aus der Jüngeren Hallstatt- und aus der Latenezeit (Jüngeren Eisenzeit) sind aus dem Mondseeland bisher keine Funde bekannt geworden. Das Lateneschwert aus Eisen, das 1905 mit der Sammlung Schott in das Oberösterreichische Landesmuseum in Linz gelangte, wurde nicht in oder bei Mondsee gefunden, 7* 99

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