Amtsblatt 1901/34 der k.k. Bezirkshauptmannschaft Steyr

polit. Bezirk Pilsen, zuständige Emanuel Gottlieb, hinsichtlich dessen mit dem Erlasse der k. k. Statthalterei in Prag vom 31. März 1901, Z. 47.002, die Abgabe in die Landes Zwangsarbeitsanstalt in Prag ausgesprochen wurde, ist am 3. Juli l. J. aus dem Gemeindearreste in Schwanenstadt, wo derselbe wegen Landstreicherei und Bettels interniert war entkommen. Der Genannte ist von mittlerer Größe, untersetztem Körperbau, rundem Gesicht, hat gesunde Gesichtsfarbe, grau¬ meliertes Haar, graue Augen, dunkle Augenbrauen, stumpfe Nase, gute Zähne, gewöhnlichen Mund, dunklen Schnurr¬ bart, rundes Kinn und sonst keine besonderen Kennzeichen Derselbe spricht deutsch und böhmisch und trägt ländliche abgetragene Kleidung Im Betretungsfalle ist derselbe zu verhaften und so¬ gleich wegen Einlieferung des Genannten in die Landes Zwangsarbeitsanstalt in Prag die Anzeige anher zu erstatten. Z. 10.574, 10.693. Steyr, 14. August 1901. An die Gemeinde Vorstehungen und k. k. Gendarmerieposten-Commanden. Ausforschungen des am 4. October 1874 in Lanstorf geborenen, nach Pru¬ sanek zuständigen, militärtaxpflichtigen Franz Kosut Sohn der Francisca Kosut, des am 23. Jänner 1876 in Wien (niederösterr. Landesgebäranstalt) geborenen, nach Kostet zuständigen, militärtaxpflichtigen Franz Jungwirth Sohn der Antonia Jungwirth, verwitweten Ondruch, und des im Jahre 1875 in Ratibor, Bezirk Walachisch=Meseritsch geborenen und dort heimatberechtigten, militärtaxpflichtigen Karl Hevera. Die Nachforschungen sind einzuleiten und über ein positives Ergebnis bis 10. September l. J. anher zu be¬ richten. Z. 10.576 u. 10.575. Steyr, 14. August 1901. An alle Gemeinde Vorstehungen und k. k. Gendarmerieposten-Commanden. Ausforschung des am 9. Februar 1879 in Kostetan geborenen, nach Zahnaschowitz im Bezirke Holleschau zuständigen, stellungs¬ pflichtigen Schneidergehilfen Innocenz Koneny, Sohn der verstorbenen Eheleute Franz und Josef Koneny, geborenen Olsina. Innocenz Konen war im Jahre 1899 in Wien II. Bezirk, Pazmanitengasse Nr. 15, bei Johann Novacek wohnhaft, von wo er sich an einem Samstage im Monate November mit der Angabe, Arbeit zu suchen, entfernte, und nicht mehr zurückkehrte. Die Annahme, dass der Genannte verunglückt, oder eines gewaltsamen Todes gestorben sei, konnte durch die angestellten Erhebungen nicht sichergestellt werden Derselbe ist mittelgroß, schwächlich, hat längliches blasses mageres Gesicht, kastanienbraunes Haar, ebensolche Augenbrauen, dunkelbraune Augen, schwarzen Schnurrbart¬ anflug, gewöhnlichen Mund und Nase und ist ohne beson¬ deres Kennzeichen. Weiters des am 12. März 1878 in Edersdorf ge¬ borenen, nach Janowitz im Bezirke Römerstadt zuständigen stellungspflichtigen Hermann Neumann, Sohn des Josef und der Maria Neumann, geborenen Zips. Personsbeschreibung. Gestalt: groß, kräftig; Gesicht: länglich; Haare: dunkelbraun; Augen: dunkel; Nase und Mund: proportioniert; Besondere Kennzeichen: Plattfüße Die bezüglichen Nachforschungen sind und zwar ins¬ besondere in der Richtung einzuleiten, ob die Genannten nicht etwa in einem Verzeichnisse der Stellungs= (Landsturm¬ Pflichtigen einer Gemeinde aufgeführt erscheinen, dort ihrer Stellungspflicht Genüge geleistet haben, oder gestorben sind. Ueber ein positives Ergebnis dieser Nachforschungen ist bis 25. September 1901 zu berichten. Z. 10.680. Steyr, 16. August 1901. An sämmtliche Gemeinde Vorstehungen und k. k. Gendarmerieposten-Commanden. Ausforschung. Josef Leitner, 62 Jahre alt, nach Pucking zustän¬ dig, wohnhaft in Bad Hall, verwitwet, ist nach Angabe seines Sohnes Florian Leitner seit 22. Juli l. J. abgängig. Bei der Entfernung bedeutete derselbe der Gattin des Florian Leitner jun., Katharina Leitner, „kommen thu ich nicht mehr Die seitens der Eheleute Leitner eingeleitete Suche blieb bis nun erfolglos. Wie erhoben, hat sich Leitner in der Richtung Rohr¬ Kematen entfernt, da selber am 23. Juli 1901 von Michael Böck in dieser Richtung gesehen wurde. Die Eheleute Leitner vermuthen, dass ihr genannter Vater einen Selbstmord gethan haben dürfte, da er schon längere Zeit trübsinnig gewesen sei. Josef Leitner war bei seiner Entfernung mit bläulicher Stoffhose, grauem Rock, Halbstiefeln und angeblich schwarzer Weste bekleidet; derselbe ist mittelgroß, hat eine Glatze und nur rückwärts graue Haare, graue Augenbrauen, braune Augen, längliche Nase, rundes Kinn, schadhafte Zähne und hat den Bart rasiert Ueber dessen Verbleiben sind Nachforschungen einzu¬ leiten und ist ein positives Resultat anher bekanntzugeben. Z. 10.756. Steyr, 16. August 1901. An alle Gemeinde=Vorstehungen und k. k. Gendarmerieposten=Commanden. Ausforschung. Ueber Einschreiten der Familie Cuccione in Palermo nahm die königl. italienische Botschaft in Wien im Wege des k. u. k. Ministeriums des Aeußern die Vermittlung des k. k. Ministeriums des Innern zu dem Zwecke in Anspruch damit festgestellt werde, ob der zu Palermo am 23. März 1871 als Sohn des Giuseppe Cuccione und der Giula Pareti geborene Matteo Cuccione sich nicht gegenwärtig in Oesterreich aufhält.

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