Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1956

Steyr. Seit Tagen arbeitet eine Baugesellschaft in Steyr an dem Abbruch der Stützmauer des Scl1 losses Lamberg. Die Landesregierung hat sich zu di eser Maßnahme entschloss en , weil aus der Mau e r b ereits haufenweise Steine in den Burgzwinger fielen und mit einem baldigen Einsturz zu rechnen war. Die Mauer stützt den mächtigen Burgfried und die Brücke. Sie mußte schon mehrfach gepölzt werden und wird nun durch eine neue ersetzt. Die Stützmauer gehört zum ältesten Teil des Schlosses, über des - sen Entstehungsgeschichte jede Nacluicht fehlt. Audi daß der Burgfried und damit die Stützmauer römi scli en Ursprungs sind, konnte bi sher durch ni chts b ewi esen werden. Erstmalig wird die Styraburg ja erst in dem Ber icht über die Synode des Passau er Biscl1ofs 'Pilgrim zn Mistelbach im Jahre 977 erwähnt. Die bewegte Vergangen he it de r Burg machte immer n eue Zu- und Umhauten notwendig. Über a lle Zeitgescliehnisse, Brände, Belagerungen und Witterungseinflüsse hinweg hatte sich aber di e Stützmauer bis in di e heu• tige Zeit bewährt. Die Motorisierung dürfte ihr ab e r d en Garaus gemacl1t haben, denn de r B elastun g durch übe r die Brücke fahrende Fahrzeuge und d e r dad·urcl1 b edin gten Erscl1ütterung war da s uralte Gemäu e r nicl1t mehr gewacli sen. Wäh r end der Arbe iten we rden Teil e des ä l testen Gauges bloßge leg t werd en, d er zu d en Räumliclikeiten führt e, wo e inst ein glänzende r Hof gehalt eu wm·de. Altbürgermeister JuJiu s Gsd1aider, Stey r , f e ier t e am 10. Oktober das Fest der go ldenen Hoclizeit. Das Jubelpaar mit Tocliter Erna, und Familie des Sohnes Dipl.-Ing. Fritz Gschaid e r , Hauptbauleiter der Kapruner Tauernkraftwerke. 10. S t e y r. Heute vollendete Frau Rosina Kammerhofer, Inhaberin der Firma Kammerhofer, die b"ereits seit dem Jahre 1836 als Familienbetrieb b es teht , ihr 70. L ebensjahr. Frau Kamm e rhofe r ist zugl eicli 45 Jahre la~g in ihrem Gescl1äfte tätig und sie ist noch ebenso agi l und tüclitig wie in den beiden Weltkriegen, als sie das Gesd1äft all e in führ en mußte, im er s ten Krieg, als ihr Manu, und im zweiten Krieg, als ihr Sohn im Feld war. 14. S t e y r. Gemeinsam mit 40 anderen Orten Österreichs hat die Stadtgemeinde Steyr · mit 31. Dezember 1954 dem Bunde die Unterhaltung des Bund esrea lgymnasiums gekündigt. Wi e sclion der Name sagt, handelt es sich be i dieser Lehranstalt um eine Schule, di e dem Bund unters t eht und dahe r aucl, von diesem unte rhalten werdeu sollt e. Bisher hat j edocl1 di e Stadtgemeinde Steyr für den Uuter balt d es R ea lgymnasiums aufkommen müssen. Seit Kriegsende wurden von der Stadt für Ausbau und R es tauri erung d es Schulgebäudes etwa dreieinhalb Millionen Schi llin g ausgegeben. Da der Bund dem Ges e tze nach verpfliclitet is t, für die Erhaltung des Schulbetriebes und d es Gebäud es zu sorgen, entsch loß sich die Stadtgemeind e im Somme r dieses Jahres zur Kündigung ihrer Leistungen für die Sclrnle. 151

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