75 Jahre Landeskrankenhaus Steyr 1916-1991

war am 20. Oktober 1958 ausgesprochen worden. Als W. Hofrat Primarius Dr. Reinhold Bauer am 31. Dezember 1981 sowohl von der Kinderstation als auch von der Funktion des ärztlichen Leiters Abschied nahm, konnte er auf e ine umfangreiche Bautätigkeit im Landeskrankenhaus Steyr und ein verdienstvolles Wirken für die erkrankten Kinder zurückblicken. Er starb am 25. Oktober 1990 und fand im Friedhof Gleink seine letzte Ruhestätte. Primarius DR. ROBERT PLOIER Der gegenwärtige Leiter der Kinderabteil ung des Landeskrankenhauses Steyr, Primarius Dr. Robert PIo i er, geboren 1937 in Linz, besuchte das StiftsgymnasiumWi lhering, wo er auch dieMatura ablegte, und absolvierte das Medizinstudi- ~ 40 um in Wien und Innsbruck, das er 1965 mit der Promotion abschloß. Seine Ausbi ldung zum Facharzt für Kinderhei lkunde erfuhr er am Landeskinderkrankenhaus Linz unter Hofrat Primarius Dr. H. Scholz, seine Facharztanerkennung erhielt er im Jahre 1972. In der Folge war er Oberarzt an der Internen- und Infektionsabtei lung bei Primarius Dr. W. Tulzer. 1979 wurde ihm der Dr. Fritz-Habig-Preisfür „Untersuchungen zur Pathogenese der ketotischen Hypog lykämie" durch die österreichische Gesellschaft für Kinderheilkunde verliehen . Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen belaufen sich mittlereweile auf dreißig Publikationen. Mit 1. Jänner 1982 erfolgte seine Berufung zum Le iter der Kinderabte ilung des Landeskrankenhauses Steyr. Über d ie Entwicklung der Kinderabteilung seit dem Jahre 1982 berichtet Primarius Dr. Robert Ploier: KINDERABTEILUNG SEIT 1982 Nach den Jahren des Aufbaues unter Hofrat. Dr. Bauer wurde ab 1982 das therapeuti sche und diagnostische Angebot wesent li ch erweitert : So fanden erstmals Kinder mit Leukämie und anderen Malignomen, die bisher in Wien oder Linz behandelt werden mußten, Aufnahme an der Kinderabteilung ebenso wie kindliche Diabetiker,die vorher an der In - ternen-Abteilung mitbetreut wurden. Auf dem Gebiet der pädiatrischen Gastroentero log ie ist erwähneswert, daß durch die Einführung der perora len Dünndarmsaugbiopsie die korrekte Diagnostik der Zoeliakie ermöglicht wurde, sodaß dzt. 25 Patienten mit dieser Erkrankung in ständiger Kontrol le und Betreuung der Kinderabteilung stehen. Als erste Kinderabteilung Österreichs führen wir seit 1987 in Zu sammenarbeit mit dem lnstitutfür Nuklearmedizin ein routinemäßiges Screen ing auf Mukoviszidose durch, wobei das Trypsin aus dem Nabelschnurblut Verwendung findet. Durch die Anschaffung e iner pH-Metrie-Sonde mit Registriergerät für 24 Stunden wurde das diagnostische Repertoire auf diesem Gebiet abgerundet. Auch die Frühgeburtensta ti on, früher eher a lsAdnexder Geburtsh ilflichen Abtei lung aufgefaßt, konnte durch die Anschaffung intensivmedizinischer Gerätschaften wie der transcutanen PO2 und Kinder brauchen, wenn sie im Krankenhaus liegen, besondere Zuwendung. Viele Jah - re hindurch hatten die kleinen Patienten, die kamen und gingen, in der Schwester Steffi eine liebevolle Betreuerin. PCO2-Messung und zuletzt eines Babylog 8000 zur Langzeitbeatmung zur neonatologischen lntensivabteilung umfunktioniert werden . Durch das Entgegenkommen des Spita lserha lterswar es möglich, ein eigenes Ultraschal lgerät für die Kinderabteilung zu bekommen, sodaß gewisse Überschneidungen mit der Geburtshilflichen Abteilung nunmehr umgangen werden können. Es sei in diesem Zusammenhang erwähnt, daß beispielsweise im Jahre 1990 2553 Hüftsonographien und daneben 612 Schädelsonograph ien von den Ärzten der Kinderabteilung vorgenommen werden . Sei t 1989 werden von einem speziell geschu lten Mitarbeiter der Kinderabteilung auch echocardiographische Untersuchungen durchgeführt, deren Gesamtzahl 1990 bereits 269 betrug. Diese und zahlreiche andere Aktivi täten wurden und werden von den Eltern unserer Patienten durchaus gewürdigt. Dies schlägt sich unter anderem in e iner Zunahme der stationären Aufnahmen nieder, die trotz fallender Geburtenzahlen von 1646 Aufnahmen im Jahr 1981 auf 3079 im Jahr 1990 anstiegen (siehe Graphik). Auch die Zah l der ambulanten Untersuchungen und Behand lungen hat bis auf über 4800 im Jahr 1990 zugenommen, während es vor 1982 keinen nennenswerten Ambulanzbetrieb gab. Die Personalsituation auf dem ärztlichen Sektor hat sich wesentli ch gebessert. während der Abteilungsleiter 1982 alleine, nur unterstützt von einem Ausbildungsassistenten und einigen Turnusärzten d ie Arbeit zu bewä ltigen hatte, sind heute neben dem Primararzt zwei Fachärzte für Kinderheilkunde, zwei praktische Ärzte in Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde und sieben Turnusärzte an der Kinderabteilung beschäftigt. Daneben arbeiten 41 Diplomkrankenschwestern (davon acht Te il zeitkräfte), acht Sanitätshi lfsdienste und 11 Krankenpflegeschülerinnen und Schüler für unsere kleinen Patienten .Außerdem sind zwei Kindergärtnerinnen und eine Lehrerin an der Kinderabteilung tätig. Vom Institut für physikalische Medizin sind uns freundlicherweise ständig zwei Physikotherapeutinnen mit Bobath- bzw. VojtaAusbildung zugeteilt. Als äußerst schwieriges, räumliches Prob lem hat sich in den letzten Jahren die von uns stets p ropagierte Mitaufnahme von Beg leitpersonal herauskristallisiert. So stieg die Zahl der mitaufgenommenen Mütter (bzw. Väter) vom Jahr 1985 bis zum Jahr 1990 von 82 auf 596 (siehe Graphik) . Dieser Massenansturm ist bei der schon primär bestehenden räuml ichen Beengtheit nicht mehr zu bewä ltigen, sodaß der Gedanke an einen Neubau der Kinderabteilung , wie er im Projekt „Landeskrankenhaus Steyr 2000" aufscheint, nicht ganz abwegig sein dürfte.

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