Das Eisenwesen in Innerberg-Eisenerz bis zur Gründung der Innerberger Hauptgewerkschaft im Jahre 1625

570 schmiede, Sensenarbeiter, Hufschmiede, Schlosser, Ahl- und Bohrerschmiede Handwerksordnungen.1 Die Sensenfabrication Waidhofens war im Mittelalter viel bedeutender als die Steyrs. Am Ende des 15. Jahrhunderts zählte man in Waidhofen 60 Klingenschmied- und 100 Messerermeister, 10 Nagelschmiede, 10 Sensengewerke mit mehr als 100 Knechten, 25 Werkstätten der Löt- und gewöhnlichen Schlosser, 26 Zirkelschmiede, 10 Ringund Panzerstricker, 16 Bohrerschmiede, 4 Nadel- und Drahtwerkstätten.3 Allein von einer Gattung, den Meissner Sensen, wurden 8000 Stück jährlich erzeugt Allerdings war damals die Industrie Waidhofens auf ihrem Höhepunkt angelangt. Die vollständige Verdrängung der Stadt vom Eisenverlag, die Zulassung nur eines einzigen welschen Hammerwerkes, die Einschränkung im Bezuge von Eisen und Stahl bei den Innerberger Hammerwerken sowie die ungünstige äussere und innere Lage der Stadt hatten einen starken Rückgang der Industrie zur Folge, wenn sich Waidhofen auch immer noch als Industrie centrum neben Steyr behauptete.5 Auch andere Orte des Ybbs¬ thales trieben Eisenindustrie, so erzeugte man in Ybbsitz be¬ Siehe oben S. 546, Anm. 1. 2 1386 November 30. Mauttarif für die Mautstätten an der Donau zwischen Ebelsberg und Sindelburg. „Wer segns fuert oder trägt von Waydhofen und andern enden, der geit von vier segenssen 1 S.“ a. a. O. 90. 1524 Processacten wegen Errichtung neuer welscher Hammerwerke in Waid¬ hofen. R. F. A. Fries, Die Eisenindustrie der Stadt Waidhofen an der Ybbs. Blätter für Landeskunde von Niederösterreich 1870, 210. Derselbe, Geschichte von Waidhofen 38. 1525. Acten über die Sensenausfuhr nach Freiberg. a. a. O. 5 1590 März 28. Die niederösterreichische Kammer berichtet über das Eisenwesen an Mathias und schlägt unter anderem vor, die Stadt Waid¬ hofen in kaiserlichen Besitz zu bringen, ,bewust, dass die stadt und herr¬ schaft Waydhofen gleich mitten des eysenwesens in Osterreich ligt und durch die irrung, so zwischen stadt und herrschaft schwebt, die stadt nahe am untergang steht, was aber dem kammergut schaden thut, da dise stadt ein zimbliche mannschaft underhalten und an zoll, mäuth, ungeld etc. viel nutzen getragen hett. R. F. A. F. 18316. 1625. Der Rath von Waidhofen reicht seine Beschwerden betreffs des Eisenwesens bei der Haupteisencommission ein und klagt, viel hundert Schmiede hätten wegen des hohen Eisenpreises zugrunde gehen müssen. 1625 Au¬ gust 8. Der Eisenohmann Christoph Aggermann berichtet über das Ver¬ langen der Eisengesellschaft und der Stadt Steyr um die Erlaubnis, et¬ liche 100 Centner Scharsachstahl an Waidhofener Bürger zu verhandeln,

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