Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1978

NOVEMBER 1976 1. Steyr. Der ehemalige Finanzbeamte Amtsrat i. R. Eugen F r e y n ist heute im Landeskrankenhaus Steyr im Alter von 88 Jahren bei voller Rüstigkeit gestorben. Amtsrat Freyn hatte vor 25 Jahren die Gesellschaft Dante Alighieri gegründet, war schließlich deren Ehrenpräsident geworden und hatte in der Veranstaltungstätigkeit dieses Sprachvereins eine rege Aktivität entwickelt. 4. St e y r. Der Leiter des Gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung des Landeskrankenhauses Steyr, Primarius Dr. Josef D i w a I d, ein Arzt, der weit über die Grenzen der Stadt und des Landes hinaus bekannt war, ist im Alter von 62 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Diwald, in Linz geboren, Maturant des Stiftsgymnasiums Kremsmünster, war 1939 in Innsbruck zum Doktor der Medizin promoviert worden . Nach ärztlicher Tätigkeit am Krankenhaus der Elisabethinen und in der Frauenklinik Linz, unterbrochen durch den Militärdienst, wurde er 1950 nach Steyr gerufen, wo er als Primarius den Aufbau der Gynäkologischen Abteilung und der Geburtshilfestation übernahm. Mit kurzen Lebensdaten aber kann Dr. Diwalds wirken nicht ausreichend umrissen werden. Er war eine ausgeprägte Persönlichkeit, in seinen guten Lebenstagen von schier unermeßlichem Humor getragen, bis zuletzt noch unermüdlich in der Arbeit. Trotz schwindender Lebenskraft hielt er Primarius Dr. Josef Diwald t ;s sich in Pflichterfüllung aufrecht. Er war nach seinem fachlichen Können ein Gynäkologe von überregionaler Bedeutung, vertrauenerweckend, gütig - einer von jenen Ärzten , die nach 1945 den hervorragenden Ruf des Landeskrankenhauses Steyr geprägt haben. Es war daher nicht verwunderlich, daß die Anzahl der Geburten von Jahr zu Jahr in Rekordhöhen stieg und Primarius Dr. Diwalds Praxis ein enormes Einzugsgebiet hatte. Eine Auswirkung dieses Rufes war, daß die Geburtshilfestation im Landeskrankenhaus unter beständiger Raumnot litt, und wieder war es dem unermüdlichen Drängen Diwalds zu danken, daß der große Neubau zustande kam. Diwald war nicht nur selbst ein hervorragender Arzt - er hat auch acht Fachärzte ausgebildet, die jetzt als Gynäkologen in allen Teilen Österreichs tätig sind. Schon 1968 begann Dr. Diwald mit dem Aufbau der Familienberatung und war, einvernehmlich mit dem Kinderfacharzt Dir. Primarius Dr. Bauer, auch intensiv bemüht, neue Wege zur Senkung der Säuglingssterblichkeit zu finden. Daß Dr. Diwalds früher Tod eine gewaltige Lücke gerissen hat, ist allen bewußt, die mit ihm gearbeitet oder ihn gekannt haben. 4. W a I d neu k i r c h e n. Tödlich verunglückte der Tischlergehilfe Kurt Sp-äth (27) aus Waldneukirchen , als er mit seinem PKW auf der Voralpenbundesstraße im Gemeindegebiet ins Schleudern geriet und über eine Böschung abstürzte. Späth wurde aus dem PKW geschleudert, der sich mehrmals überschlug , und war auf der Stelle tot. 4. Steyr. Nach umfangreichen Ermittlungen und größten Anstrengungen der Kriminalpolizei wurde, jedoch fast durch Zufall , der Mörder des· Studenten Herwig Schmutz ermittelt und verhaftet. Es ist der 19 Jahre alte Präsenzdiener Manfred H o f i n g e r aus Steyr. Obwohl der verschwundene PKW des ermordeten Studenten in der ganzen Fahndungsarbeit von größter Bedeutung war, wurde von nirgendwo her das Auftauchen dieses PKW gemeldet, und es mußte geradezu Kopfschütteln auslösen, daß dieses Auto vierzehn Tage lang auf dem Parkplatz der Bundesheerkaserne Salzburg-Siezenheim stehen und der Mörder damit zwischendurch sogar spazierenfahren konnte . Der Mörder konnte nur deshalb ausgeforscht werden, weil Manfred Hofinger, der in Siezenheim den Präsenzdienst ableistete, den Wagen seinem Kameraden Manfred Brunmayr zu

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