Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1959

Michael Blümelhuber in seinem Atelier an der Arbeit zum Kalksburger Stahlkreuz, das Blümelhuber als seine bedeutendste Arbeit bezeichnete, 1910. Eisen= und Stahlschnittkunst Von Franz X. M. Lugmayer Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Werk „Eisen= und Stahlschnittkunst“ von F. X. M. Lugmayer, O.=O. Landesverlag. In einem Vorwort von Herrn Regie¬ C rungsrat Prof. Hans Gerstmayr heißt es darüber: „Die Arbeit „Eisen= und Stahl¬ schnittkunst' von Herrn Franz Lugmayer ist wohl insofern eine erstmalige, da es sich um die Zusammenfassung aller im Raume Steyr, bzw. Oberösterreich, schaffen¬ den Künstler handelt (Schule Blümelhuber=Gerstmayr). Es ist dies eine einmalige, grundlegende in Heimatliebe entstandene Arbeit. Der Eisenschnitt reicht bis in die ältesten Ansätze der Kultur zurück. In der Antike drang man nur wenig in den Stoff ein. Es blieb beim Oberflächendekor. dem Untergang des Weströmischen Reiches gingen für längere Zeit viele techno¬ Mit logische und künstlerische Errungenschaften unter. Aus dem 7. oder 8. Jahrhundert ist der berühmte Eberhelm von Benty Grange in England bekannt. Das Ritterwesen brachte die dekorative Bearbeitung der Waffen und Rüstun¬ gen zur Blüte. Die Waffenschmiede bedienten sich der Techniken des Treibens, Tau¬ schierens, Atzens, Gravierens und Schneidens. Berühmte Meister des Eisenschnittes in der Renaissance sind: Hirschvogel, Burgmaier, Aldegrever, Benvenuto Cellini, Leoni Leone, die Familie Sadeler und Kaspar Spät in München, Wiersberg, Kle¬ mens Horn, Peter Much und Thomas Rücker. — Zu dieser Zeit gingen Handwerk und Kunst eine besonders enge Verbindung ein. Die schwierige und harte Bearbei¬ tung des Eisens begrenzte in der Regel die Größe des Werkstückes. Der Eisenschnitt wurde vor allem als zusätzlich schmückende Kunstform an fertigen Gegenständen aus Eisen verwendet. In der neu aufgestellten Petermandl=Messersammlung (Heimat¬ 83

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