Das Ennskraftwerk Garsten - St. Ulrich

Wehrbrücke: Sie ist als öffentliche Verbindung zwischen den beiderseits angrenzenden Gemeinden gedacht und dementsprechend breiter ausgelegt. Die größte Belastung ergibt sich für das Tragwerk, einen Stahlbetonhohlkasten aus drei schlaff bewehrten Einfeldbalken bestehend, aus dem Autokran mit 35 t + 35 t Nutzlast = 70 t beim Versetzen der Dammtafeln. Für die Kragplatte stammt die ungünstigste Last aus dem Stempeldruck des Kranauslegers. Krafthausblock: Um die nötige Standsicherheit zu erreichen, mußten Mittel- und Auslaufblock statisch zu einem einzigen Hauptblock zusammengefaßt werden. Lediglich der Einlaufblock ist durch eine statische Fuge getrennt. Zwischen den beiden Maschinenblöcken ist beim Hauptblock keine statische Trennung vorhanden, sondern nur eine Arbeitsfuge, die allerdings so angelegt ist, daß sie statischen Fuge in der Einlaufdecke eine Kontaktstelle erzwungen, indem einzelne Flächen durch Fugenbänder abgeschlossen und dann ausgepreßt werden. Um die Größe dieser möglichen Übertragungskraft abschätzen zu können, wurde fiktiv mit einer Verdrehung des Einlaufblockes infolge Felsdeformationen gerechnet, und zwar mit zwei Rechengängen. Einmal wurde der Felsmodul unter Einlauf- und Hauptblodc gleich groß und einmal der unter dem Einlaufblock nur halb so groß angenommen. Die Übertragungskräfte wurden nach der Methode Vogt berechnet. Bei diesen Annahmen betrugen die maximalen Bodenpressungen unter dem Einlaufblock etwa 8 kg/cm2 und unter dem Hauptblock im ungünstigsten Lastfall 6,6 kg/cm2. Die biegesteife Verbindung zwischen dem Mittelund dem Auslaufblock wurde über eine stark verdübelte Fuge in den dicken senkrechten Scheiben des Auslaufblockes und durch eine kräftige Bewehrung in der Sohle (1 700 cm2 St 37) gegeben. Abb. 6. Krafthaus-Quersdinitt ein getrenntes Hochbetonieren erlaubt und die im Hochbauteil in eine echte statische Fuge übergeht, so daß wider Erwarten auftretende stärkere unterschiedliche Setzungen schlimmstenfalls zu einem unschädlichen öffnen der Arbeitsfugen führen können. Im Einlaufblock, der ja unabhängig steht, ist im Zwischenpfeiler keine trennende vertikale Arbeitsfuge. Der Einlaufblock ist ein fünfstieliger Rahmen über beide Maschinen. Durch die stark unterschiedlichen Trägheitsmomente der Stiele kann das System auf Halbrahmen und Balken reduziert werden. Die Sohlplatte ist durch eine Fuge von den Fundamenten der Scheiben getrennt, wodurch im Reparaturfall eine starke Rahmenbewehrung entfallen kann; dafür ist es notwendig, die Platten gegen „Aufschwimmen“ durch eine SW-Druckentlastung zu sichern (vgl. Abb. 6 und 8). Für den Arbeitsfortschritt hat dieses System ebenfalls Vorteile, weil die tragenden Scheiben rasch hochbetoniert werden können. Im Reparaturfall hat der Einlaufblock theoretisch nicht die gewünschten Standsicherheits- Reserven, darum wird mit der Vorstellung gerechnet, daß er sich an den Hauptblock „anlehnen“ kann. Damit dies ohne Bewegung geschehen könnte, wird in der Die Sohlplatten sind von den senkrechten Wandscheiben zur leichteren Beherrschung des SW-Druck- problems beim Auslauf wie beim Einlauf durch eine Fuge (ohne besondere Maßnahmen anbetoniert) getrennt; beim Einlauf entlastet zusätzlich ein Drainagesystem, das in den Hauptpumpensumpf mündet (vgl. Abb. 8), während beim Saugschlauchende nur die Sohlplatten in Würfelform schachbrettartig betoniert wurden. Im Mittelblock ist die Saugschlauchsohle mit dem Gehäuse verbunden und stark bewehrt. Saugsdilaudrkrümmerdecke: Zur Ermittlung des Spannungszustandes unter den verschiedenen Belastungen wurde die Decke in einen Trägerrost als statisches System aufgegliedert, wobei die Breite der Stäbe des Rostes so gewählt wurde, daß sie längs und quer die Decke vollständig (ohne Zwischenraum) ersetzen. Sämtliche Lasten wurden auf die Querträger (10 Stück) und von diesen auf die Längsträger (6 Stück parallel Auslaufadise) eingeleitet. Der Turbinenkegel wirkt als Ringträger, der im ow-seitigen Teil des Saugrohres fest eingespannt ist. Das statische Problem mit 43 Trägerrost-Schnittpunkten wurde mit einer elektronischen Rechenanlage gelöst. ÜZE • Jhg. 21 ■ Heft 5 197

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