OÖ. Heimatblätter 1947, 1. Jahrgang, Heft 4

Oberösterreichische Heimatblätter Top. Nr. 665 Purgstallwiese (Grd.-Parz. Nr. 391) 666 Purgstallwiese (Grd.-Parz. Nr. 392) 669 Oberes Purgstallholz (Grd.-Parz. Nr. 406). Auf Grund der genauen Angaben des Lagebuches über die gemessenen Strecken, den Flächeninhalt, die Nutzung, den Unter- und den Obereigentümer und endlich ihrer Reihung können diese sechs Grundstücke mit den Grundparzellen Nr. 394 Wald, 764 Feldweg, 384 Acker, 391 Wiese, 392 Wiese und 406 Wald des Francisceischen Katasterplans von 1826 zur Deckung gebracht werden (im bei¬ gegebenen Plan schraffiert). Hingegen konnte ein siebentes Grundstück, Top. Nr. 667, Purgstallunterholz, im Format 66 mal 27 Klafter, „darinnen zwei Lacken", nicht örtlich bestimmt werden. Es scheidet aber schon wegen seiner schmalen Form aus. Unter den sechs Purgstall-Grundstücken nimmt Nr. 394 Wald die höchste Lage am Sattel, 321 Meter, ein. Von diesem kleinen Wald ziehen die genannten beiden Wiesen und der Acker, fächerartig angeordnet, herab, d. h. sie zeigen förmlich von verschiedenen Richtungen her auf jene Parzelle als ihre Namensgeberin zurück. Soweit Burgställe nicht auf Inseln in Teichen liegen, sind sie steilwandige Gebilde, deren unerläßliches Merkmal ein tiefer Abschnittsgraben ist, der sie vom übrigen Gelände gründlich abtrennt. Wegen der Unverwendbarkeit von Steil¬ hängen zu andern Nutzungen liegen die Burgställe heute ausnahmslos unter Waldwuchs, solange sie nicht zur Sand- oder Lehmgewinnung oder als Steinbruch benützt werden. Der Verdacht, unsere vermutete Burgstelle zu bergen, trifft daher die Waldparzellen 394 und 406. Die erste, der Purgstall-Lach, d. h. Purgstall¬ Wald, hat Scheibenform, Nr. 406 hingegen schmale, längliche Gestalt. Der Parzelle 394 ist also der Vorzug zu geben, umsomehr, als sie die Anmerkung „Darinnen ein tiefer Graben“ geradezu als Burgstall definiert. Dazu kommt noch die günstige Bodenbeschaffenheit. Bis zum Sattel von Aichberg herauf lager nämlich, viele Meter tief, Meeressand, bedeckt von einer Lehmwächte. Der An¬ lage des Abschnittsgrabens standen also keine großen Schwierigkeiten entgegen. Eine Nachfrage an Ort und Stelle bestätigte die Richtigkeit der örtlichen Bestimmung der beiden Purgstallwiesen und des Purgstallandes, während die Erinnerung an den Burgstall selbst erloschen ist und, was noch schwerwiegender, die Parzelle 394, der Standort des Burgstalls, ist längst gerodet und die ganze Wehranlage vernichtet. Man hat hier in jüngster Zeit, seit den 30iger Jahren, eine tief gähnende Sandgrube angelegt. Begreiflich; ist doch jeder Abschnittgraben nebenbei ein Bodenaufschluß, der bei wirtschaftlicher Bodeneignung zum Weiter schürfen verleitet. Das Hauptbeweisstück für den tatsächlichen einstigen Bestand eines Burgstalls in Aichberg, sein restliches Bodendenkmal, war fortgefallen und der Beweis müßte demnach als mißlungen betrachtet werden 1a). 1a) Ein nach Niederschrift des Vorigen in der „Tages-Post" (Linz) vom 21. Mai 1941 gefundener Aufsatz von Karning teilt mit, daß unser Hügel 1932 zur Sandgewinnung abgeholzt wurde. Er zeigte einige Gruben, die von Hausgrundfesten herrühren konnten. Auch Karning vermutet hier den Standplatz der verschollenen Burg der Alhartinger. 290

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