Gemeinderatsprotokoll vom 27. März 1929

stellung ist auch die Entlassung des Personales verbunden und die Auswirkung der Einstellung wird sich auf die Industrien an dieser Strecke ausdehnen, deren Betriebseinstellung bereits angekündigt wird. Arbeiterschaft und Geschäftswelt sehen in der Einstellung des Betriebes der Steyrtalbahn einen katastrophalen wirtschaftlichen Schaden. Noch ist dieser Schlag nicht überwunden, wird heute ein neuer gemeldet: die Bahnverbindung mit Wien soll durch Entfall des Anschlusses des Frühzuges nach Wien verschlechtert werden. So geht die Sache nicht weiter. Die Bundesbahn betrachtet den Betrieb nur vom Standpunkte der Rentabilität und berücksichtigt nicht im geringsten das Interesse der Bevölkerung. Er beantragt eine geharnischte Eingabe an die Generaldirektion und bittet hiezu um einen einhelligen Beschluss des Gemeinderates. In der Sache der Steyrtalbahn beantragt er folgenden Antrag: Zl. 4483/29 Einstellung der Steyrtalbahn. Gegenmassnahmen. Antrag: Der Gemeinderat beschliesse: Das Magistrats-Präsidium wird beauftragt, an das Bundesministerium für Handel und Verkehr eine dringliche Eingabe zu richten, in welcher die Betriebsübernahme der Steyrtalbahn durch die Generaldirektion der Bundesbahnen mit allem Nachdruck gefordert wird. Die Landtagsabgeordneten und Nationalräte sind zu ersuchen, diese Forderung sofort und mit aller Energie zu vertreten und durchzusetzen, ferner wird folgende Resolution beantragt: Die Direktion der Steyrtalbahn plant mit 30. April 1929 die Einstellung des gesamten Betriebes. Da die Direktion mittlerweile für den gleichen Termin allen Angestellten gekündigt hat, ist wohl mit der Einstellung des Betriebes mit Sicherheit zu rechnen. Was diese Massnahme für die an der Strecke wohnhafte Arbeiterschaft, für die Industrie, für die gesamte Geschäftswelt des Bezirkes und überhaupt für das gesamte Leben und wirtschaftliche Gedeihen des Steyrtales bedeutet, hat der Magistrat Steyr und die Zentralstelle für Fremdenverkehr in Steyr in wieder-

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