Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1966

Verantwortlichen nicht geringe Sorgen bereitet hat, die Geldmittel gesichert werden konnten, die nötig waren, dem drohenden, teils schon weit fortgeschrit¬ tenen Verfall Einhalt zu gebieten und die Kirche sowohl im Innern als auch im äu Beren Erscheinungsbild wieder im ur¬ sprünglichen Glanz erscheinen zu lassen. Der 20 m hohe, prachtvolle Hochaltar wurde durch Spenden aus der Pfarrbe¬ völkerung vor dem nagenden Verfall be¬ wahrt. Die Maurer-, Steinmetz-, Speng¬ ler- und Tischlerarbeiten erforderten einen Betrag von rund dreieinhalb Mil¬ lionen Schilling. Den Hauptanteil dieser Kosten hatten die Diözese Linz und das Bundesdenkmalamt übernommen, für den Bertholdaltar hatten die Benediktinerab¬ teien Österreichs namhafte Beträge zur Verfügung gestellt. Aber auch die Markt¬ gemeinde Garsten hatte ihren Beitrag zur Restaurierung geleistet. Als im Sommer 1962 mit den Restaurierungen begonner worden war, wurde festgestellt, daß die Schäden an Mauern, Stuck, Verputz, Ge simsen usw. noch größer waren als be¬ fürchtet. Bei großer Hitze und beißen der Kälte wurden die Arbeiten vorange trieben. Am 13. Jänner 1963, bei minus 14 Grad, war die Turmkreuzsteckung durchgeführt worden. Am 5. August 1963 waren die Türme abgerüstet worden. Die Gesimse an den Türmen und den Fassa¬ den machten weitere Arbeiten nötig, doch konnte am 19. Juni 1964 das Ge¬ rüst vollständig entfernt werden. Die Innenrestaurierung umfaßte einekom¬ lette Holzwurmbekämpfung und gleich zeitig die Renovierung der Altäre. Das diesjährige Bertholdifest war als Dank¬ feier für den Abschluß der Restaurierung gedacht und ist daher besonders festlich gestaltet worden. Am 24. Juli fand ein Lichtbilderabend statt, bei dem Architekt J. Kainz an Hand von Aufnahmen die Schäden und das Fortschreiten der Re¬ staurierung dokumentierte. PfarrerG. R. Schneebauer gedachte in ehrenden Vor¬ ten seines Vorgängers G. R. Johann Böhm, der in schier aussichtsloser Situa¬ tion, daß die Geldmittel auch aufgebracht werden könnten, die Initiative zur Re¬ staurierung ergriffen und durch seine Tatkraft bewirkt hatte, daß Diözese und Denkmalamt mit dem entscheidendenBei¬ trag eingegriffen haben. Höhepunktder kirchlichen Dankfeier am Sonntag, 26. Juli, war das Pontifikalamt, das der Prä¬ lat des Stiftes Seitenstetten, A. Kurz¬ wernhart, zelebrierte. An der traditionel. len Bertholdiprozession am Nachmittag nahmen zwanzig Priester, unter ihnen Prälat A. Kurzwernhart und Dechant 102 Kanonikus Brandstätter aus Steyr, sowie eine besonders große Zahl von Gläubigen aus Garsten teil. August 1964 1. Garsten. Der Baubeginn zum Kraftwerk Garsten der Ennskraftwerke AG steht unmittelbar bevor. Der weit¬ läufige Ennsbogen in Garsten wird abge¬ schnitten und dadurch der Flußlauf um 800 m verkürzt. 114 Hektar Land, davon 51 Hektar landwirtschaftlich genützte Fläche, werden im Stausee versinken Den volkswirtschaftlichen Gewinn dieses Kraftwerkes hingegen werden drei Ma¬ schinensätze bringen, die bei einem Durchfluß von 250 Kubikmetern Wasser pro Sekunde rund 28.000 KWh erzeugen werden. Da die Entschädigungsansprüche der Grundbesitzer auf dem Verhand¬ ungswege2 erfüllt werden konnten. waren keine Enteignungsverfahren nötig. Vier Bauernhäuser und 20 Wohnungen müssen geräumt werden. Das Wehr wird aus drei Feldern mit 14 m lichter Weite und 12,5 m Verschlußhöhe bestehen. Ver¬ kehrstechnisch ist dieses Kraftwerk eben¬ falls von Bedeutung, weil es eine neue Ennsüberbrückung mit einer Fahrbahn von sechs Metern darstellen wird. 1. Steyr. Durch die Jahre der Wirt¬ schaftskonjunktur hat sich die Situation in der Einstellung von Lehrlingen ins Gegenteil verkehrt. War es noch vor zehn Jahren nicht immer leicht, für die Schul¬ entlassenen jene Lehrplätze zu finden, in denen sich ihre Berufserwartungen erfül¬ en könnten, so gibt es jetzt 350 offene Lehrstellen im Bezirk Steyr, die nicht be¬ setzt werden können. Damit hat der Mangel an Nachwuchskräften den vorläu¬ figen Höchststand erreicht. Wurden 1953 vom heimischen Gewerbe 834 Lehrlinge gesucht, so hat sich der Bedarf im Jahre 1963 auf 1221 erhöht. Dem konjunk¬ turell bedingten Mehrbedarf an Lehrlin¬ gen stehen sinkende Zahlen von Schul¬ entlassenen gegenüber. Erst ab 1968 wer¬ den die geburtenstärkeren Jahrgänge nachrücken 3. Steyr. Friedrich Kammerrat Steinhuber, Inhaber der gleichnami¬ gen Sattler- und Taschnerfirma in Steyr, Landesinnungsmeister-Stellvertreter der Be¬ Lederwarenerzeuger, Obmann des zirksstellenausschusses der Bezirksstelle Steyr der Kammer der gewerblichen Wirtschaft, ist für seine mannigfachen Verdienste um das Gewerbe zum Kom¬

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2