50 Jahre Freiwillige städtische Feuerwehr der l. f. Stadt Steyr 1864-1914

und 12 verluchte Transporte, bei welch letzteren die Sanitätsabteilung ausgerückt, die Ausführung des Transportes jedoch unterblieb. Für die Transporte wurde die Summe von 2405·75 Kronen vereinnahmt, welcher die Bespannungskoften und sonitigen Auslagen im Betrage von 2281·90 Kronen gegenüberstehen, sodaß sich ein Reinertrag von 121·85 Kronen ergibt, der nur einen ganz geringen Teil der Deckung der stets größer werdenden Koften für den Gesamtbetrieb bildet. Am 10. Mai wurde die faufendfte Ausrückung erreicht, aus welchem Anlasse die hieligen Zeitungen der Sanitätsabteilung und ihrer ersprießlichen Tätigkeit ehrende Worte widmeten. Die Herren Korpsärzte k. k. Sanitätsrat Prim. Dr. Viktor Klotz und k. k. Ober¬ bezirksarzt Dr. Ulrich Furrer unterstützten stets bereitwilligst die Sanitätsabteilung, mit Rat und Tat ftanden sie dieser humanitären Einrichtung jederzeit zur Seite und in der Ausbildung der Mannschaft haben lich diese beiden Herren unvergängliche Verdienste erworben. Nebst den vielen Leistungen, die im Laufe der 50 Jahre unsere Wehr zum Nutzen der Mitmenschen vollbrachte, nahm lie auch in gesellschaftlicher Hinsicht stets den ersten Rang ein. Alle ihre Ver¬ anstaltungen zeigten durch kolossalen Beluch die Sympathien, welche die Wehr in der Bevölkerung genießt, am deutlichsten. Alljährlich vereinigte der Feuerwehrball eine frohe Schar Tanzlustiger und das Arrangement, welches ftets in bewährten Händen sich befand, fand immer ungeteilten Beifall. Bei den vielen Feltlichkeiten anderer Vereine und Korporationen war unsere Wehr am Platze, ihren Gemein¬ linn und ihre Freundschaft bekundend. Es soll aber nicht zum Schlusse dieses Berichtes geschritten werden, bevor nicht einige Mahnworte an die Bevölkerung unserer Stadt erfolgt find. Freiwillige Löschkorps haben sich stets bestens bewährt. Bei allen Bränden, zu denen sie ausgerückt, haben ihre Wehrmänner Opfermut und Bravour an den Tag gelegt. Zumeist waren es die älteren, wackeren Wehrmänner, welche mit großer Begeisterung diesem freiwilligen Dienste nachgingen und die manch jungen Mann als Beilpiel dienen mögen. Denn es ist leider eine alte Tatfache, daß der Zuwachs von jüngeren Kräften ein recht spärlicher ist, die Jugend will sonderbarer Weile vom freiwilligen Löschdienste nichts wissen und enthält sich faft vollkommen dem so gemeinnützigen Institute. Warum dies so ist — die Gründe sind sehr verschieden. Der eine glaubt, weil er studiert hat oder aus bemitteltem Hause ist, wäre es nicht passend, neben dem Handwerker und Arbeiter zu stehen, dabei vergessend, daß es auch eine Pflicht gibt, die über 56

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