Einladung hatte aber einen Sturm herauf¬ beschworen. Ihre Mutter, Frau Böckh, setzte alle Hebel in Bewegung, um ihre Tochter wieder aus dem Kloster herauszubringen. Zuerst wendete sie sich an den Bischof in Linz, der die Profeß verschob, um die Ange¬ legenheit zuerst noch prufen zu konnen. Dann kam Frau Bockh selbst mit ihrem Sohne, der Medizin=Doktor war, und noch drei Aerzten nach Gmunden ins Kloster. Die Mutter lebte in der übertriebenen Sorge, ihre Tochter sei so trant, daß sie das Opferleben im Kloster nicht aushalten tonne, auch habe sie keinen wahren Beruf, es sei nur Strohfeuer, und sie konne im Kloster nicht glücklich werden. Die arme Schwester Elia wurde von den Aerzten zwei¬ mal verhört und ausgefragt, sie sagte aber, daß sie schon großjährig und freiwillig ins Kloster gegangen sei und im Kloster bleiben werde. Ihre Mutter drohte, daß sie ihren Kinde ins Kloster nichts vermachen werde also eine Enterbung: Am nächsten Tage sprachen sie nochmals vor, als sie aber sa¬ hen, daß sie nichts ausrichten, reisten sie ab. Am 10. Juli 1845 legte Schwester Elia nach diesem harten Kampfe die Profeß ab und er¬ hielt am 16. Juli den Schleier. Sie fühlte sich jetzt so glücklich, nachdem ihr Beruf auf eine so schwere Probe gestellt worden war, auch ihre Mutter beruhigte sich später. Am 9. Mai 1846 erhielt das Kloster einen lieben Besuch. Karmelitinnen aus Prag, welche in Innsbruck ein neues Kloster grundeten, stiegen auf ihrer Reise in Gmun¬ den ab und rasteten hier zwei Tage. 19 -
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