Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1975

Doppelt uerbrannt Karl Springensdtmid Stolpert der alte Pflunderer, der Oberförster, wie er sich eben seine Knackwurst holen will, in der Küche üiber den Waildma,nn, seinen Hund, untl greiift im Fallen mit beiden Händen auf die glühende Herdstange hin, daß sie, die Hände, a,n dem bmndheißen Eisen schier k-leben b}eiben. Auf dem Roller bringt ihn der Kaspar, sein Sohn, in:s Dorf zum Doktor. „Aber beim Jägerball muß ich wieder Flügeihonn blasen!" meint der Pflunderer und streckt dem guten Doktor Zwiefelstätter seine Hände hin, dick verbunden. Der Doktor schiebt die Brille auf die Stirne und löst den Verband ab. „Was ist denn da für eine Schmier d·ra.uf?" fnagt er ger,eizt . ,,Ja, eine Schmier", meint der Pflunderer verlegen, ,, damit haJt was drauf ist. " Der Doktor steckt S'eine Nase in die Schmiere. .Aiber er wird daraus nicht klug. „Was das für Schrrnier ist, möcht ich wissen!" Der Pflunderer zuckt die Achsel. ,, Die Mei1J1ige, die Stasi, hat mir d·as Zeug drnufgschmiet't !" „AHweil dieses Pfµschen!" kJllurrt der Doktor grimmig. Dabei betrachtet er aufdas bekannte Fachatelier für Portraits, Kinderfotos, Trauungsaufnahmeh, Industrie und Werbung! Spezialist für Farbaufnahmen! ◊ Paßfotos In 10 Sekunden ◊ Steyr - Slerninger Stra~e 8 merksam die bdden Hände. ,,Fest hast hi111griffen auif die Her,dstang', Pflunderer", meint er. Plötzilid1, wie er die großen, schönen Blasen auf den Handhallen sieht und die ldeim.eren BlaJSen gleichmä-. ßig verteilt auf den Fingern, links genau so wie rechts, schießt ihni ein großartiger Gedanke durch den Kopf. Wahrhaftig eine Gelegenheit ist das, seine div,ersen Heilmethoden zu erproben, wie sie ihm nidi.t alle fohre unterkommt. Doktor Theob:a,Jd Zwiefelstätter ist nämlich kein gewöhnlid1er Arzt. Er ist ein u:nmhi,ger. Geist, ein ewig Sudu!nder, kurz g,esa!gt, eine Paracelsusnatur, kcin Wunder, daß er mit seiner hohen Stirne,- den tiefüegenden Augen, der gedrungenen Gestalt seinem großen Lehrmeister auch im Äußeren gleichsieht. Er versteht sich auf die alte, überlieferte Heilkunst ebenso wie auf die moderne Medizin und weil er weiß, daß die Menschen ungleich sintl, seihst dann, wenn ihnen das gleiche fehlt, behandelt er auch seine Patienten ungleich, das heißt, die noblen, die modernen auf bäurisch mit Kräutern und Säften, die bäuerlichen auf modern mit lnjektio·nen und dergleichen. Trotzdem kommen dem guten Zwieifelstätter hin und wieder Zweifel. weldi.e Metho·de di e bessere wär. So ist er denn glü cklich, wenn er an einem bestimmten Objekt, wie an dem Pflunderer, gleidi.- FOTOHANDLUNG Größte Auswahl an Kameras u. Zubehör - Fachmännische Beratung - Ausarbeitung in Color und schwarz-weiß Ruf 2032 57

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