Die Landesfürstlichen Urbare Nieder- und Oberösterreichs

Einleitung. XVII alte, freilich uiclit durchgehends ausgeführte Seitenzählung, die aber in einzelnen Vermerken doch bis gegen den Schluß reicht, beweisen, daß der alte Bestand noch vollständig erhalten ist. Diese Iis. geht solchem Umfange entsprechend auch ihrem Inhalt nach weit über 0 hinaus. Deutlich lassen sich drei Ilauptteile unter scheiden: 1. die ersten 15 Quaternionen (f. 1—109), welche ausschließlich ober- und niederösterreiehische Urbarien enthalten; 2. weitere 10 Quater nionen (f. 110—189), die das steirische Urbar aus der Zeit K. Ottokars ^ bieten, und endlich 3. die letzten 4 Quaternionen (f. 190—218 einschließlich der nicht foliierten leeren Schlußblätter sowie des am Deckel angeklebten Pergamentblattes). Anseheinend waren diese drei Teile ursprünglich nicht zu einem Bande vereint, da neben der durchlaufenden Quaternionenbezeichnung am Schluß blatte, die etwa ins 14. Jahrhundert zu setzen ist, eine auch bei den ersten 15 Quaternionen bemerkbare ältere Bezeichnung (vom Ende des 13. Jahr hunderts etwa) am Anfangsblatte eben bei dem 16. Quaternio neu mit I einsetzt und genau bis zum Schlüsse dieses steirisehen Urbares fortlauft. Bei den letzten vier Quaternionen ist dieselbe nicht mehr vorhanden. Auch der Schriftbefund spricht durchaus für diese Annahme. Die beiden ersten Teile rühren vermutlich ganz von einer und derselben Hand her. Ein Zweifel könnte nur bei Beginn des 8. Quaternio bestehen (unten im Text S. 139), da hier die Schrift etwas kleiner wird und auch die Tinte eine weniger dunkle Farbe aufweist. Doch kann mit ßttcksicht auf ge wisse charakteristische Merkmale im Schriftzuge, von welchen ich hier nur die Form des L und S, sowie die Vorliebe für Zäbnung der Buchstaben am Beginne der Zeile (z. B. hervorhebe, auch da auf die gleiche Hand geschlossen werden. Sie bietet eine schöne und deutliehe Bttcherminuskel des 13. Jahrhunderts,^ welche sich stärkerer Kürzungen im allgemeinen enthält und solche nur für die Münz- und Maßwerte (ebenso wie bei 0) verwendet. Diese Schrift ist größer und breiter gehalten als jene in 0, die einzelnen Zeilen der in einer Kolumne über die ganze Seite sich er streckenden Eintragungen treten auch weiter auseinander, so daß das Schriftbild im ganzen weniger gedrängt erscheint als dort (in 0). Die Ober- und Unterschäfte der einzelnen Buchstaben sind auch hier bereits kurz und die Brechung der Schäfte schon ersichtlich. Damit wie in ein zelnen charakteristischen Buchstabenformen scheint der Übergang zur Schrift des 14. Jahrhunderts bereits angedeutet. Dem Sehriftcharakter nach können diese Eintragungen aber jedenfalls noch an das Ende des 13. Jahrhunderts gesetzt werden. Rubrikate finden sich hier überhaupt nicht, die Über schriften sind von derselben Hand und Tinte geschrieben wie der Text 'Gedruckt bei Rauch, SS. rer. Austr. 2, 114 flf. 'Eine Schriftprobe bei Lampel, MG.Dchr. III. 2, 696/697. Österreichische Urbare I. 1.

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