Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1896

Mni 94 merkwürdigen Ausgang. Japan hat die Hege¬ Das Werndl-Denkmal von Victor monie in Ostasien an sich gerissen, China ist Tilgner. aus seiner Führerstellung verdrängt; den Platz, welchen das schwerfällige, unbewegliche, erstarrte An den Ufern der grünen Steyr, umrahmt Reich der Mitte einnahm, hat das leichtbeweg¬ von reichem Gebüsch und prächtigen Villenanlagen, liche, thatkräftige, raschhandelnde Volk der Ja¬ wurde Samstag den 10. November 1894 ein paner erobert, die Preußen Asiens, wie man sie Denkmal der Arbeit enthüllt, das Denkmal Josef oft genannt hat. Werndl's, dem die blühende Stadt ihren Auf¬ Die Japaner treten durch diesen Sieg in schwung und Hunderte von Familien ihren Wohl¬ den Weltconcurrenzkampf ein; so wie die Ent¬ stand verdanken. Das Werndl=Denkmal erstand deckung Amerikas für den europäischen Bauer in erster Linie auf Intervention der „Waffen¬ verhänguißvolle Folgen hatte, so droht der euro¬ fabriks=Actiengesellschaft", die ihrem Gründer 70 6 A 5 250 Der japanische Torpedo-Angriff vom 5. bis 6. Februar im Hafen von Wei-hai-wei. päischen Industrie durch die Europäisirung des dem Erfinder des Werndl=Gewehres, im Einver¬ fernsten Osten eine schwere Gefahr. China dürfte ständniß mit der Stadtverwaltung von Steyr für den europäischen Handel bereits in naher ein Denkmal für dauernde Zeiten setzen wollte. Zukunft verloren gehen. Victor Tilgner, dem der Entwurf des Die Schlacht am Yalufluß, die Einnahme von Denkmals übertragen wurde, hat mit diesem Wei=hai=wei waren die entscheidenden Etappen desWerke der Stadt Steyr eine der herrlichsten Krieges. Die Friedensbedingungen, die China Zierden geschenkt. Das Denkmal erhebt sich eingehen mußte, waren äußerst drückende und 22 Fuß hoch; jede der Nebenfiguren ist 7 Fuß mit Recht gehen die europäischen Mächte daran hoch, die Hauptfigur Werndl's 8½ Fuß, also der Willkür des Siegers einigermaßen Fesselnentsprechend über Lebensgröße,, Auf einem anzulegen. Plateau, zu welchem drei Stufen emporführen, erhebt sich der Sockel, der aus grauem Mauth¬ hauser Granit sich von der Bronze der Figur

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