Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1976

gen mit lndi.en und ,eiruer einzi,gen Straße nach Tibet UJtl)d China absieht. ,, Morgen besuchen wir das Dorf Kirt.i-pur zum Emoedall'k !" Am nächsten Ta,g, währen1 d ich mit Koiraila im Auto saß, zeid,,nete e-r mir ein knappes Porträt seines Vaterlandes: Nepal fällt wie e in Dad1 aus 8 800 m Höihe des Himalaj-agehirges bi,s auf 100 m Meereshöhe in den tropischen Dschunigel an der Gren:?Je Indiens ab. Alle Flüsse Nepals füeßen nad1 Indien. Der Ausbau von Krnfowe·rken wurde unterla,ssen, weil Experten vernicherten , Dieselkraftwerke schia6ften weit hi,1ligere Energie. Heute in der Zeit der Ölkri,se wis 1sen wir, daß d:i,e ,großen Ölfirmen uns jene Gutiacht,er l1ieiferten. Aud1 uns eTe Erz.lagerstätten wmden in der Neru:?Jeiit stillgelegt - Eisen au,s Indien käme hilliLger. Nepals ganzer Außenhan:del Hegt in den Häniden reicher Intder ; er ist heute nod, vöillig Indien au,s,geli,efort. Das Rückgrat unserer W<irtsclrnft i,st immer noch di,e La,ndwirtschaft, ,die sid1 erst langsam, v-i1el ziu langsam, modernisiert. Die wichtigste Grundlage d,azu silnd u:nisere Dor-fgenossenschaften. Nepals Armut ist für den Europäer karnn -sid1tbar, weil ulllSere so- :ciauen Dorfs,tmkturen noch intakt und die Menschen rnnvorstellbar genügsam si nd. In Kirtipur fand id1 Koirales Aufklänmg voH bes tätigt. Keines der unzähligen Kiruder betvelte mich an. Der Waschtag der fleißigen Bauersfrauen am Dorfteid1 erinnerte an die Zeiten Europas, als es autf defl11 Dorf noch k,ein,e Waschmascl,inen ga b. ,,Kommen S,ie mit zum Ernteda,nkfest!" führte mich Freurnd Koirala in eine ringsum oHene Strohhi.i tte. Wir zwängten unis dmch Gebete m.urmelnder Baue11sleute ; autf ,einem oHenen Steinherd in der Mitte wu~den Reiskörner verbrannt, Geflüge:l uind Blumen geopfert . J u1J1ge Hähne wurden ge,schl,adltet und ihr Blut floß über den Opferstcin. Am Nachmitta,g lagerten &ich die Fami~ien und verzehrten ·die an offenen Feuern g,ebratenen Opfertiere - Hühner, Lämmer U[]d Zicklein. Es herrschte über der Erntefeier ein Friede, der für 60 laiute Europäer kaum meh r faßbar erschien. Es fehlte auch ,der wichtigste Lärmer, das Auto. Auf dem Flug nach dem 200 Ki lomete r ennfernten Pokhara, wohin 110ch keine Straße führt, stain:den in der Luke de.s !deinen Propellerfl ugzeu,ges wieder die Giganten des Himalaja: Anapura, Dhaulagiri , wi e eine Mauer vo r dem ve rschlo,ssenen Tibet. Die Bergzüge vor den Himalaja-Riesen s~olld über 3000 111 hod, hinauif dimt besi edelt und bebaut. Due schmalen Pfade schlängeln sid1 auf den begrünten Bergrücken geruhsam von Dorf zu Dorf, wä!hrend die verkdnsFeinidlid1en, ti,eif eingesmni t tenen Flußtä1ler von gi,schtenden Bergflüssen durcl1brau,st 8ind. Ein paarmal sehe ich aus dem niedrig föegen:den Flug-zeu.g eine Hän,gebrücke schwindelind hoch über eine Schlucht gespannt. Auf dem Flugplatz von Pok,hara treffe ich zwei junge Europä,er, Engländer. „Nepal ist dais sm.örnste Lun,d der Welt für -den , der z.u leben versteht ", sa,gen sie mir nach kurzer Unterhaltung. ,,Wir kaufen Teppidle, . Messin:ga rbeiten, die hier erzeugt werden, un,d schicken sie nach Europa. Wollen Sie eine Vermittlung übernehmen? Der GeW'inll1 i,st gut!" Da,s ka,nn ich nun nicht. Dafür lerne id1 hoffnungsvolle Anfänge genoosenschaftl:icher Zus,ammensmlü,sse der Reisbauern kem1en. Es gibt hier keiinen Großgru:n:dbeisitz. Bau-ern mit einem Hektar Grund fühlen ,sich schon „groß" , gar seit der Phi1ippino-Reis doppelt so reiche Ernten W'ie der -alte La111dreus bri rugt. Mit Regieruo1g,shilfe baute di,e Genos,senschaft von melrneren hun1der t Re1i,sbauern ei ne eigene Reiismi.ihk Nun kommt der Schälreis dii1ek t aus der Ha:nd der Baueim per Flugzeug - es fe,hl,t jede FaihrstTlaße, und Trngtiertran,sporte sinid eine Woche unterwegs - in di,e Geschä.fte der Stadt Kathmancliu. Freurnd Koirale läch elt tra uri g über mein Lo1b. ,, Wir müßten für uns·er La11dvolk mit neun Millionen Bauern viele hund ert Leiter von Genos1 senscl11aften ausbilden - ich bild e im fahre 20 bis 30 Geschä fo!lführ er al,s l11struktor unseres einzi-gen „Co-operative Trainings Center " l,eran. Hi-er i111 Pokhar.a geht es aufwärts , aber in vielen Tälern leben

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