Fabrik wird Museum

heitsgeschichte zusammen, als vielmehr mit einem stark erweiterten Kulturbegriff. Nicht die Erhöhung der ansonsten niedrigen Arbeitswelt wird angestrebt, sondern die permanente Auseinandersetzung mit dem Gesamtzusammenhang der Alltagskultur. Es würde den Absichten des Museums widersprechen, wenn wie früher statt eines Gemäldes nun eine Drehbank zum Schauobjekt gemacht würde. Es muß von vornherein klar sein, daß es den Arbeitern schon durch ihre soziale Lage verwehrt war, eine ausgeprägte materielle Kultur zu entfalten, die mit einem auch noch so weiten bürgerlichen Kulturbegriff interpretierbar wäre. Auch eine romantische Verherrlichung des Arbeiters, die das Menage-Reindl mit einem Hauch von Nostalgie überzieht, ginge in die falsche Richtung. Die Vorstellung geht in Richtung des Aufnehmens der gesellschaftlichen Dynamik in das Museum, eines neugierigen und lebendigen Sich-Einmischens in den Prozeß und die Widersprüche historischer Entwicklung. Nur so kann das Museum Arbeitswelt den Anspruch erheben, offen und demokratisch zu sein, offen gegenüber den Besuchern, offen gegenüber neuen Erfahrungen und neuen gesellschaftlichen Ansprüchen, offen gegenüber neuen Aspekten und neuen historischen und didaktischen Konzepten. Verwendete und weiterführende Literatur: Aufrisse 3/ 1981 H. Glaser u. a.: Museum und demokratische Gesellschaft. Nürnberg 1979. H. Treinen: Museumspädagogik und Besucherverhalten, SOWI 4/1981. L. Weismantel: Der Webstuhl. München 1948. Die Zukunft beginnt in der Vergangenheit. Frankfurt 1982. 3 1

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