Ratsprotokoll vom 22. August 1873

Raths=Protokoll der kk. landesfürstlichen Stadt Steyr vom 22. August 1873 Datenaufbereitung Digitalarchiv Steyr

Raths-Protocoll über die Sitzung des Gemeinderathes vom 22. August 1873 Anwesende: Vorsitzender Vicebürgermeister Crammer, die Herren G.R. Dr Hochhauser, Wickhoff, v. Koller, Pointner, Putz, Frz Werndl, Haller, Holderer, Ernst, Josef Huber, Theißig, Leop. Huber, Schachinger, Edelbauer, Gründler, Greiner, Vogl. Das Protokoll über die letzte Gemeinderathssitzung wird vorgelesen und richtig befunden. Der Vorsitzende bringt zur Verlesung die Eingabe des Herrn Bürger- meisters dto 9. d. Mts an das k.k. Statthaltereipraesidium, welche von diesem mit Erlaß vom 18. d. Mts Z 2195 Prs. dem Hrn. Vicebürger- meister zur weiteren gesetzlichen

Raths-Protocoll über die Sitzung des Gemeinderathes vom 22. August 1873 Anwesende: Vorsitzender Vicebürgermeister Crammer, die Herren G.R. Dr Hochhauser, Wickhoff, v. Koller, Pointner, Putz, Frz Werndl, Haller, Holderer, Ernst, Josef Huber, Theißig, Leop. Huber, Schachinger, Edelbauer, Gründler, Greiner, Vogl. Das Protokoll über die letzte Gemeinderathssitzung wird vorgelesen und richtig befunden. Der Vorsitzende bringt zur Verlesung die Eingabe des Herrn Bürgermeisters dto 9. d. Mts an das k.k. Statthaltereipraesidium, welche von diesem mit Erlaß vom 18. d. Mts Z 2195 Prs. dem Hrn. Vicebürgermeister zur weiteren gesetzlichen

Amtshandlung zugemittelt wurde. Diese Eingabe lautet: Hohes k.k. Statthalterei Praesidium! „Gemeinderathsbeschlüsse in Bezug auf das neu zu erbauende Volks- u. Bürgerschulgebäude, welche während meiner Abwesenheit gefasst u. vollzogen wurden, die jedoch mit meinen Anschauungen im Interesse der Stadtcommune nicht im Einklange stehen, bestimmen mich meine Stelle als Bürgermeister der lf. Stadt Steyr zurückzulegen u. ich erlaube mir die ergebenste Bitte zu stellen: Ein hohes k.k. StatthaltereiPraesidium geruhe diese meines Resignation genehmigend zur Kenntniß zu nehmen u. das diesfalls Nötige anzuordnen. Steyr, um 9. August 1873. Der Bürgermeister. Pöltl m.p.“ Der Vorsitzende bemerkt, daß er von dem Einlangen dieser Eingabe den Herrn Bürgermeister in Kenntniß gesetzt habe und daß er heute im Beisein der Depositencomißäre Theißig u. L. Huber die gemeindeämtl. Depositenkasse, die in vollster Ordnung befunden wurde, in seine Verwahrung übernommen habe.

Amtshandlung zugemittelt wurde. Diese Eingabe lautet: Hohes k.k. Statthalterei Praesidium! „Gemeinderathsbeschlüsse in Bezug auf das neu zu erbauende Volks- u. Bürgerschulgebäude, welche während meiner Abwesen- heit gefasst u. vollzogen wurden, die jedoch mit meinen Anschauungen im Interesse der Stadtcommune nicht im Einklange stehen, bestimmen mich meine Stelle als Bürgermeister der lf. Stadt Steyr zurückzulegen u. ich er- laube mir die ergebenste Bitte zu stellen: Ein hohes k.k. Statthalterei- Praesidium geruhe diese meines Resignation genehmigend zur Kenntniß zu nehmen u. das dies- falls Nötige anzuordnen. Steyr, um 9. August 1873. Der Bürgermeister. Pöltl m.p.“ Der Vorsitzende bemerkt, daß er von dem Einlangen dieser Eingabe den Herrn Bürgermeister in Kenntniß gesetzt habe und daß er heute im Beisein der Depositencomißäre Theißig u. L. Huber die gemeindeämtl. Depositenkasse, die in vollster Ordnung befunden wurde, in seine Verwahrung übernommen habe.

Die Versammlung nimmt diese Mitteilungen zur Kenntniß und genehmigt die Resigna- tion des Herrn Bürger- meisters. Hr. Dr Hochhauser beantragt, der Gemeinderath wolle dem Herrn Bürgermeister in An- erkennung der vielfachen Ver- dienste, die derselbe durch sein pflichteifriges und umsichtiges Wirken um die Stadt Steyr sich erworben, seinen Dank durch Erheben von der Sitzen ausdrücken und den Hrn. Vor- sitzenden beauftragen, hievon den Herr Bürgermeister Pöltl in Kenntniß zu setzen. Sämtliche Mitglieder der Versammlung erheben sich. Der Hr. Vorsitzende bemerkt sonach, daß in Ausführung des in der jüngster Gemeinderathssitzung gefassten Beschlusses eine Depu- tation sich zum Herrn Josef Werndl begeben habe, um ihn zu ersuchen, seine Erklärung, aus dem Ge- meinderathe auszutreten, zurück- zunehmen. Hr. Werndl habe auf dieses Ansuchen zugesichert, im Gemeinde- rathe verbleiben zu wollen, wenn der Hr. Bürgermeister aufgefordert würde, seine Behauptung der Bau des Bürgerschulgebäudes sei um 30.000 fl zu hoch vergeben worden, zu rechtfertigen. Diese Aufforderung sei dem Hrn. Bürger-

Die Versammlung nimmt diese Mitteilungen zur Kenntniß und genehmigt die Resignation des Herrn Bürgermeisters. Hr. Dr Hochhauser beantragt, der Gemeinderath wolle dem Herrn Bürgermeister in Anerkennung der vielfachen Verdienste, die derselbe durch sein pflichteifriges und umsichtiges Wirken um die Stadt Steyr sich erworben, seinen Dank durch Erheben von der Sitzen ausdrücken und den Hrn. Vorsitzenden beauftragen, hievon den Herr Bürgermeister Pöltl in Kenntniß zu setzen. Sämtliche Mitglieder der Versammlung erheben sich. Der Hr. Vorsitzende bemerkt sonach, daß in Ausführung des in der jüngster Gemeinderathssitzung gefassten Beschlusses eine Deputation sich zum Herrn Josef Werndl begeben habe, um ihn zu ersuchen, seine Erklärung, aus dem Gemeinderathe auszutreten, zurück- zunehmen. Hr. Werndl habe auf dieses Ansuchen zugesichert, im Gemeinderathe verbleiben zu wollen, wenn der Hr. Bürgermeister aufgefordert würde, seine Behauptung der Bau des Bürgerschulgebäudes sei um 30.000 fl zu hoch vergeben worden, zu rechtfertigen. Diese Aufforderung sei dem Hrn. Bürger-

meister auch zugekommen und hierüber habe dieser nachstehendes Schreiben an den Gemeinderath gelangen lassen: „Löblicher Gemeinderath: In Entsprechung der verehrl. Zuschrift vom 19. diß.[?] beehre ich mich zu erwiedern, daß mehrere Herren so freundlich waren, mich am 19. diß.[?] zu verständigen, daß Herr Josef Werndl seinen Austritt aus dem Gemeinderate angemeldet habe und nur unter nachstehenden Bedingnißen bereit sei, ferner im Gemeinderate zu ver- bleiben. 1. Verlangte man von mir den Beweis zu liefern, daß das zu erbauende Volks u Bürgerschulgebäude wirklich um 30.000 fl zu hoch komme oder 2. Jemand beizuschaffen, welcher beantragten Bau um obige Ziffer billiger herstellt. Vor allen muß ich mir schon die Frage erlauben, ob der löbl. Gemeinderath, nachdem in der ersten Ausschreibung nur eine Offerte da war, vielleicht während meiner Abwesenheit eine zweite Ausschreibung veranlaßt habe, und ebenfalls keine Offerte eingelangt sind? Soviel mir bekannt, wurde dieß beschloßen, wie aber nachträglich erfahren, nicht ausgeführt, obwol der löbl. Gemeinderath dies im Interesse sämmtlicher Steuerträger hätte veranlaßen sollen. Der löbl. Gemeinderath kann also nicht sagen, meine Angabe

meister auch zugekommen und hierüber habe dieser nachstehendes Schreiben an den Gemeinderath gelangen lassen: „Löblicher Gemeinderath: In Entsprechung der verehrl. Zuschrift vom 19. diß.[?] beehre ich mich zu erwie- dern, daß mehrere Herren so freund- lich waren, mich am 19. diß.[?] zu verstän- digen, daß Herr Josef Werndl seinen Austritt aus dem Gemeinderate an- gemeldet habe und nur unter nach- stehenden Bedingnißen bereit sei, ferner im Gemeinderate zu ver- bleiben. 1. Verlangte man von mir den Beweis zu liefern, daß das zu erbauende Volks u Bürgerschulgebäude wirk- lich um 30.000 fl zu hoch komme oder 2. Jemand beizuschaffen, welcher bean- tragten Bau um obige Ziffer billi- ger herstellt. Vor allen muß ich mir schon die Fra- ge erlauben, ob der löbl. Gemeinde- rath, nachdem in der ersten Aus- schreibung nur eine Offerte da war, vielleicht während meiner Abwe- senheit eine zweite Ausschreibung veranlaßt habe, und ebenfalls keine Offerte eingelangt sind? Soviel mir bekannt, wurde dieß beschloßen, wie aber nachträglich erfahren, nicht ausgeführt, ob- wol der löbl. Gemeinderath dies im Interesse sämmtlicher Steuer- träger hätte veranlaßen sollen. Der löbl. Gemeinderath kann also nicht sagen, meine Angabe

sei unrichtig, weil sich derselbe nie vom Gegentheile überzeugt hat u eben daher auch nicht berechtigt ist, eine solche Frage an mich zu stellen, und die ich nur dann beantworten könnte, wenn auch die zweite Offert- ausschreibung erfolglos geblieben wäre, im welchem Falle mir aber auch nicht der Gedanke kommen könn- te, jemand zu beschuldigen. Ich habe mir schon beim Eintritte in den Gemeinderate meine Hand- lungsweise vorgezeichnet und ich kann es mit vollstem Selbstbe- wußtsein sagen, auch als Bürger- meister das Interesse der Steuer- träger stets gewahrt zu haben, u kann umhin, nur tief zubedauern, daß der Gemeinderat die begange- nen Fehler mir als Dank für mei- ne Aufopferung aufbürden wol- le. Besonders dankbar bin ich aber demjenigen Gemeinderate, wel- cher meine Demißion sogleich im Alpenboten veröffentlichen mußte, um jedem Blatte Gelegenheit zu geben, daraus nach Belieben Ka- pital zu schlagen. Achtungsvoll. Pöltl Steyr am 20. August 873 Wird zur Kenntniß genommen. Schließlich beantragt Hr Dr Hockhauser die Bausection möge beauftragt werden, mit dem Baumeister Hrn. Plochberger

sei unrichtig, weil sich derselbe nie vom Gegentheile überzeugt hat u eben daher auch nicht berechtigt ist, eine solche Frage an mich zu stellen, und die ich nur dann beantworten könnte, wenn auch die zweite Offertausschreibung erfolglos geblieben wäre, im welchem Falle mir aber auch nicht der Gedanke kommen könnte, jemand zu beschuldigen. Ich habe mir schon beim Eintritte in den Gemeinderate meine Handlungsweise vorgezeichnet und ich kann es mit vollstem Selbstbewußtsein sagen, auch als Bürgermeister das Interesse der Steuerträger stets gewahrt zu haben, u kann umhin, nur tief zubedauern, daß der Gemeinderat die begangenen Fehler mir als Dank für meine Aufopferung aufbürden wolle. Besonders dankbar bin ich aber demjenigen Gemeinderate, welcher meine Demißion sogleich im Alpenboten veröffentlichen mußte, um jedem Blatte Gelegenheit zu geben, daraus nach Belieben Kapital zu schlagen. Achtungsvoll.Pöltl Steyr am 20. August 873 Wird zur Kenntniß genommen. Schließlich beantragt Hr Dr Hockhauser die Bausection möge beauftragt werden, mit dem Baumeister Hrn. Plochberger

in Betreff des Schulbaues noch notwendiger Vereinbarungen zu treffen. Der Antrag wird angenommen. Schluß der Sitzung Dr. Parger Ferd: Gründler Gemeinderath Edelbauer Gem. R.

in Betreff des Schulbaues noch notwendiger Vereinbarungen zu treffen. Der Antrag wird angenommen. Schluß der Sitzung Dr. Parger Ferd: Gründler Gemeinderath Edelbauer Gem. R.

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