60 Jahre Rotary Club Steyr 1929-1989

--------•-------- Anton Bruckner und Steyr Es mag sein, daß die innige Zuneigung Anton Bruck- ners zu Steyr und seiner Umgebung auf die Abstam- mung seiner Vorfahren mütterlicherseits aus dieser Gegend zurückzuführen ist. So wurde seine Mutter in Neuzeug geboren und ist in Wolfern aufgewachsen. Sicher war auch die berühmte Chrismannorgel der Stadtpfarrkirche Anziehungspunkt des unvergleichli- chen Meisters auf diesem Instrument gewesen. Wäh- rend seiner Zeit als Schulgehilfe in Kronstorf (1843 bis 1845) wanderte er gerne zur nicht weit entfernten Stadt, die ihm in späteren Jahren sehr viel bedeutet hat. Bruckners Daheim war und blieb immer St. Florian. Am 4. September 1824 in Ansfelden geboren, nahm ihn, nach dem frühen Tod seines Vaters, das Stift als Sängerknaben auf . Man erkannte seine außergewöhn- liche Begabung und unterwies ihn an der Orgel und in Musiktheorie. Hier erfolgte auch die Ausbildung Bruc;kners für den Lehrberuf. Bereits mit 17 Jahren bestand erglänzend die Prüfung zum Schulgehilfen. Er blieb dem Stift zeitlebens verbunden und wurde auch dort , seinem Wunsche entsprechend, unter der Orgel, die seinen Namen trägt, beigesetzt. Sein Zufluchtsort vor einer Umwelt, die ihn oft nicht verstand, blieb Steyr. Nur am Rande seien hier neben seiner Tätigkeit als Organist in St. Florian sein musikalisches Wirken und sein Aufstieg in Linz, vor allem in Wien erwähnt. 1868 wurde er Professor am Konservatorium in Wien, und 1891 erfolgte die Verleihung des Ehrendoktorates. Doch verfolgen wir Bruckners Wege in Steyr weiter: Pfarrer Knauer von Kronstorf erwirkte, als Bruckner dort Schulgehilfe war, die Erlaubnis des Stadtpfarrers Plersch zum Spiel auf der Chrismann-Orgel. Die Bewunderung für das Genie Bruckner war nachhaltig. Bruckner fand Freunde, die in späteren Jahren für ihn entscheidend waren, so den Schulgehilfen Georg Pointner in Gleink, der 1879 zum Bürgermeister der Stadt Steyr aufstieg. Mit ihm verband ihn ein überaus herzliches Verhältnis, und man traf sich oft in dessen gastlichem Hause. Im Stadtpfarrhof war Bruckner immer ein gern gesehe- ner Gast und er wohnte dort während seiner vielen

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