150 Jahre Steyr Mannlicher 1864-2014

150 JAHRE STEYR MANNLICHER

Mit 150 Jahren STEYR MANNLICHER blicken wir zurück auf 150 Jahre österreichische Industriegeschichte. Fußend auf der jahrhundertealten Tradition des Waffenbaus in Steyr gründete Josef Werndl 1864 ein Unternehmen, das der Grundstein für eine Vielzahl bedeutender HightechBetriebe unserer Gegenwart war und zur Heimat zahlreicher bedeutender Innovationen im Waffenbau wurde. Die Namen gebenden Konstrukteure, Ferdinand Ritter von Mann licher und Otto Schönauer, schufen mit dem MannlicherSchönauer gleichsam die Büchsen-Ikone des vergangenen Jahrhunderts und gaben den Weg vor, getreu Werndls Motto: ,,Höchste Qualität und Innovation" . Die Folgen waren weitere Entwicklungen von Weltruhm, die dazu geführt haben, dass STEYR MANNLICHER trotz aller Widrigkeiten der Geschichte seinem Ruf stets treu blieb , mit Neuentwicklungen auf höchstem technischen Niveau der Maßstab für eine gesamte Branche zu sein. Bis heute fühlen wir uns bei STEYR MANN LICHER dieser Tradition verbunden und blicken nicht nur auf eine große Vergangenheit zurück, sondern auch in eine vielversprechende Zukunft . Dr. Ernst Reichmayr Eigentümer r f

„Großes Privileg" für die Stadt Steyr Herzog Albrecht 1. bestätigt am 23. August 1287 die bereits bestehenden - : • Rechte für die Vermarktung und Verarbeitung des vom steirischen Erzberg kommenden Eisens . Damit verbunden ist das Stapelrecht für Eisen und Holz: Drei Tage haben die Steyrer Kaufleute das Recht, diese Rohstoffe vor dem Weitertransport zur Donau um einen geringeren Preis zu erwerben. Erste belegte Waffenproduktion Bereits 1367 ist in Steyr ein Harnischmacher belegt, 1373 eine Klingenschmiede in der Raming. Die Erzeugnisse der Messerer sind im gesamten süddeutschen Raum für ihre hohe Qualität bekannt. Im 15. Jahrhundert gilt Steyr neben Wien als die wohlhabendste Stadt Österreichs . 1595 wird von der „Gesel lschaft der Rohr- und Büchsenmacher" zur Versorgung des Wiener Zeughauses erstmalig die Herstellung von Feuerwaffen in Steyr versucht. Nach dem Niedergang 1287 Steyr erhält das ,,Große Privileg" von Steyr infolge der Gegenreformation wird 1633 neuerlich mit der Erzeugung von Feuerwaffen in Unterhimmel in der Nähe von Steyr begonnen. Erste Feuerwaffe Europas Das Konzept der mit Schwarzpu lver betriebenen und mit Eisenpfeilen schießenden Pfeilbüchse kommt über die Handelswege Arabiens nach Europa und ist Vorbild für die anfänglich verwendeten Vasengeschütze. 1331 Pot de Fer 1367 Waffenproduktion in Steyr erstmals urkundlich erwähnt

Steyr wird zur „Stahl-Metropole" Bereits 1401 gibt es eine Zeche (Vereinigung) der Schmiede und der Zunftbrief der Messerer aus dem Jahre 1406 gehört zu den ältesten Österreichs. 1516 wird die „Gesellschaft des gestreckten Stahls" gegründet, die den Normalstahl in Hammerwerken zu hochwertigen Stahlsorten verarbeiten lässt. Neben den Handelsbeziehungen zu Deutschland und Osteuropa wird besonders jene zu Venedig wichtig. Steyr unterhält , wie auch acht deutsche Städte, ein Handelskontor in der Lagunenstadt. Erster Konzern Österreichs Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage des gesamten Eisenwesens wird im August 1625 die „lnnerberger Hauptgewerkschaft" gegründet. Alle Rad- und Hammerherren schl ießen sich in der „Steyrer Eisenhandlungskompanie" zu einem auf Gewinn ausgerichteten Verlagsbetrieb zusammen. Dieser erste österreichische „Großkonzern" sol l bis zur Gründung der Österreichisch-Alpine Montangesellschaftt 1881 Bestand haben. luntenschloss Das Luntensch loss ist die erste mechanische Vorr ichtung zum Entzünden der Pulverladung. Die auf einen geschwungenen Hebel geklemmte, glimmende Lunte wird mittels des Abzugs in das Zündpulver gedreht. Radschloss Ein Feuerstein drückt gegen ein geripptes Rad, welches gegen Federdruck aufgezogen wird. BeimAbziehen erzeugt das sich drehende Rad die Zündfunken. Dieser komplizierte Mechanismus wi rd nur bei Kavalleriepistolen oder wertvollen Gewehren verwendet und kann nur von sehr guten Büchsenmachern gefertigt werden. 1450 ab1516 1595 1625 Erfindung des Luntenschlosses ca. 1500 Erfindung des Radschlosses Gesellschaft des Erste Feuerwaffengestreckten Stahls in Steyr produktion in Steyr Gründung lnnerberger Hauptgewerkschaft

1 k.k. Feuergewehr-FabriksLokaldirektion Bereits 1640 wird vertraglich die Lieferung von mindestens 2.000 Musketen an das Wiener Hofzeughaus festgelegt. Die den Steyrer Ratsherren gehörenden Fertigungsstätten liefern zwischen 1677 und 1680 auch an das Grazer Zeughaus 10.000 Musketen, 12.000 Doppelhaken, 2.500 Pistolen und 2.500 Karabiner samt Zubehör. Französisches Steinschloss Das französische Steinschloss ist eine Weiterentwicklung des Schnapp- .,,- hahnschlosses und vereint den Pfannendeckel mit der Reibfläche des Feuersteins. Wenn der Hahn mit dem Feuerstein gegen den L-förmigen Bauteil schlägt fliegen die Funken in die Pulverladung und zünden diese. Ab 1708 gehen die Absätze stark zurück. Der Wiener „Armatur-Gewehr-Inspektor" Anton Pentzeneder beginnt 1726 auf eigene Kosten mit der Einrichtung einer Waffenproduktion in Steyr. ca. 1650 Französisches Steinschloss 1786 k.k. Feuergewehr-FabriksLocal-Direktion Perkussionszündung 1807 erhält der Schotte Forsyth das Patent auf Knallquecksilber. Dieses Zündmittel , in einer kleinen Kupferkapsel enthalten, wird auf das Piston gesteckt und durch einen Sch lag gezündet. 1730 erweitert er den Betrieb in Steyr durch den Aufkauf der Lieferkontrakte anderer Unternehmer. Damit werden die Steyrer Waffenerzeuger zu reinen Zulieferbetrieben der Wiener Zentrale. 1786 verkauft sein Sohn Anton alle Manufakturbetriebe an den Staat. Kaiser Josef II. gründet im selben Jahr in Steyr eine sechsjährige Schule für das Büchsenmacherhandwerk. Leopold Werndl, der Vater Josef Werndls Leopold stammt aus der alteingesessenen Steyrer Werkzeugmacherfamilie Werndl und gründet 1821 ein Unternehmen ausschließlich zur Herstellung von Waffenbestandteilen mit 400 bis 500 Beschäftigten. 1807 Erfindung der Perkussionszündung

Josef Werndl, der Industriepionier Josef Werndl wird am 26. Februar 1831 in Steyr-Vorstadt als zweites von 16 Kindern geboren. Josef Werndl wird zum Büchsenmacher ausgebildet und arbeitet bei Fruwirth in Wien und in der Prager Waffenfabrik. Er leistet 1849 den Mi litärdienst in der Gewehrfabrik in Wien Währing ab, wo er erstmals mit amerikanischen Maschinen in Kontakt kommt. 1852 geht er nach Thüringen und von dort in die USA zu Remington und Colt. Sein Vater stirbt 1855 an Cholera. Daraufhin muss Josef Werndl im Dezember 1856 die technische Leitung des Betriebs übernehmen. Im selben Jahr heiratet er Karoline 1821 Leopold Werndl gründet Waffenfabrik in Steyr Antonia Heindl. Aus dieser Verbindung entstammen vier Kinder. Am 16. April 1864 gründet er dann mit seinem Bruder die „Josef & Franz Werndl & Company, Waffenfabrik und Sägemühle in Oberletten". Josef Werndl wird am 1. August 1869 in dem zur Aktiengesellschaft umgewandelten Betrieb, der „Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft" (CEWG), Generaldirektor. Josef Werndl stirbt am 29. April 1889 in Steyr mit 58 Jahren und wird in Steyr begraben. 1831 1855 1864 Josef Werndl wird geboren Erste Zentral - feuerpatrone Firmengründung durch Josef Werndl

Amerikanischer Bürgerkrieg 1861-65 Der Großteil der Infanterie ist noch mit Vorderladergewehren (Perkussionsgewehren verschiedener Typen) ausgerüstet. Die Kavallerie ist dagegen bereits mit Hinterladern ausgerüstet und zurn Teil sogar schon mit Mehrladergewehren. Warum diese Entwicklung nur zögerlich vonstatten geht, hängt damit zusammen, dass die ersten Hinterlader und Mehrlader bei wei tem nicht die Wirkung der Perkussionsgewehre erreichen, die zu dieser Zeit auf ihrem Höhepunkt angelangt waren. Trotzdem: Das Zeitalter der Vorderlader ist Geschichte. Die waffentechn ischen Erkenntnisse des Amerikanischen Bürgerkrieges beeinflussen nachhaltig die wehrtechnische Entwicklung auf der ganzen Welt. Schlacht bei Königgrätz 1866 Der dramatische Ausgang dieser Schlacht, die eine völlige polit ische Neuordnung in Europa zur Folge hat, ist bis heute Gegenstand von Diskussionen. Es ist unbestritten, dass, neben anderen Ursachen, das Zündnadelgewehr der Preußen einen entscheidenden Anteil am Sieg seiner Truppen hat. Die Einführung eines Hinterladergewehrs in Österreich muss also schnellstens in Angriff genommen werden und schon 1867 erhält Josef Werndl aus Steyr den Zuschlag zur Lieferung des neuen Standardgewehrs der österreichischen Armeen, des Wernd l-Holub'schen Hinterladergewehrs mit Wellenverschluss Modell 1867. Werndl-Holub'sches Hinterladergewehr Modell 1867 Das von Josef Werndl und Karl Holub entwickelte Hinterladergewehr verriegelt die 11 mm Zentralfeuerpatrone mittels einer drehbaren Walze. Es wird in zwei verschiedenen Patronen längen, als lnfanteri egewehr, Karabiner und Extra Corps Gewehr erzeugt und ist nach der Umänderung auf die stärkere Patrone M. 77 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs im Einsatz. 1867 Werndl-Holub'scher Hinterlader wird Standardgewehr der österreichischen Armeen

österreichische Waffenfabriksgesellschaft Um den Auftrag zur Lieferung des Wernd l-Holub'schen Hinterladergewehrs termingerecht erfüllen zu können, sind große Investitionen notwendig. Gleichzeitig forderten Wernd ls Geldgeber zusätzliche Provisionen . Um diese finanziellen Probleme zu lösen, wandelt Josef Werndl mit Hilfe der Österreichischen Bodencreditanstalt das Unternehmen am 1. August 1869 in eine Aktiengesellschaft, die Österreichische Waffenfabriksgesellschaft CE.WG, um. Josef Werndl wird Hauptaktionär und Generaldirektor. Die CE.WG besteht bis 1926 und entwickelt sich zum weltweit größten Waffenhersteller. Österreichische Waffenfabriksgesellschaft CEWG Objekt 4 Gsangfabrik 1869 Elektrische Ausstellung Um die dauernd wechselnde Auftragslage im Waffengeschäft auszugleichen, engagiert sich Josef Werndl ab 1880 auf einem neuen Industriegebiet , der Elektrotechnik. Zu diesem Zweck versammelt Werndl um sich die führenden Techniker aus diesem Bereich , z.B. Schuckert aus Nürnberg und Dr. Puluj aus Budapest. Trotz der großen Widerstände seitens des Verwaltungsrates gel ingt es Wernd l, eine elektrische Abtei lung in Steyr einzurichten . Höhepunkt der Bemühungen ist die „Elektrische Landes-, Industrie- und Forst-Ausstellung in Stadt Steyr" 1884, die vierte ihrer Art weltweit. Während der Ausstellung werden Straßen und Gassen elektrisch beleuchtet - die Stadt Steyr ist die erste europäische Stadt mit elektrischer Straßenbeleuchtung. 1873 1884 Gründung der Österreichischen Waffenfabri ksgesellschaft <EWG Auftrag über 240.000 Gewehre für die Königlich Preußische Heeresverwaltung Steyr ist die erste europäische Stadt mit elektrischer Beleuchtung

1885 Einführung erster Geradezugrepetierer M. 85 Repetiergewehr M. 85 Repeliergewehr M. 86 Repetiergewehr M. 88/90 Repetiergewehr M. 90 Repetiergewehr M. 95 Repetierstutzen M. 95 1886 Erstes Jagdgewehrs mit Geradezug M. 86 Geradezugrepetierer In Österreich-Ungarn werden Repetiergewehre mit dem überlegenen Mannlicher Geradezug Verschluss System eingeführt. Ein spezielles Merkmal ist der Gebrauch von Patronenmagazinen, mit deren Hilfe man fünf (oder mehr) Patronen schnell mit einem Handgriff laden kann. Dieses Paketladesystem wird auch in Deutschland , den Niederlanden, in Frankreich, Rumänien und Bulgarien eingeführt. Unterschiedliche Geradezug Verschluss Systeme von Mannlicher werden in den Gewehren der Modelle 1885, 1886, 1888, 1888/90, 1886/90, 1890 und 1895 verwendet. Repetierstutzen M. 86 Jagdausführung

Ferdinand Ritter von Mannlicher Ferdinand Mannlicher w ird am 30. Jänner 1848 in Mainz (Rheinland-Pfalz) als Sohn eines aus Brüx in Böhmen stammenden k.k. Militärbeamten geboren. Mannlicher studiert in Wien an der Technischen Hochschule Maschinenbau und arbeitet anschließend bei der k.k. privi legierten Nordbahngesell schaft. Nebenbei befasst er sich mit der Waffentechnik. 1886 wird sein Gewehr in der österreichischungarischen Armee eingeführt . Er arbeitet auch erfolgreich an Selbstladewaffen. Vor al lem sein Magazinsystem wird weltweit eingesetzt. Im Jahre 1900 erhält er auf der Weltausstellung in Paris für seine Kollektion von Waffen den höchsten Preis. Ferdinand Ritter von Mannlicher stirbt am 20. Jänner 1904 in Wien. Otto Schönauer wird am 27. Oktober 1844 als Sohn eines Nagelschmiedes in Reichraming in Oberösterreich geboren. Nach einer Lehre als Mechaniker und Tätigkeit in der von Friedrich Vetterli geleiteten Waffenfabrik der Schweizer Industriegesellschaft in Neuhausen lernt Schönauer während seines Militärdienstes Josef Werndl kennen . Schönauer tritt 1868 in die Österreichische Waffenfabriks-Gesel lschaft ein und steigt bis 1896, obwohl er nur eine Volksschu lausbi ldung hat, bis zum technischen Direktor auf. Das von ihm und Mannlicher entwickelte Gewehr kommt 1900 auf den Markt. Otto Schönauer st irbt am 17. September 1913 infolge von Überanstrengung bei der Löschung eines großen Brandes. Otto Schönauer 1891 1894 Produktion von 536.511 Gewehren Beginn der Fahrradproduktion

Exporte aus Steyr Aufgrund seiner sehr guten ausländischen Geschäftsverbindungen gelingt es Josef Werndl , zahlreiche Aufträge nach Steyr zu holen. 1873 erhält er vom Königlich Preußischen Kriegsministerium Aufträge über die Lieferung von 240.000 Stück Mauser-Gewehren, Modell M.71 , die auf 500.000 Stück erhöht wurden. Andere Länder bestel len ebenfalls Waffen unterschiedlichster Bauart in großer Stückzahl. Während der Hauptproduktionszeit fertigten 6.000 Arbeiter 8.000 Gewehre pro Woche. Gewehre aus Steyr werden in folgende Länder exportiert: Argentinien Bulgarien Brasi lien Chi le China Deutschland Frankreich Griechenland 1903 Einführung Original Mannlicher-Schönauer Irland Japan Kolumbien Montenegro Mexiko Niederlande Norwegen Paraguay Portugal Persien Peru Rumänien Serbien Siam Südafrika 1907 Maschinengewehr Schwarzlose Pistole M. 07 11 mm Gewehr Modell 1871 Deutschland 11 mm französisches Gewehr Modell 1874 Griechenland 8 mm Gewehr Modell 1885 Portugal 8 mm Repetiergewehr Modell 1895 Bulgarien 6,5 mm Gewehr Modell 1903 Gri echenland 7 mm Karabiner Modell 191 2 Kolumbien 7 mm Repetiergewehr Modell 1912 Mexico 7 mm Repetiergewehr Modell 1912 Chi le

Original Mannlicher-Schönauer Mit der Produktion des 6,5 mm Original Mannlicher-Schönauer Repetier-Jagdstutzens , Modell 1903, gelingt der CE.WG der große Wurf. Der Original Mannlicher-Schönauer Jagdstutzen ist eine Repetierwaffe mit Zylinderverschluss, die Patronenzuführung erfolgt durch ein trommelförmiges Magazin. Er wird in verschiedenen Kalibern, mit Einzüngelabzug, Stecherabzug und auch als zerlegbares „take-down model" angeboten. Nach der Wiederaufnahme der Waffenproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Modelle in allen gängigen Kalibern weltweit geliefert. Der Original Mannlicher-Schönauer Jagdstutzen wird mit diversen Veränderungen von 1903 bis 1973 in Steyr gebaut und ist heute noch vielfach im Gebrauch. 1912 Einführung Pistole M.12 1912-14 Neue Fabrik auf den Plattnergründen in Steyr Das Maschinengewehr Schwarzlose 1907 wird in Österreich-Ungarn das von Andreas Wi lhelm Schwarzlose aus Charlottenburg in Deutschland konstruierte Maschinengewehr eingeführt. Das Modell MG 1907 ist eine automatisch wirkende Feuerwaffe, hat eine Gurtzuführung und verschießt die österreichische StandardGewehrpatrone 8 x 50 R. Es hat einen wassergeküh lten Lauf und eine sehr langsame Kadenz von 300 Schuss pro Minute. 1912 wird eine verbesserte Version, das MG 1907/12, eingeführt. Von diesem Modell werden ca. 40.000 Stück für Österreich-Ungarn produziert. In anderen Kalibern wird dieses MG auch in viele Länder exportiert. Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges werden Nachfolgestaaten der Monarchie mit bereits produzierten Teilen für das MG 1907/12 beliefert. Auch in Italien wird dieses MG nach dem Krieg verwendet, da große Mengen an Beutewaffen vorhanden sind. Schließlich wird dieses MG auch noch während des zweiten Weltkrieges eingesetzt. 1915 Eröffnung des historischen Waffensaals 1916 Beginn der KFZ-Produktion

Automobilherstellung - die Produktion kommt ins Rollen Die Waffenproduktion zwischen den beiden Weltkriegen Auf Grund des Verbots der Waffenproduktion nach Das Verbot der Produktion von militärischen Wafdem Ende des Ersten Weltkrieges rüstet man die Produktionsstätten auf Automobilproduktion um. Hans Ledwinka ist der herausragende Konstrukteur. Beginnend mit dem „Waffenauto" Typ II von 1920 werden verschiedene Modelle von PKW und LKW (auch geländegängige Varianten) entwickelt und gebaut. Karl Jenschke gel ingt mit dem Typ 50 (später 55) eine seiner Zeit weit voraus liegende PKW-Entwicklung. 12/30 PS-Sechszyl inder 1925-29 1926 Umbenennung in Steyrer Werke AG 12/40 PS Sechszylinder 1924-25 fen nach dem Ersten Weltkrieg zwingt Österreich vorübergehend dazu, eine Kooperation mit der Schweizer Firma Solothurn und der deutschen Firma Rheinmetall einzugehen. Die Maschinenpistolen Modell 1930, Modell 1934 sind in verschiedenen Kalibern erhältlich und werden auch nach Griechenland und Portugal exportiert . In Österreich wurde sie sowohl beim Heer als auch bei der Exekutive eingeführt . MG30 Fast zur gleichen Zeit entwickelt Louis Stange ein leichtes Maschinengewehr für Einzel- oder Dauerfeuer. Die Munition wird aus einem seitlich angebrachten Stangenmagazin zugeführt. Pistole Modell 1934 (1909/34) Die Pistole Modell 1934 ist ein direkter Nachfolger der „Kipplaufpistole" von 1909 nach dem Patent von Pieper.

Reichswerke Hermann Göring Creditanstalt-Bankverein wird zwangsenteignet Nach dem Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche Reich wird die Creditanstalt-Bankverein gezwungen, ihre Industriebeteiligungen abzugeben, darunter auch die Steyr-Daimler-Puch AG. Diese wird aufgelöst, in die „Reichswerke Hermann Göring" eingegliedert und beliefert fortan die deutsche Wehrmacht mit Waffen, aber auch mit Fahrzeugen , Flugzeugmotoren und Kugellagern. Zwangsarbeiter für den Krieg In diesem, dem schwärzesten Kapitel der Firmengeschichte, kommen neben den ca. 30.000 Beschäftigten auch Gefangene aus dem KZ Mauthausen und dem später eigens errichteten, nahegelegenen KZ-Nebenlager Steyr-Münichholz zum Einsatz. Eine hohe Zahl an Häftlingen kommt durch mangelhafte Ernährung und die extremen Arbeitsbedingungen ums Leben. Am 5. Mai 1945 kann das Lager von amerikanischen Truppen befreit werden. Waffen für die deutsche Wehrmacht 7,9 mm (8x57 JS) Karabiner Modell 98k Code „bnz" Granatgewehr Modell 1939 9 mm Para Maschinenpistole Modell 1940 Code „bnz" 8 x 33 mm Sturmgewehr Modell 1944 9 mm Para PistoleModell 1935 System VIS Radom Ultimate Settlement Agreement Die Bank Austria-Creditanstalt schl ießt 2001 einen Vergleich, in dem auch allfäll ige Wiedergutmachungsverpflichtungen sämtlicher Industriebeteiligungen, wie z.B. der ehemaligen Steyr-Daimler-Puch A.G., abgegolten werden .

Neubeginn Nach der Einstellung der Waffenproduktion am Ende des Zweiten Wel tkrieges 1945 kann erst 1950 mit Zustimmung der Siegermächte wieder mit der Produktion von Jagdwaffen nach dem Mannlicher-Schönauer System begonnen werden . Das StG 58, eine Lizenzfertigung der belgischen Firma FN für das Österreichische Bundesheer, ist der Neubeginn der Militärwaffenprodukt ion. 1950 Wiederaufnahme der Produktion des Mannlicher-Schönauer Präzision für Jagd und Militär Ende der 1960er-Jahre werden zwei für den Waffenbau richtungsweisende Steyr Gewehre auf den Markt gebracht. Das STEYR SSG 69, das erste moderne, in Serie gefertigte Präzisionsgewehr mit Kunststoffschaft . 1970 verh ilft es einem österreichischem Offizier zum neuen Weltrekord für Scharfschützen. Das Steyr Mannlicher Jagdgewehr mit Kunststoffmagazin , kaltgehämmertem Lauf und neuartigem Verriegelungssystem wird ebenfal ls zu einem weltweiten Bestseller. 1958 Produktionsbeginn des StG 58

StG 77- eine Ikone wird geboren In den späten 1960er-Jahren binnt die Entwicklung eines völlig neuen Sturmgewehrs, des STEYR AUG. 1977 entscheidet das Österreichische Bundesheer, das ursprüngl iche AUG A1 als neues Sturmgewehr einzuführen. Dies führt zur Namensgebung StG 77. AUGA2 1969 Produktionsbeginn SSG 69, Steyr Mannlicher und MP 69 Bis heute ist das AUG in seinen zah llosen Varianten weltweit eines der erfolgreichsten Sturmgewehre. Durch seine unverwechselbare Formgebung findet es auch immer wieder den Weg auf die große Leinwand zahlreicher HollywoodProduktionen. AUGA3 1977 StG 77 und Steyr Mannlicher Luxus

Start der neuen Pistolen-Linie Mit der STEYR Pistole M1wird gleichsam das neue Jahrtausend begrüßt und die Tradition, innovative Produkte mit zukunftsorientiertem Design zu produzieren, hochgehalten . Neuer Standort Nach einer ersten Übersiedlung 1989 verlegt STEYR MANNLICHER 2004 den Firmensitz an seinen heut igen Standort im Ramingtal. 1989 STEYR MANNLICHER GesmbH Übersiedlung an wird selbstständig. neuen Standort Eleganz trifft Sicherheit Die jüngere Vergangenheit auf Unternehmensseite ist durch das Ende der Steyr-Daimler-Puch AG. und die daraus resu lt ierende Selbstständigkeit der STEYR MANNLICHER AG gekennzeichnet. Gleichzeitig besinnt man sich durch neue Produktentwicklungen auf seine alte Stärke. Mit Produkten, wie dem Classic, dem Luxus oder dem SM, 2®, gel ingt es immer wieder, innovative Produkte auf den Markt zu bringen, die durch ihre einzigartige Präzision und hohe Verarbeitungsqual ität einerseits und ihr zeitloses, elegantes Design auf der anderen Seite zu punkten wissen. Getreu seinem Motto „Innovation aus Tradition" blickt STEYR MANNLICHER nicht nur auf eine große Vergangenheit zurück, sondern auch in eine Erfolg versprechende Zukunft .. . 1996 Produktionsbeginn S.B.S.™ Safe Bolt System

S.B.S. TM - Sicherungssystem Mit dem S.B.S.™ (Safe Bolt System) läutet STEYR MANNLICHER eine neue Epoche im Bereich der Sicherheit bei Repetierbüchsen ein . Mit seinem zusätzlichen Sicherungsring sorgt STEYR MANNLICHER SM12® Mit seinem innovativen, leicht im Anschlag bedienbaren H.C.S.™ (Hand Cocking System) definiert STEYR MANNLICHER den Handspanner Sicher: entspannt 2000 Pistole Mkommt auf den Markt. das S.B.S.™ gemeinsam mit der ~~ MANNLICHER 2+1 Sicherung für Gewehre von herausragender Sicherheit. neu. Somit ist die SM12®das perfekte „Crossover Gewehr" , sowohl für die Jagd als auch für den Schießplatz. Feuerbereit: gespannt 2012 SM12®kommt auf den Markt.

Jagdwaffen Seit jeher bietet STEYR MANNLICHER Jagdwaffen für höchste Ansprüche . Edles Design in bester Verarbeitung trifft auf die sprichwörtliche Präzision der Waffen aus Steyr. Sportwaffen Goiserer MANNLICHERCLASSIC Ganzschaft Sportschützen aus aller Welt vertrauen auf die Gewehre aus dem Hause STEYR MANNLICHER und profitieren von der 150-jährigen Tradition in der Herstellung erstklassiger Militärwaffen. STEYR MANNLICHER SM1 2® STEYR SSG 08 STEYR HS .50

Behördenwaffen Unbestechliche Zuverlässigkeit ohne Kompromisse - und das seit 150 Jahren. Pistolen Höchste Präzision auch aus kurzen Läufen, einfache und sichere Bedienung mit hoher Wertbeständigkeit zeichnen auch die Pi stolen aus Steyr aus. STEYR SSG04 A1 STEYR SSG08 STEYR PISTOLE L-A1 THEFULL SIZE SERVICE PISTOL Mehr Informationen über die Geschichte von STEYR MANNLICHER finden Sie in dem Buch ,,Geschichte der Waffenfabrik" von Prof. Reisinger und Ing.Aigner

Der Saal ist im Stil des Nordischen Historismus ausgeführt und vollständig mit Holz vertäfelt. Über den künstlerischen Gestalter des Raumes ist nichts bekannt. Die Jahreszahl 1915 auf der Uhr am Kaminsims gibt einen Hinweis auf die Entstehungszeit. Ursprünglich befindet sich der Waffensaal im Verwaltungsgebäude des Hauptwerks in Steyr: Mit der Ausgliederung der Waffenproduktion aus·der Steyr-Daimler-PuchAG. unter dem Namen Steyr Mannlicher GesmbH wird auch der Waffensaal 1990 zuerst nach Steyr Münichholz gebracht.

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