Amtsblatt 1892/4 der Bezirkshauptmannschaft Steyr vom 28. Jänner 1892

der k. RezirkslMptmannschafl 8leyr. Steyr, am 28. Jänner 1892. Z. 11^0. An sämmtliche Gemeinde-Aorstepungen und k. k. Hendarmerieposten-Kommanden. Nach einem dem k. u. k. Ministerium des Aeußern zugekomnwnen Berichte des österreichisch-ungarischen Con- sulateS in Amsterdam bat im Laufe des letzten Jahres der Wanderzug österreichrsch.r und ungarischer Staatsangehöriger nach Amerika zugenommen und kehrten wieder viele dieser Auswanderer, von allen Mitteln entblöß, nach Europa zurück. Es sind dies zumeist Jsraeliten aus alizien und Ungarn, die mit ihren Familienangehörigen (die letzteren oft im zartesten Alter) in New-Aork kaum ang, kommen, von tnm dortigen Hilssconmö durch die niederländischen, weil billigsten Dampfer, nach Amsterdam und Rotterdam ge ­ sendet werden. Dusell'ft fallen die Angekommenen dem obgenannten Consulate zur Last, welches genöthigt ist, für die Zurück- beförderung derselben in die Heimat Sorge zu tragen. Infolge Erlasses des hohen k. k. Ministeriums des Innern vrm 5. Jänner l. I, Z 25.083, und Erlasses der hohen k. k. Statthalter« in Linz vom 17. Jänner l. I., Z. 586, fetze ich hievon die Gemeinde - Vorstehungen und k. k. Gendarmerie-Posten-Commanden behufs strengster Ueber- wachung der Untciebe der Dampfer-Gesellschaften und Be ­ lehrung der Bevölkerung dahin, dass es den Auswanderungs ­ Agenten keineswegs um die Sicherung einer sorgenfreien Existenz der Auswanderer, sondern lediglich darum zu thun ist, viele Zwischendeck-Reisende für ihre gesellschaftlichen Dampfer zu gewinnen, in die Kenntnis. Steyr, am 24. Jänner 1892. Z. 1173. An alle Gemeinde-Dorkefiungen betreffend die Verzeichnisse über die Conducteure. Zum Behufe der Anfertigung der Verzeichnisse über die Conducteure, gemäß Punkt 134 der Landsturm-Organi- sations.Vorschrift, werden sämmtliche Gemeime-Vorstehungen ausgefordert, über die allsälligen Veränderungen bezüglich der in den unterm 14. März 1891, Z. 2693, den Ge- meinde-Borstehungen zugekommenen Verzeichnissen für Con- ducteurdrenste vorgemerkten Personen zuverlässig bis 5. Fe ­ bruar 1892 hieher zu berichten, eventuell bis dahin die Fehlanzeige zu erstatten. Steyr, am 24. Jänner 1892. Z. 1798/Sch. Äit «lie OrlssMrätke mal KMlleiiimM »M Kremsmmtster, KMramug, Kiemmg, 8iermngkofm mal Meyer. Der hohe k. k. Landesschulrarh hat unterm 12. Decem ­ ber 1891, Z. 3459, eine Verordnung, betreffend die facultative Emführunr der Steilschrist an den Volksschulen Ober ­ österreichs erlassen, welche den obgenannkenOrtsschulräthen und Schulleitungen zur Kenntnis und Darnachachtung mitgetheilt wird : „Die Frage über die Methode, den Zweck und den Wert oer Steilschrift für den Volksschulunterricht ist durch das Zusammenwirken von Aerzten und praktischen Schul ­ männern in jenes Stadium getreten, welches die Verallge ­ meinerung der Kenntnis dieser Sckreibmethode in den Lehrerkceifen nunmehr unabweiSlch erscheinen läsSt. „Nachdem auch der k. k. oberste SanitälSrath sein Gutachten dahin abgegeben hat, dass die Einführung der Steilschrist unter bestimmten Voraussetzungen für den ersten Schreibunterricht zur Erzielung einer geraden Körperhaltung, Verhinderung von Verkrümmungen der Wirbelsäule und Vermeidung von Gehfehlern allgemein zu empfehlen sei, — findet der k. k. Landesschulrath auf beschlusses vom 11. December 1891 des SitzungS- rund die versuchsweise Ein ­ führung der steilen Currentschrift an allen nur einSchuljabr umfassenden erstenClassenmehr- classiger Schulen vom Schuljahre 1892/93 an zu gestatten. „Die Lehrpersonen werden behufs genauer Infor ­ mation über den bei Anwendung der Steilschrist zu be ­ obachtenden unterrichtlichen Vorgang aus da- Buch „Steile Lateinschrift" von Emanuel Bayr, zwe te vermehrte Autlage, Wien 1891, Verlag von A. Pichlers Witwe und Sohn, aufmerksam gemacht und angewiesen, die nachfolgenden, vom Verfasser aufgestellten Vorschriften beim Gebrauche der Steilschrist genau zu beobachten : „1. Das Hauptaugenmerk ist auf strenges Jnnehalten der geraden Mitteulage von Tafel oder Heft zu richten, so dass die Zeilen genau parallel zur Bankkante verlaufen. „2. Um die gerade Mittenlage durchsühren zu können, müssen die Zeilen, besonders für den ersten Unterricht, sehr kurz sein, weil sich sonst am Ende der Zeile die Federfpitze nicht mehr vor der Mitte des Körpers befindet. Schiefertafeln müssen daher durch senkrechte Striche in

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