Ratsprotokoll vom 5. August 1918

4 Auf Grund des Angebotes der Granitwerke August Kaps¬ eiter aus Schärding wurden mit Zl. 18.084 vom 18. Juni 1918 zur ehesten Anlieferung bestellt — 8000 St. 7er=Würfel à K 1·60 ab Station Schärding K 12.800 „ 2.832•— hievon Bahnfracht und Zufuhr in Steyr * * K 15.632— Summe * * Mit Zuschrift vom 3. Mai 1918, Zl. 15.166, wurden auch mehrere größere Bauunternehmungen zur Vorlage eines Ange¬ botes für die Bepflasterung der Stadtstraßen eingeladen. Es langten insgesamt 14 Anbote ein, die in der Beilage übersicht¬ ich zusammengestellt sind. Die Angebote lauteten auf sofortig Umpflasterung, jedoch ohne Sandbeistellung und Fuhrwerks¬ leistung. Die Einheitspreise schwanken zwischen K 1·96 (Ing. Anton Schlepitzka, Wien) und K 6•— per m2 (Stadtpflasterer meister Karl Piccardi, Wien). Da das Angebot der Bauunter¬ nehmung Ing. A. Schlepitzka das weitaus günstigste ist, wurden nit dieser Firma Besprechungen eingeleitet, in deren Folge die Firma am 15. Juli 1918 ein Angebot auf Lieferung von Granitsteinen legte. Mit Zl. 23.088 vom 16. Juli 1918 wurden bestellt: 10.000 Stück 7er=Fürstensteiner Granitwürfel — frachtfrei Bahnhof Steyr, zu K 1980 per K 19.800•— 1000 Stüc * * * * 1.450•— 000 Stück 7er=Zwickel wie vor * „ 000 Stück 5/7/9 doppelt geritzte Granitsteine für 2.250•— Steilstraßer 2.000•— Kosten der Zufuhr vom Bahnhof Steyr — K 25.500— Summe * Auf Grund der von der Firma Ing. A. Schlepitzka an¬ gebotenen Einheitspreise wurden die beiläufigen Kosten der in Aussicht genommenen Umpflasterungen mit K 41.000•— (ohne Steinbeigabe) ermittelt 3. Neupflasterungen. (Siehe Kostenvoranschlag III.) Die Inaussichtnahme der Rillensteine erfolgte wegen des namhaften Gefälles des Spitalberges und des oberen, derzei mit Kugelsteinen befestigten Teiles der Gleinkergasse. Die Ver¬ wendung von Rillensteinen empfiehlt sich im allgemeinen bei Straßen über 3 % Steigung. Die Neupflasterung der Duckart straße und der Haratzmüllerstraße ist mit Kleinsteinen geplant Mit diesem Pflaster, das auf dem unteren Teile des Stadt latzes in Verwendung ist, wurden bisher gute Erfahrungen ge¬ macht. Das Kleinpflaster ist für mittelstarken, nicht zu schweren Verkehr und für Straßen von nicht mehr als 7 % Steigung sehr geeignet, größte Sorgfalt bei der Herstellung vorausgesetzt, und steht in Bezug auf Wirtschaftlichkeit (geringe Kosten) und Trittsicherheit an erster Stelle. In Erwägung dieser Vorteile wurde das Kleinpflaster für die Neupflasterungen vorgesehen Die Neupflasterung des Gehsteiges am Schloßberg ist ge¬ plant, weil die bestehende Kiesbefestigung sich stärkeren Regen¬ güssen gegenüber als nicht haltbar erwiesen hat, so daß nach olchen Auswaschungen des Gehsteiges stattgefunden haben. Zusammenstellung Kosten der Brückenerhaltung K 82.000•— Kosten der Umpflasterung 41.000•— Kosten der bisherigen Steinbeschaffungen 41.000•— Kosten der Neupflasterungen 100.000•— — Gesamtsumme * K 264.000— Stadtbauamt Steyr 5 Beilagen. Ing. Treml m p. Neben anderen kurzen Erläuterungen führt Herr G.=R. Ing. Huber ans „Ich möchte beifügen, daß Sie bemerken können, daß hier nur mehr von der Steyrbrücke die Rede ist. Es hat sich eben im Laufe der Beratungen herausgestellt, daß die anderen Brücken nicht in jenem Ausmaße reparatursbedürftig sind, wie die Steyrbrücke, da die anderen Brücken, so die Neubrücke doch viel weniger befahren werden. Mit Rücksicht auf die hohen Kosten von Brückenreparaturen überhaupt, wäre von den ein¬ gehenden Reparaturen der Ennsbrücken abzusehen, dafür aber die unaufschiebbare und gründliche Reparatur der Steyrbrücke vorzuschlagen. Hiebei hat sich die Sektion, da der Anstrich des Oberteiles der Brücke nicht so dringlich erscheint, dahin ge¬ einigt, nur den Anstrich des Unterbaues der Brücke vorzu¬ lehmen, jedoch aber die Neupflasterung der Steyrbrücke voll ständig durchzuführen Aus all diesen Erhebungen, Berechnungen und Beratungen hat die III. Sektion in wiederholter Sitzung folgenden Sektions¬ antrag für die Antragstellung an den Gemeinderat zum Be chlusse erhoben: Die Sektion hat sich in wiederholten Sitzungen und Kommissionen eingehend mit der Frage beschäftigt. Sie ist zu der Anschauung gekommen, daß der Standpunkt des Stadtbau¬ mtes, die geplanten Herstellungen ließen sich nicht weiter hinaus schieben, ein vollständig richtiger ist. Die Vorschläge des Stadtbauamtes beinhalten: Herstellung des Betonunterbaues der Steyrbrücke Neupflasterung der Steyrbrücke mit Holzstöckelpflaster; Anstrich dieser Brücke 4. . Der 9 d Umpflasterung in Sand am Trollmannplatz, in der Eisenstraße, der Kollergasse, der Schlüsselhofgasse und in der Sierninger¬ straße von der Frauengasse bis zum Polizeibezirksposten Umpflasterung mit Zementverguß in der Bismarckstraße, Zwischen brücken, Engegasse, Michaelerplatz, Kirchengasse, Sierninger¬ straße bis zur Frauengasse Gehsteigumpflasterungen in der Sierningerstraße, Engegasse Kollergasse, Zwischenbrücken und Kirchengasse Neupflasterung mit Kleinsteinpflaster in der Duckartstraße, Haratz¬ müllerstraße und Gehsteigherstellung am Schloßberg; teupflasterung mit Rillensteinpflaster am Spitalberg und in der Gleinkergasse von der Friedhofstiege bis zur Abzweigung der Wolfernstraße. Die Durchführung der vom Stadtbauamte vorgeschlagenen lrbeiten wird als notwendig bezeichnet, nur sollen folgende Abänderungen eintreten: Mit Rücksicht auf die sehr hohen Kosten des Anstriches der Steyrbrücke glaubt die Sektion von der völligen Durchführung bsehen zu sollen und soll nur der Anstrich des unter der Fahr¬ bahn gelegenen Teiles der Brücke völlig durchgeführt werden, während der Oberbau lediglich ausgebessert wird Die Pflasterung der Haratzmüllerstraße erweist sich leider als undurchführbar, da wegen der Unmöglichkeit einer Umfahrung dieser Straße eine wochenlange Absperrung ausgeschlossen erscheint. Bezüglich der Frage des Zementvergusses wird die Sektion noch Erhebungen pflegen, ob dieser Verguß überall als vorteil¬ erscheint aft Dort, wo eine Umpflasterung in Sand sich als günstiger herausstellt, wird diese durchgeführt werden, was für 1 m2 eine Ersparnis von K 2·90 ausmacht. Die Sektion stellt daher folgende Anträge: Der löbliche Gemeinderat beschließe: Wiederherstellungsarbeiten an der Steyrbrücke: ) Die Entrostung der Eisenkonstruktion der Steyrbrücke soweit sie unter der Fahrbahn liegt und deren Anstrich, sowie die Ausbesserung des Anstriches des Oberbaues der Brücke zum Preise von run * 17.000 K b) die Herstellung einer neuen Ziegel betonunterlage zum Preise von rund 15.000 „ ie Herstellung der Holzstöckel pflasterung zum Preise von rund 32.000 „ somit Gesamtkosten 64.000 K Umpflasterungen in Sand verlegt Trollmannplatz 40 m2 192 K Eisenstraße 10 48 „ „ Kollergasse 346 „ 1660 „ Schlüsselhofgasse 100 480 „ äußere Sierningerstraße 1300 „ 6240 zusammen 8.620 K * * Umpflasterungen mit Zementverguß Bismarckstraße 717 m2 5520 K b) Zwischenbrücken 423 „ 3260 Engegasse c) 17 " 5520 d) Michaelerplatz (bei der Steyr brücke 1640 213 „ 250 Kirchengasse " 1930 700 „ 5390 innere Sierningerstraße 1) zusammen —. 23.260 K Umpflasterung von Gehsteigen: 400 m2 2400 K ierningerstraße 1800 300 Engegasse „ 600 c) 100 Kollergasse ) 1300 „ Zwischenbrücken 216 1200 6) kirchengasse 200 # 540 bei der Mayrmühle 90 1 7.840 K zusammen * * Neupflasterung mit Kleinsteinen: a) Duckartstraße (vom Kollertor bis zur Kompa߬ 320 m2 12.800 K asse) im Ausmaße von b) „ 2.500 Gehsteig am Schloßberg # 35 15.300 K * * zusammer Neupflasterung mit Rillensteinen: ) Michaelerplatz (Spitalsberg) 203 m2 16.300 K b) Gleinkergasse (von der Fried¬ hofstiege bis zur Einmündung 33.600 er Wolfernstraße 9 120 zusammen * * 49.900 K Die durch die Umpflasterung freiwerdenden Pflastersteine sind zur Pflasterung der bisher mit Kugelsteinen gepflasterten vorderen Fabriksstraß zu verwenden, was einen Kostenaufwand von rund 4.600 K erfordern dürfte. löbliche Gemeinderat genehmige ferner die infolge der notwendigen rechtzeitigen Beschaffung bereits seitens der Sektion durchgeführte Bestellung der zum Ersatze von schadhaften Steinen not¬ wendigen Pflastersteine im Betrage von rund 41.000 K Somit Gesamikosten 214.520 K

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