Ratsprotokolle 1850, Juli - Dezember

Joh. Wallner noch 37 Schuhmacher Gerechtsamen bestehen, welche, da mit Schuhen ein starker Hausierhandel getrieben wird, die Jahrmärkte allhier von vielen fremden Schuhmachern besucht werden, den Ortsbedarf hinlänglich decken. In früheren Zeiten haben die hiesigen Schuhmacher viel an benachbarte Ortschaften abgesetzt, was aber seit einigen Jahren nicht mehr der Fall ist, da alle umliegenden Ortschaften mit diesen Gewerben überfüllt sind, ein Beweis dafür ist, daß die hiesigen Meister gegenwärtig nur 40 Gesellen gegen früher 60 bis 70 beschäftigen u. mehrere jener Meister sich kümmerlich fortbringen, manche sogar verarmen. Bey diesen wahrheitsgetreuen Umständen hält es der G. Aussch. für seine Pflicht, auf die Wiederverleihung des von Johann Wallner zurückgelegten Personal Schuhmachergerechtsame nicht einzurathen, wohl aber im Intereße dieser Innung zu bitten, sowohl den Josef Stichl als fernere Bewerber darum in so lange abschlägig zu verbescheiden, als nicht günstigere Verhältniße für diese Gewerbsgenoßen eintretten. No. 1938. Die Vorsteher des hiesigen Schuhmacherhandwerkes bitten um Zurückweisung des Josef Stichl mit seinem Gesuche um Verleihung eines personellen Schuhmachergewerbes. Ist den Vorstehern der hiesigen Schuhmacherinnung mit Rathschlag zu erinnern, daß der G. Aussch. nicht berechtiget ist Personal-Gerechtsame zu ertheilen, sondern daß die Bezkshptmschft die hiezu zunächst berufene Behörde sey, der Gem. A. aber in vorkommenden Fällen jedesmal nur um seine Äußerung befragt wird, übrigens

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