Geschichte des katholischen Frauen-Vereins in Steyr

3 würde seine anerkannte Verdienstlichkeit um das Wohl der Mitmenschen vor Gott und der Welt bedeutend vermehren, wenn er sich dem von dem patrioti¬ schen Frauenvereine in Linz und ähnlichen Vereinen in anderen Städten über¬ nommenen Berufe unterziehen, und zur versönlichen Sammlung und Empfang¬ nahme von Beiträgen an den zur Heilung und Linderung der Schmerzen auf dem Felde verwundeter Krieger nöthigen Charpien und Verbandstücken aller Art oder an Geld zu ihrer Unterstützung sich bereit erklären würde. Die Abfuhr der Sammlungserfolge hätte an einen der Unterzeichneten zu geschehen, von wo sie dann weiter an den Ort ihrer Bestimmung werden befördert werden. Mit dem Wunsche, es möchte diese Aufforderung ein williges Gehör finden, empfehlen wir diese Angelegenheit dem Segen Gottes und der schon so oft bewährten Opferwilligkeit des Vereines. Steyr, den 22. Juni 1866. Pöltl, Bürgermeister. Dr. Kaim, k. k. Statth.-Rath, Der katholische Frauenverein hat sich mit größter Bereit¬ willigkeit, wie es sich nicht anders erwarten ließ, an diesem behörd¬ lich angeregten patriotischen Werke betheiligt. Es ward hiefür im beifolgenden Schreiben dem Vereine der Dank und die Anerkennung der hohen Regierung zu Theil. Nr. 52 Präs. An die löbliche Vorstehung des hiesigen katholischen Frauenvereines. In Folge der vom hohen k. k. Statthalterei=Präsidium erhaltenen Er¬ mächtigung beeile ich mich, dem wohlthätigen katholischen Frauenvereine hier für seine bei Einsammlung und Einsendung von ergiebigen Spenden zum Ge¬ brauche bei Verpflegung der im letzten Kriege verwundeten oder erkrankten Krieger an den Tag gelegte Thätigkeit und Umsicht den wohlverdienten Dank und die Anerkennung der hohen Regierung auszusprechen. Vom k. k. Bezirksamte Steyr, am 2. Jänner 1867. Der k. k. Statthaltereirath: Kaim. Daß der katholische Frauenverein auch in kirchlicher Beziehung sei¬ nem katholischen Charakter zu jeder Zeit treu geblieben ist, zeigt folgende, am 8. Dezember 1867 dem Hochwürdigsten Herrn Diozesanbischofe ab¬ gesendete und mit 513 Unterschriften bedeckte Ergebenheits=Adresse: Euer Bischöfliche Gnaden, Hochwürdigster, Hochwohlgeborner Herr! Die Frauen des katholischen Frauenvereines von Steyr folgen dem Drange ihres Herzens, indem sie Euer bischöfliche Gnaden ihren Schmerz über die irreligiöse Richtung unserer Tage auszudrücken sich erlauben.

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