75 Jahre Steyr-Werke

"A§fchr-ißri«g des Werndl - Holub’schen Hinterladungs - Gewehres. ----------------------- Gegenstand des Privilegiums ist ein Hinterladungsgewehr mit einem cilindrischen Verschlüsse, welcher um eine mit dem Laufe parallel laufende Achse drehbar und auf seiner Querschnittsfluche mit einer schiefen Ebene versehen ist. Die beiliegende Zeichnung zeigt die Weise der Ausführung des Systems, welche wir gegenwärtig in Anwendung haben. Es versteht sich jedoch von selbst, dass das gleiche von uns erfundene System noch auf verschiedene andere Weise bei Gewehren, Carabinern, Pistolen Le. angewendet werden kann, ohne seine Natur zu verändern. Abgesehen davon, dass dem Laufe und dem Verschlusscilinder eine andere Form gegeben werden kann, dass dieselben nicht aus einem, sondern auch aus zwei Stücken bestehen können, kann auch der Hebel oder Knopf zum Umdrehen des Verschlusscilindcrs auf diesem selbst oder rückwärts an der Cilinderachse angebracht werden. Das Schloss kann eine beliebige andere Fäyon haben, und auch .nach der Weise der gewöhnlichen Revolverschlösser in die Mitte des Schaftes gelegt werden, wobei dem Zündstisten selbstverständlich eine entsprechend andere Stellung zu geben ist. Die schiefe Ebene an dem Cilinder und an der Platte, welche wir an dem gezeichneten Gewehre dazu angebracht haben, um den Ersteren möglichst fest au den Lauf, resp. gegen die Patronenhülse zu drücken, kann auch dadurch ersetzt werden, dass die Mantelfläche des Verschlusscilindcrs mit einem Gewinde versehen werde, mit dem ein Gewinde in der Verschlusskammcr correspondirt, wonach sich der Cilinder in der Kammer wie eine Schraube in der Mutter bewegt. Wenn das vorstehende Gewehr zu seinem Gebrauche Patronen mit Metallhülsen voraussetzt, so kann es nichts desto weniger auch auf irgend welche andere Patronen eingerichtet werden, deren Umhüllung Festigkeit genug bietet, um den nach rückwärts ausströmenden Gasen einen genügenden Widerstand zu leisten. Alle diese Veränderungen berühren die Natur unserer Erfindung nicht, und behalten wir uns vor, solche in genannter, wie auch in allen sonst noch möglichen Formen in Anwendung zu bringen. Zeichnung I stellt die Seitenansicht der sichtbaren und unsichtbaren Bestandtheile des Gewehres in zusammengesetztem Zustande dar. Zeichnung II stellt den mittleren Theil des Gewehres in den sichtbaren Conturen dar, und zwar: a a a a den unteren Theil des Laufes, woran, wie mit bbbb bezeichnet, eine Verlängerung angebracht, siehe auch Fig. VI, worin sich das Schlußstück — in seinem oberen Theile sichtbar unter cccc — bewegt. Genannte Verlängerung besteht aus einer rund ausgehöhlten Kammer. Zeichnung III in seiner Lage bei geöffnetem Gewehre stellt den Längenschnitt mit Darstellung der Achse K dar, welche durch den Vcrschlusscilindcr durchgeht und einerseits einen Stützpunkt in dem Laufe unterhalb des Bohrloches findet, anderseits durch die Vorstcckplattc C siehe Fig. III, XII und XIII durchgeht. Aus Figur III, V und IX ist ersichtlich, dass dieser Cilinder von einer Seite eine Vertiefung hat dd. Um das Gewehr zu laden, wird der Heber e nach oben hin gedreht, und stellt sich alsdann die Vertiefung d, siehe Fig. HI, derart vor den Lauf, dass sie das Bohrloch bioslegt und cs möglich macht, die Patrone darin einzu­ führen. Nachdem dieses geschehen, wird Hem Cilinder mittelst Rückführung des Hebers o in der Lage», die er in Zeichnung I, II und IV einnimmt, seine frühere Stellung wiedergegeben und das Gewehr findet sich mit der Patrone fertig geladen. Dadurch, dass in dem hinteren Ende des Cilinders ein Schraubengang m angebracht, siehe Fig. X und XI, welcher gegen eine Gleiche a in der Vorsteckplatte, siehe Fig. XII und XIII, bei letzterer unsichtbar, gedrückt ist, wird durch genannte Umdrehung zum Verschließen der Ladung bewirkt, dass der Cilinder dem Laufe noch etwas mehr zugeschoben und die Patrone so fest wie immer möglich darin gedrückt und verschlossen werde. — Als Ladung wird eine Patrone mit Umhüllung von Kupfer angenommen, in Form wie die bekannten Salon -Zündhütchen, d. h. mit einem Rande, welcher verhindert, dass sie durch den Lauf durchfallen kann, siehe Fig. XVIII. In dem Boden der Patrone n, sei es nun in der Mitte oder in dem genannten Rande, befindet sich der Zündstoff. Die Explosion, resp. die Entladung des Gewehres wird nun herbeigeführt vermittelst des Aufschlagens des Hahnes gegen einen Stift, siehe Fig. XVI, welcher diesen Schlag auf den Zündstoff überträgt. Belegter Zündstift, in f anfangend, siehe Fig. I und IV, läuft durch den Cilinder. Zum Auswerfen der Patrone ist eine Vorrichtung angebracht, derart, dass ein Winkelhebel mit verstellten Hebelsarmen in das untere Ende des Laufes, d. h. wo die Patrone eingeschoben wird, so eingelegt ist, dass der Rand der Patrone sich auf dieselbe anlegt Dieser Winkelhebel ist eingelagert in der hinteren Stirnfläche des Laufes, siehe J in Fig. VI und VII. Die an der Mantelfläche des Cilinders befindliche Nuth, siehe g, Fig. IX und X besitzt eine radiale Endfläche o, welche nach mehr zu vollendeter Oeffnungs-Bewegung des Verschlusscilinders auf den einen Hebelsarm h, siehe Fig. XIV und XV, stößt und somit in derselben Richtung den anderen Arm P aus seinem Lager herausdrückt und dadurch die ausgeschossene Hülse heraus­ schleudert. Selbstredend kann diese Vorrichtung zum Herausbringen der Hülse in verschiedener Weise abgeändert werden. * . brock dir M. Hsu'iohcn Erben ln Stcjv. ZSSIO. Die Patentschrift

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