Politische Ratsprotokolle 1839

Rathsprotokoll zur Sitzung am 9. Jänner 1839 in Politicis Gegenwärtige: Herr Bürgermeister Reißer Magistratsrath Haydinger, abwesend Freyinger Maurer Buberl Sekretär Bleyer Referat des Hr. Raths Freyinger 45. Kreisamtssignatur dt. 3. d.M. N. 6 auf das Gesuch des Maurerhandwerks um Belehrung rüksichtlich des Aufdingens u. Freysprechens der Militärbeurlaubten u. Verabschiedeten. Da die in dieser Signatur citirte Kurrende sich bloß auf die der Schule entwachsene Jugend bezieht, so sieht sich der Magistrat veranlaßt das Handwerk auf die noch in Kraft bestehenden Verordnungen wegen Beibringung der Schul-Wiederhohlungsunterricht- u Christenlehrzeugnisse bei dem Aufdingen u. Frey-

sprechen ohne Rüksicht auf das physische Alter zu verweisen u. sind die Lehrjungen in rücksichtswürdigen Fällen zur Dispenseerwirkung anzuweisen. Referat des Herrn Raths Buberl 68. Protocoll mit Barbara Werner um 6 wöchentliche Aufenthaltsbewilligung. Bewilligt, u. ist sich nach Verlauf des Termins mit einem Dienstort auszuweisen, oder bei Schubsvermeidung wegzubegeben. Protokoll mit Josefa Reitmayr in causa eadem. Bewilligt, hat sich Bittstellerin nach Verlauf der 6 Wochen bei Schubsvermeidung wegzubegeben, u. hat der Dienstherr den Dienstaustritt sogleich zu melden. 66. Relation des Distriktsactuars ad N. 7362 über den an den Garten des Josef Hödl anstoßenden Zwinger. Dem Josef Hödl ad N. 7362 zu bedeuten, daß dem Bittsteller die Benützung, des Zwingergrundes auf Widerruf gegen dem überlaßen werde, daß er selben nicht verbaue, gehörig räume, u. längst desselben die Stadtmauer im guten Stande herhalte. 96. Anzeige des Conscriptionsamt Steyr über die unbefugte Wanderung des Johann Hörtlehner in unkonskribirte Staaten. Da Hörtlehner ad militiam untauglich ist, so ist selber hierwegen mit zwölfstündigem Arreste zu bestrafen. Konstitut mit Georg Hörtlehner bei der Herrschaft Petronell wegen unbefugter Wanderung in unkonskribirten Provinzen. Da Hörtlehner ad militiam untauglich ist, wird selber der hierwegen ausgestandene 3 tägige Verhaft als Strafe angerechnet. Kreisamtscurrende dt. 29. Dez. 1838 N. 14185/25 mit der Republizirung der Vorschriften bei Übersiedlungen u. bei Ertheilung der Heurathslizenzen. Parien zu vertheilen, solche der Conscriptionsbuchführung, dem Expedite, u. Polizeiamtskanzley zuzustellen, auch an die Handwerksvorsteher

die Kurrende zu erlaßen, daß sie der Meisterschaft bekannt geben, von nun an dem Polizeiamte jeden in Arbeit trettenden Gesellen bekannt zu geben, u. die Wanderbücher dort zu hinterlegen. Reisser Bgstr. Bleyer Sekretär Protokoll aufgenohmen bei dem Magistrate Steyr am 12. Jänner 1839 in der Rathssitzung in Politicis Gegenwärtige: Herr Bürgermeister Reisser Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Bleyer Referat des Hr. Raths Haydinger 167. Tagsatzungsprotokoll in caa. Armeninstitutsrechnungsführung Maria Überlachner um Pfändung wegen schuldigen 10 fl 21 xr Schein. Der Maria Überlachner werden die gebethenen Zahlungsfristen gegen genaue Zuhaltung, als sonst gegen sie executive fürgegangen werden müßte, zugestanden. Referat des Hr. Raths Maurer Anzeige des Distriktsactuars wegen der Übergabe der A. M. Gaßner in das Krankenhaus allhier, u. deren gänzlicher Vernachläßigung durch den Schrankenpächter Hoffmann. Nachdem diese Person am 9. d.M. einstweilen in das

hiesige Krankenhaus gegen den dem Fonde zu leistenden Ersatz der Kosten aufgenohmen worden ist, da noch ihre Nationale aufzunehmen, u. übrigens über diesen Vorfall der Thatbestand zu erheben. Reisser Bgstr. Bleyer Sekretär Rathsprotokoll zur Sitzung am 16. Jänner 1839 in Politicis Gegenwärtige: Herr Bürgermeister Reisser Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Bleyer Referat des Hr. Raths Haydinger Georg Johann Leithner um Aufnahme als unentgeldlicher Kanzleipraktikant. Einstweilen nur zur Probe auf 6 Wochen bewilligt. 193. Reggsdecret dt. 7. Dez. d.J. N. 33201 intimirt mit Kreisamtssignatur dt. 8. Jänner 1839 N. 309 wodurch 1700 fl CMz a Conto der Erbschaft des hiesigen Armeninstituts aus der Pfarrer Öpingerschen Vlaaft. mit dem Auftrage in deren Fructificirung anher gemittelt werden. Die Armeninstitutsrechnungsführung hat diese 1700 fl CMz in Rechnung zu stellen, u. sind wegen deren Anlegung die Edikte zu affigiren, u. der Zeitung dreimal einzurüken.

Referat des Hr. Raths Freyinger 224. Kreisamtssignatur dt. 11. d. M. N. 420 um Bericht über den Rekurs des Zimmerlehrjungen Josef Hoffmann wegen verweigerter Meldscheinsvidirung. Bericht an das k.k. Kreisamt zu erstatten, u. darin um Abweisung des Rekurrenten zu bitten, weil sich von Seite der betroffenen Gerichte bei Ausstellung der Meldscheine nicht nach Vorschrift der Kreisamtscurrende dt. 18. Nov. 1832 Z. 11903 benohmen worden sei. 188. Georg Weindlmayr und Barbara Friedl um Heurathsbewilligung. Nachdem der Magistrat Gratz die Verehelichungsbewilligung ertheilt hat, nimmt man bei der ausgewiesenen Erwerbsfähigkeit keinen Anstand, denselben als Geburtsobrigkeit zu bestättigen. Referat des Hr. Raths Maurer 7511 de 1838. Schreiben des Kirchamts Enns in Betreff des zum hiesigen Stadtpfarrhofe gehörigen Mörtlmayrzehents. Dem Hr. Sekretär Bleyer zur Errichtung des Pfarrinventars zuzustellen, u. eine Abschrift dieses Schreibens sammt Beilage dem Landrechte Linz als Franz Öppingerschen Abhandlungsinstanz zuzustellen. 175. Anzeige des Distriktsactuars wegen Übergabe der A. M. Gaßner in das hiesige Krankenhaus, u. deren gänzliche Vernachläßigung durch den Schrankenpächter Hoffmann. Referent Rath Maurer erstattet folgenden Vortrag: „Über die polizeyämtliche Anzeige de praes. 11. d.M. Z. 175 p. wegen übler Mißhandlung der Anna Maria Gaßner wurde mit magistratlicher Erledigung dt. 12. d.M. aufgetragen, darüber den Thatbestand herzustellen. Demzufolge verfügte man sich in das hiesige Krankenhaus, wohin die A. M. Gaßner aus ihrem früheren Aufenthaltsorte einstweilen gebracht wurde. Aus dem mit ihr aufgenohmenen Protokolle vom 14. d.M. geht nun hervor, daß man nicht einmal über die nothwendigsten Fragen die gehörige Auskunft von ihr erhalten konnte. Da nun einerseits der Magistrat als politische Behörde auf den Grund dieser Anzeige zur genauen Erforschung eines etwa begangenen Verbrechens zu sehen hat, andernseits derselbe aber auch auf Dekung

zu seiner Rechtfertigung Bedacht sein muß, diese aber ohne Ausstellung eines ärztlichen Parere über den geistigen u. körperlichen Zustand der A. M. Gaßner kaum erreicht werden dürfte, so ist Referent der Meinung: „Es sei sich mit Note an das k.k. Kreissanitätspersonale wegen Erhebung der Leibes- u. Gemüthsbeschaffenheit der A. M. Gaßner um ihr Gutachten zu verwenden.“ Sämmtliche Votanten sind mit diesem Antrage einverstanden, daher: Conclusum per unanimia: Ist sich mit Note an das k. k. Kreisamtssanitätspersonale wegen Erhebung der Leibes- u. Gemüthsbeschaffenheit der A. M. Gaßner ihr Gutachten zu verwenden. Referat des Hr. Raths Buberl 250. Karl Jocher um ein Zeugniß, daß er als ordentlicher Mann u. pünktlicher Zahler bekannt sei. Dem Bittsteller zu bestättigen, daß gegen ihn nie etwas Gesetzwidriges u. keine Schuldzahlungsklage vorgekommen sei. Bleyer Sekretär Nachtrag zum Referate des Hr. Raths Haydinger 222. Untersuchungsakt gegen den Maurergesellen Kaspar Großner wegen angeschuldetem Polizeyexzeß gegen die körperliche Sicherheit. Kaspar Großner ist des Polizeyexzeßes gegen die körperliche Sicherheit schuldig, dieserwegen mit zwölfstündigem Arreste zu bestrafen, u. habe dem Beschädigten Mathias Schwarz den im Rechtswege auszumittelnden Schadenersatz zu leisten. Reisser Bgst. Bleyer Sekretär

Raths-Protocoll Zur Sitzung am 19. Jänner 1839 in Politicis Gegenwärtige Herr Bürgermeister F. S. Reißer Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll Aus dem Referate des Hrn. Magist. Rathes Haydinger N. 280 P. Leopold Hofmacher bittet um Ausfertigung eines Zeugnißes über seine Verwendung im Politischen. Dem Hrn. Bittsteller auf seine Eingabe zu bestättigen, das derselbe während seiner einjährigen Rechtspraxis sich auch zu allen polit. Geschäften besonders bei Führung der Untersuchung in schw. Pol. Uib. gebrauchen ließ, hiebei vorzügl. Fleiß, gründliche Gesetzeskenntniße, u. richtige Anwendung bewiesen, sich auch eines guten moralischen Wandels befließen habe. N. 278 P. Stadtpfarramte, Schreiben, die Vergebung der bischöflichen Pfründe an Anna Maria Hölzlhuber. Dem M. V. Fonds-Rechnungsführer zur Amtshandlung in Abschrift.

Aus dem Referate des Hrn. Mag. Rathes Freyinger N. 304 P. Protokoll mit zwei Bürgerausschüßen in Betreff des Verehelichungsgesuches des Gottfried Knittl. ad acta, und, nachdem Bittsteller keinen hinreichenden Erwerb ausweiset, demselben auf seine Eingabe ad N. 7821 zu erinnern, daß der angesuchte Ehekonsens nicht ertheilt, u. dem Meldschein der Holzinger nicht vidirt werden könne. Aus dem Referate des Hrn. Magistr. Rathes Maurer N. 269 Die Mildenv. Fonds-Rechnungsführung überreicht die instruirte M. V. F. Rechnung pro 1838 zur Vorrevision u. Bestättigung. Dem Rechnungs-Revidenten zur Revision binnen 14 Tagen. N. 275 Das Kaßaamt überreicht die Kammeramtsrechnung für das Mil. Jahr 1838 nebst 794 Stk. Beilagen. Dem Rechnungs-Revidenten zur Revision binnen 14 Tagen. Aus dem Referate des Hrn. Mag. Rathes Buberl N. 306 Gesuch des Drexlergesellen Josef Vary um Verehelichungsbewilligung mit der Drexlerswitwe Theresia Föhr. Mit dem zurückzustellen, das Bittsteller die erwirkte Aufnahme in den österr. Staatsverband, u. die Braut ihren Taufschein u. den Todenschein ihres Mannes vorerst beizubringen habe. Reisser Bgstr. Knoll Sekretär

Rathsprotocoll Zur Sitzung am 23. Jänner 1839 in Politicis. Gegenwärtige Herrn Bürgermeister Fr. S. Reisser Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll Aus dem Referat des Hrn. Magistratsrathes Freyinger. N. 351 Protokoll mit Georg Müllner über das Gesuch des Elias Holzinger wegen Erwerbsteuerscheins-Ausstellung zur Erzeugung der Nägel ohne Feuer. Wird Bittsteller mit 3 fl zur E. St. in Vorschlag gebracht, u. ist an derselben des Certificat auszustellen. N. 362 Rosina Grillnberger DrahtziehergesellenEheweib in Aichet bittet um Verwendung eines Erw. St. Scheins für die freie Beschäftigung des Verkaufes selbsterzeugter Strickwaaren. Mit 3 fl zur E . St. in Vorschlag zu bringen. N. 354 Johann Sailer, Verfertiger von Kinderspielwaren aus Papier bittet um Verwendung höheren

Orts wegen seiner Aufnahme als österr. Staatsbürger. Wegen nicht hinreichend nachgewiesener Erwerbsfähigkeit kann von diesem Gesuche kein weiterer Gebrauch gemacht werden, daher zurückzustellen. N. 305. Protokoll mit den Bürgerausschüßen betreffend das Gesuch Karl [?] um Bewilligung zum Weinausschank seines selbsterzeugten Brandweins u. Rosoglio. In Folge Hofk. Dekr. 7. Jänner 1819 Z. 467 wegen nicht nachgewiesenen Bedarf zurückzuweisen. N. 373. Ignatz Pfaffenbichler bürg. Hausbesitzer u. Salzverschleißer in Ort N. 6 bittet um Meldscheinsertheilung behufs seiner Verehelichung mit A. M. Ehrhart. Der Meldschein für Ignatz Pfaffenbichler auszustellen u. jener der A. M. Ehrhart zu vidiren. Aus dem Referat des Hrn. M. Rathes Maurer. N. 117. Protokoll über die Vernehmung des Kaspar Stübinger wegen Gefällen-Rückstand. Dem Kaßaamte abschriftlich zuzustellen, u. dem Kaspar Stübinger rathschlägig zu bedeuten, daß wenn die von Frühstückl eingegangenen Verbindlichkeit nicht fortwährend genau erfüllt werden sollte, ohneweiters zu den dem Magistrate zuständigen Zwangsmitteln geschritten werden würde. Aus dem Referate des Hr. Mag. Raths Buberl N. 316. Kreisamt eröffnet den h. Regierungsbescheid dto. 30. Dezbr. 1838 Z. 37401 in Betreff der ehehaften Eigenschaft des Adam Hallerischen Lohnkutscher-Befugnißes zur Berichtserstattung binnen 8 Tagen. Der Grundbuchsführung um genauen Vorbericht. N. 312. Anna Kernstock, hiesige Meßerermeisterstochter, bittet um den Meldschein zu ihrer Verehelichung mit Florian Kühne. Den geburtsobrigkeitl. Heirathsmeldschein auszustellen. Reisser Bgstr. Knoll Sekretr

Rathsprotocoll Zur Sitzung am 26. Jänner 1839 in Politicis Gegenwärtig Herrn Bürgermeister Fr. S. Reisser Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll Aus dem Referate des Hrn. Mag. Rathes Freyinger N. 296 K. A. Dekret N. 161 betreffs die Entscheidung der h. Regg. über den Rekurs des Magistrats Steyr gegen den kreisämtl. Bescheid vom 6.7. v.J. Z. 9047 hinsichtl. des Standlgeldes-Rückstandes der Anna Kögl. Dekret an den Hauseigenthümer Andreas Woisetschläger zu erlaßen, hierüber binnen 14 Tagen seine Aeußerung zu erstatten. N. 391 Karl Bäcker, chirurg. Gehülfe u. Eigenthümer des Schnürmachergewerbes zu Stadt Steyr bittet um Verleihung einer Barbierstube mit Inbegriff der Ausübung der niederen Chirurgie. Die hiesigen bürgerlichen Wund-

ärzte zu vernehmen. Aus dem Referate des Hrn. Rathes Buberl. N. 397 Kreisamt eröffnet, daß hohe Regierung das wider den Handelsmann Franz Struggl wegen schw. Poliz. Uibertretg. gegen die Sicherheit des Lebens nach § 109 II. Th. des Stfg. auf 50 fl CMz geschöpfte u. vorgelegte Urtheil bestätiget habe. Aufzubehalten u. das Urtheil zu publiciren. N. 405 Expedit bittet um Anweisung von 10 xr CMz Bothenlohn nach Sierning. Dem Kaßaamte von Zahlung aus der Concurrenzkaßa zuzustellen N. 419 Leopold Vogl, Polierergesell bei Herrn Vinzenz Stumberger bittet um den Meldschein zur Ehe mit Maria Felbauer und die coãtische Aufnahmsurkunde für seine Braut. Für den Bittsteller der Meldschein und sie die Braut die Aufnahmsurkunde auszustellen. Reisser Bgst. Knoll Secretär

Rathsprotocoll Zur Sitzung am 30. Jänner 1839 in Politicis. Gegenwärtige Herr Bürgermeister Fr. P. Reisser Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll Aus dem Referate des Hrn. Magistratsrathes Haydinger N. 7563 Besetzungsvorschlag in Betreff des Matern Hammerischen Stipendiums zur jährlichen 16 fl CMz. Herr Referent Magistratsrath Haydinger ist in Erwägung, daß beide Competenten, nehmlich Alois Köstler, bürgerl. Schneidermeister allhier für seinen in Kremsmünster in der 2. Grammatikalklaße studierenden Sohn Alois, dann Emilian Rußmayr, Hörer der philosofischen Studie im 2. Jahrgange zu Kremsmünster, den Besitz der zur Erlangung dieses Stipendiums nöthigen vorgeschriebenen Eigenschaften ausgewiesen haben und nur Emilian Rußmayer die Zeugniße von den letzten 2 Semestern nicht beibringen konnte, weil er das Unglück hatte, sich den Fuß zu brechen, somit dieses Jahr seine Studien nicht fortsetzen konnte,

dafür aber die 2 Zeugniße des Jahres 1837 beibrachte, Emilian Rußmeyr ferner vom Vater aus, der Köstler hingegen nur von der Mutter aus verwaist ist, somit Emilian Rußmeyr, da deßen Mutter noch überdieß 3 unversorgte Kinder hat, in mißlicheren Verhältnißen sich befindet, als der Köstler Schneider, der 2 Kinder außer diesem seinen Sohne besitzet, der Meinung, daß dieses Stipendium dem Emilian Rußmeyr zu verleihen sey. Herr Magistratsrath Freyinger ist der Meinung, daß Emilian Rußmeyr sich über den Besitz der zur Erlangung dieses Stipendiums vorgeschriebenen Eigenschaften nicht zureichend ausgewiesen habe, indem er die Kenntniße von den letzten zwei Semestern nicht besitze, die in der Ausschreibung verlangt wurden u. die Zeugniße aus einem früheren Jahre dieselben nicht vertreten können, und trägt daher darauf an, daß das in Frage stehende Stipendium dem Sohn des Schneidermeisters Köstler, namens Alois Köstler, welcher alle Eigenschaften vorschriftmäßig nachgewiesen hat, zu verleihen sey. Herr Magistratsrath Maurer schließt sich der Meinung des Hrn. Magistrathes Freyinger aus den vom letzteren angeführten Gründen an, und glaubt noch ausdrücklich beifügen zu müßen, daß die Mutter des Emilian Rußmeyr nach seiner Privatwißenschaft bedeutendes Vermögen besitze u. ihr daher die Erhaltung ihres Sohnes weit weniger empfindlich falle, als dem Schneider Köstler, den er als arm kennt. Dagegen schließt sich Herr Magistratsrath Buberl der Meinung des Hrn. Referenten Haydinger an, und glaubt, daß dieses Stipendium um so mehr dem Emilian Russmeyr zu verleihen sey, weil derselbe nicht aus seinem Verschulden, sondern wegen Krankheit unvermögend sey, die Zeugniße vor den zwei letztabgefloßenen Semestern beizubringen. Der Vorsitzende Herr Bürgermeister Franz S. Reißer giebt bei diesen gleichgetheilten Stimmen seine Meinung dahin ab, daß dieses Stipendium dem in Kremsmünster in der 2. Grammatikalklaße studierenden Sohn des hiesigen bürgerlichen Schneidermeisters in Erwägung, daß Emilian Rußmeyr die vorgeschriebenen Eigenschaften nicht besitze, indem ihm die Zeugniße von den letzten 2 Semestern mangeln u. der Umstand, daß er sie wegen Krankheit nicht beibringen konnte, nicht berücksichtiget werden dürfe, im Gegentheile aber Alois Köstler alle zum Besitze dieses Stipendiums vorgeschriebenen Eigenschaften nachgewiesen habe,

Köstler, namens Alois Köstler, verliehen werden soll. Conclusum per majora: Das erledigte Matern Hammersche Stipendium per 16 fl CMz sey dem Kremsmünster in der 2. Grammatikklaße studierenden Sohn des hiesigen bürg. Schneidermeisters Köstler namens Alois Köstler zu verleihen. N. 444 Der bürgerl. Oekonomierath und Bürgerausschuß dieser Stadt bringt sein Hofgesuch bezüglich der schwebenden Mortuars- u. Laudemial-Frage zur magistratischen Kenntniß. Dem Kaßaamte um Vorbericht zur genauen Nachweisung wie die jährlichen Kaßareste u. aus welchen Quellen sie entstehen. N. 455 Kreisamtsdekret wegen Vorlage der Vernehmung der Bürgerschaft die Herabsetzung der Mortuar- u. Laudem. Gebühren betreffend. Sich höheren Orts unter Anführung der obwaltenden Umstände dahin zu verwenden, daß diese Vernehmung bis zur Zustandebringung des Präliminars pro 1840 verschoben werden dürfe. Aus dem Referate des Hrn. Magistr. Raths Freyinger N. 458 Schreiben des Magistrats Eisenerz in Betreff einer dem dortigen Hrn. Pfarrer Florian Baumann entwendeten goldene Sackuhr samt goldener Kette u. das muthmaßlich hier befindlichen Thäters. Dem Polizeiamte zur Ausforschung der Uhr, sohin zum sogleichen Bekanntgebung des K. A. Circulars an die Uhrmacher gegen Relation zuzustellen, den Josef Ortner polizeilich im Geheim zu überwachen, Hausvisitation vorzunehmen u. hienach das Communicat zurückzuschließen. N. 453 Lorenz Prinz, Eisengeschmeidhändler bittet inerwähnten Ausweis über seinen überreichten Rekurs gegen den Bescheid vom 7./12. 9ber v.J. Z. 7001 pcto untersagten Verkauf der verfertigten Feuergewehre zur Wißenschaft zu nehmen. Zur Wissenschaft genommen. N. 466 Protokoll mit den Bürgerausschüßen über das Verehelichungsgesuch des Ignatz Haslinger. Den Meldschein für Ignatz Haslinger auszustellen, u. den der M. A. Riener zu vidiren. N. 467 Protokoll mit den Bürgerausschüßen

über das Verehelichungsgesuch des Franz Xaver Maxwald. Dem Bittsteller keine hinreichende Erhaltungsquelle ausweiset, kann in dieses Gesuch nicht gewilliget werden. Aus dem Referate des Hrn. Magistr. Raths Maurer. N. 143 Kreisamtsdekret in Betreff der Errichtung u. des Bestehens des hiesigen Bürgerkorps. Dem Hrn. Major Gschaider aufzutragen, in 8 Tagen eine Standesliste über das hiesige Bürgerkorps vorzulegen u. sich über das Verhältniß der Artillerie zum Bürgerkorps zu äußern. Aus dem Referate des Herr Magistr. Raths Buberl N. 468 Georg Mathäus Wild, Ahlschmidgesell N. 52 bei der Steyr weiset sich über den abgelegten Unterthansu. österr. Staatsbürgereid aus, u. bittet wiederhohlt um Bewilligung zu seiner inwohnungsweisen Verehelichung mit Juliana Krenalt. Für den Bittsteller der Meldschein auszustellen u. jener der Braut zu vidiren. N. 449 Protokoll über die Publikation des von h. Regg. ex offo bestättigten StrafUrtheiles wider Ignatz Struggl wegen schw. P. Ü. gegen die Sicherheit des Lebens nach § 109 dt. 24. 8ber v.J. N. 6706 P. Wird die Rekursanmeldung zur Nachricht genommen u. die Uiberreichung des Rekurses gewärtiget. Reisser Bgstr. Knoll Secretr.

Armen-Coons-Protocoll dto. 4. Februar 1839 Gegenwärtige (P. T.?) H. Dechant und Stadtpfarrer Joseph Plersch Vorstadtpfarrer Alois Himmelreich Magistratsrath Haydinger Aktuar Weeber Armenvater Stadler do. Hayder do. Grosauer do. Benoit do. Erb. do. Schlader do. Gröswang No. 123. Schreiben von Stadtpfarramt wegen Blinden Joseph Wagner von der Blindenanstalt in Linz dessen Unterstützungsbeytrag betr. Da die Mutter Schlechta dieses Wagner sich erklärte, den zwischen ihr und den natürlichen Vater abgeschlossenen gerichtl. Vergleich wegen Beytragsleistung für diesen Sohn beyzubringen, so ist einstweilen bis da sind der vorliegende Gegenstand in suspenso zu behalten. Zurück zum Referenten.

N. 7934Theresia Wulzinger Einwohnerin in der Stadt N. 153 bittet um das Armengeld. Nachdem die Tochter Anna in FeyStadt gebohren, und die Wittwe dort ansässig war, somit von dort her das Armengeld zu beziehen hat, so ist sich dorthin Anschluß der nöthigen Zeugniße an Magistrat Freystadt dieserwegen zu verwenden. N. 386 Maria Schmidtin Innwohnerin in der Stadt N. 96 um das Armengeld. Da Bittstellerin dem Ansehen nach, noch arbeitsfähig ist, so kann derselben für dermalen kein Armenbeytrag erfolgt werden. N. 230 Ignatz Kupfer und sein Weib Theresia Inwohner in Aichet N. 74 um das Armengeld. Den Bittstellern werden jeden wöchentl. 14 xr zusammen für beyde wöchentl. 28 xr W.W. aus der Armenkassa angewiesen. N. 7933 Elisabeth Pösinger Inwohnerin in Aichet N. 41 um das Armengeld. Der Bittstellerin werden aus der Armenkassa wöchentlich 28 xr W.W. bewillig. N. 133 Wolfgang Ecker Innwohner in Wieserfeld N. 26 um das Armengeld. Dem Bittsteller werden wöchentlich 21 xr W.W. aus der Armenkassa zugetheilt. N. 337 Franz Bainhackl und sein Weib Theresia in Aichet N. 78 um das Armengeld. Den Bittstellern werden jeden 14 xr zusammen für beyde wöchentlich 28 fl W.W. aus der Armenkassa angewiesen. N. 7970 Eleonora Ernst in Aichet N. 96 für den blödsinnigen Ignatz Fröschl um das Armengeld. Ist vorerst das ärztliche Zeugniß beyzubringen. N. 221 A. M. Haller Inwohnerin in Ort N. 44 um das Armengeld zu erhöhen. Der Bittstellerin wird ihr bisher bezogener Armenbeytrag von wöchentlich 14 xr auf 21 xr W.W. erhöht. N. 7541 Theresia Eckel? Innwohnerin in Aichet N. 48 um das Armengeld. Werden der Bittstellerin wöchentlich 21 xr W.W. aus der Armenkassa angewiesen. N. 385 Magdalena Reinfertswimmer? Innwohnerin in der

Schönau N. 13 um das Armengeld. Werden der Bittstellerin wöchentlich 28 xr W.W. aus der Armenkassa angewiesen. N. 7521 A. M. Schmid Innwohnerin in Aichet N. 23 um das Armengeld. Werden der Bittstellerin wöchentlich 21 xr W.W. aus der Armenkassa bewilligt. N. 220 Paul Stöger Inwohner in Steyrdorf N. 36 um Armengelds Erhöhung. Dem Bittsteller wird seom bisher bezogener wöchentlicher Armenbeytrag pr. 21 xr auf 28 xr W.W. erhöcht. N. 7520 Johannd Zauner Inwohner in Ort N. 4 um Armengelds Erhöhung. Dem Bittsteller wird seine bisher bezogener wöchentlicher Armenbeytrag von 14 xr auf 21 xr W.W. erhöcht. N. 134 Peter Unterholzinger Inwohner in Ennsdorf N. 71 für sein Weib Elisabeth um Betheilung aus dem Armenfond. Dem Weibe des Bittstellens werden wöchentlich 14 xr W.W. aus der Armenkassa angewiesen. N. 483 Georg Putz Inwohner in Steyrdorf N. 30 für seine Tochter Josepha um das Armengeld. Wird der Tochter des Bittstellers ein wöchentlicher Armenbeytrag von 21 xr W.W. aus der Armenkassa angewiesen. N. 456 Anna Mria Pichler Inwohnerin in Aichet N. 126 um Unterstützung ihres unehelichen Kindes Johanna Katharina aus dem Armenfond.Der Bittstellerin werden für ihr Kind, welches hier gebohren wurde, ein Armenbeytrag von wöchentlich 28 xr W.W. ertheilt, und zwar mit dem Beysatze, daß der erhaltene Beytrag seiner Zeit wieder der Armenkassa zurück bezhlt werden müsse, so bald sie von den angeblichen Vater des Kindes den

Unterhaltsbeytrag erhalten haben wird. N. 7931 Franz Reitmayr Inwohner bey der Steyr N. 69 um Bestreitung der Arzneykosten für sein Weib. Da das Weib des Bittstellers genesen, so hat selber den Arzneykonto zur weiteren Zahlungs Anweisung beyzubringen. N. 132 Joseph Grabner Inwohner bey der Steyr N. 10 für sein Weib um das Armengeld.Dem Weib des Bittstellers werden auf die Dauer ihrer Krankheit wöchentlich 21 xr W.W. bewilligt. N. 724 Ignatz Kanzler Innwohner in Steyrdorf N. 20 um das Armengeld. Dem Bittsteller werden wöchentlich 28 xr W.W. aus der Armenkasse angewiesen. Joseph Plersch Stadtpfarrer Haydinger M. Rath Alois Himmelreich Pfarrer Weeber Aktuar Reisser Bgstr. Rathsprotocoll Zur Sitzung am 6. Februar 1839 in Politicis. Gegenwärtig Herr Bürgermeister J. S. Reißer Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll N. 520. Aus dem Referate des Hrn. Magistr. Raths Freyinger Polizeiamt Steyr relationirt über die im Josef Ortnerischen Hause N. 30 in Reichenschwall gepflogene Hausuntersuchung. Zu hinterlegen u. hienach das sub N. 458 p. inliegende Schreiben an den Magistrat Eisenerz zu beantworten. N. 521 Polizeyamt Steyr relationirt in Betreff des Josef Steinrock. Zu hinterlegen u. hienach das Schreiben des Kriminalgerichts Gratz sub N. 350 zu beantworten. N. 706 Protokoll mit Theres. Wölfle wegen Taxnachsicht. In den Abschreibungsausweis aufzunehmen.

Aus dem Referate des Hrn. Magistr. Rathes Maurer. N. 733 Renote der k.k. hauptgewerkschaftl. Oberfaktorie wegen der Verträge um des Franz Harazmüller'sche Kastengebäude auf dem Berg. Ist sich nun mittelst Schreiben an die k.k. hauptgewerkschaftl. Eisenwerksdirektion in Eisenärz dieserwegen zu verwenden. Aus dem Referate des Hrn. Mag. Raths Buberl N. 496 Viktoria Edlinger bittet um inwohnungsweise Aufnahme bei Hrn. Rothenberger in Aichet HN. 54. Da der Leumunths- u. Erwerbsverhältnißen der Bittstellerin gegründete Bedenken entgegenstehen, abzuweisen. N. 497 Michael Ackerl Schuhmachermeister in Ramingsteg N. 15 bittet um Gestattung des Besuches des hiesigen Wochenmarkts mit seinen selbst angefertigten Schuhmacherwaaren. Bewilligt, da Bittsteller im hiesigen Bezirk ein Schuhmachergewerbe ausübt. N. 479 Kreisamt macht bekannt, daß Martin Baumgartner zur Abgabe in das k.k. Prov. Zwangsarbeitshaus noch nicht geeignet sey, u. daher die gegeschöpfte Not[?] nicht bestättiget werden könne. Den Martin Baumgartner seines Verhaftes zu entlaßen. N. 431 Äußerung der geistl. Vogtei der Stadtpfarrkirche über das Gesuch des Thurnermeister Franz Gruber wegen Gehaltserhöhung. Diese Aeußerung samt Comunicaten dem k.k. Kreisamt mit Bericht vorzulegen. N. 688 Protokoll mit dem Bürgerausschuß über das Verehelichungsgesuch des Simon Neubauer. Mit Schreiben in Abschrift an die Verwaltung des landf. Ritterlehens Oberenthing zu Kremsmünster zu übermachen. N. 687 Protokoll mit dem Bürgerausschuß über das Verehelichungsgesuch des Stefan Aschermann. Aufzubehalten u. das sub N. 279 inliegende Gesuch abweislich zu erledigen, nachdem die Meldscheine nicht vorschriftmäßig ausgestellt wurden u. die Heirathswerber ihre Leumunths- u. Erwerbsverhältniße nicht genügend nachgewiesen haben. N. 697 Protokoll mit den Vorstehern des hiesigen Schneiderhandwerkes über das Gewerbsgesuch des Alois

Gschaltner. Aufzubehalten, u. das sub N. 8400 inliegende Gesuch abweislich zu erledigen nachdem der Bedarf u. die Ortsverhältniße eine Vermehrung des hiesigen Schneidergewerbe nicht nothwendig macht, zugleich Bittsteller die Wanderjahre nicht genügend nachgewiesen hat. N. 743 Jakob Baumann, hiesiger Polizeisoldat bittet um Ausfolgung eines Dienstzeugnißes zum Behufe seines Einschreitens um eine erledigte Polizeidienersstelle zu Leonstein. Demselben rathschlägig zu bestättigen, daß er den ihm obliegenden Pflichten ordentlich nachgekommen sey, u. ein ordentliches Betragen an den Tag gelegt habe. N. 702 Kreisamt intimirte die h. Rggsentscheidung in Betreff des dahin vorgelegten Rekurses des Lorenz Prinz wegen Verpachtung seiner Landkutschergerechtsamme. Der Lorenz Prinz unter Beilagenrückschluß abschriftlich zu verständigen. Reisser Bgstr. Knoll Secretär Rathsprotocoll Zur Sitzung am 9. Februar 1839 in Politicis. Gegenwärtig Herr Bürgermeister Fr. S. Reisser Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll Aus dem Referate des Hrn. M. Rathes Haydinger N. 488 P. Johann Kneidinger Besitzer der Hammerschmiede an der Gusen zu Affenberg Pf. u. Hft. Reichenau, bittet um das Kapital per 1700 fl CMz W.W. aus dem Armeninstitute. Da Bittsteller zu entfernt von hier ist u. sein Reale dem Magistrat unbekannt, kann in dieses Gesuch nicht gewilliget werden. N. 731 Friedrich u. Elis. Fichtner, Hausbesitzer N. 17 in der Stadt bitten um ein Darlehen von 860 fl 17 xr CMz aus dem hiesigen Armenfonde mittelst Satzabhösungen. Der bei den Bittstellern die Einbringung der fallenden Inteen. mit vielen Schwierigkeiten verbunden ist, kann in dieses Gesuch nicht gewilliget werden.

N. 797 Simon Herlhuber HN. 46 in Aichet bittet ihm das bei der Stadtkaßa zur Anlegung bereit liegende Kapital per 1700 fl oder doch 500 oder 600 fl auf seine obige Behausung darzuleihen. Vorerst ein Grundbuchsextract diesem Gesuche anzuschließen. Herr Mag. Rath Freyinger N. 750 Das Expedit bittet um execut. Einhebung der von Joh. Schrotz zum prov. Taxamt schuldigen Taxen pr. 2 fl 13 xr CMz. Bewilliget u. dem Rathsdiener Dumbacher aufgetragen. N. 798 Eva Maria Zippermayr Schuhmachermeisterin u. Mitbesitzerin des Hauses N. 8 in Ennsdorf bittet um Bewilligung zur Ausübung der frei erklärten Beschäftigung aus selbstgewundenen Baumwolle gestrickte Strümpfe, Kinderhaubeln u. Sthramperln erzeugen u. verkaufen zu dürfen. Zur E.St. pr. 3 fl in Vorschlag zu bringen, u. der Bittstellerin auf Ansuchen ein Certificat auszustellen. N. 812 Protokoll mit den Bürgerausschüßen über das Gesuch des Josef Landerl pr. Verehelichung mit Anna Murauer. Bittsteller wegen nicht hinreichend ausgewiesenen Erwerb, u. mangelnden Taufschein abzuweisen. Aus dem Referate des Hrn. M. Rathes Buberl. N. 794 Protokoll mit Antonia Heindl wegen verdächtigen nächlichen Herumziehen. Derselben nach § 254 des 2. Thls. Stf. G. der ausgestandene 4 tägige Untersuchungsarrest u. die erhaltenen 6 Ruthenstreiche als Strafe anzurechnen. N. 795 Protokoll mit Katharina Gitzmeyr wegen verdächtigem nächtlichen Herumziehen. Derselben, als zum ersten Mahle betretten, der ausgestandene 4 tägige Untersuchungsarrest nach § 254 Stf. G. II. Th. als Strafe anzurechnen. N. 796 Protokoll mit Theckla Schäfler wegen verdächtigem nächtl. Herumziehen. Derselben nach § 254 Stf. G. II. Th. der ausgestandene 4tägige Untersuchungsarrest als Strafe anzurechnen. Reisser Bgstr. Knoll Secrtr.

Rathsprotocoll zur Sitzung am 13. Februar 1839 in Politicis Gegenwärtige: Herr Bürgermeister Fr. S. Reißer Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Bleyer, abwes. Knoll Aus dem Referate des Hrn. M. Rathes Buberl N. 831 Protokoll mit den Vorstehern der Wirthskomunität über das Gesuch des Simon Höllhuber um Verleihung einer Bierwirthsgerechtsame. Aufzubehalten, u. das sub N. 163 inliegende Gesuch in Berücksichtigung, das eine dießfällige Gewerbsvermehrung nicht nothwendig ist, u. hier noch besondere polizeiliche Rücksichten obwalten, abweislich zu erledigen. Reisser Bgstr. Knoll Sekretr.

Rathsprotocoll Zur Sitzung am 16. Februar 1839 in Politicis Gegenwärtige: Herr Bürgermeister F. S. Reißer Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll Aus dem Referate des Hrn. Mag. Rathes Haydinger N. 835 Simon Herlhuber Besitzer des Hauses N. 46 in Aichet bittet um ein Darlehen aus den anzulegenden Geldern bei dem Armeninstitute. Da dieß Gesuch mit dem beigeschloßenen Grundbuchsextract nicht übereinstimmt, dasselbe zur Verbeßerung rückzustellen. N. 874 Das Kaßaamt erstattet den abgeforderten Bericht bezüglich der Herabsetzung des Laudemiums u. Mortuariums. Von dieser Eingabe seiner Zeit Gebrauch zu machen, daher bei den übrigen Akten aufzubewahren. Aus dem Referat des Hrn. Mag. Rathes Freyinger N. 870 Regierungs-Circulare Z. 40020 betreffend die Verwandtschafts-

u. Schwägerschaftsverhältniße zwischen Beamten. Zur Wissenschaft, Parien zu vertheilen. Aus dem Referate des Hrn. M. Rathes Maurer N. 839 Remißschreiben des Magistr. Vöcklabruck in Betreff der Anna Krendlbäckschen? Verpflegs- u. Heilkosten. Wegen Vergütung dieser Kosten mit Bericht an das Kreisamt sich zu verwenden. N. 855 Revident Loitzenbauer überreicht seine Bemerkungen über die Kaßaamtsrechnung. Dem Kaßaamte zur Aeußerung binnen 3 Tagen. N. 859 M. V. F. Rechnungsführung überreicht den Ausweis über die Verpflegsgebühren des Franz Hebrank, Alex. Zehlke u. Georg Eckhart. Mit Bericht dem k.k. Kreisamte vorzulegen. N. 860 Josef Mitter bittet um Erfolglaßung der fälligen Coupons von den Staatsschuldverschreibungen der St. Anna Kapelle. Der Depositen-Koon. zur Erfolglassung diesem Coupons zuzustellen. N. 876 Protokoll über die Anwesenheit des Kaßakontrollors Ernst Schindler am 13. Febr. 1839. Der Hr. Oekon. Rath Grasl mit Dekret anzugehen, binnen 8 Tagen anzuzeigen, was ihm von der An- oder Abwesenheit des Kontrollors Schindler seit Anfang des Jahres 1838 bekannt geworden. Aus dem Referate des Hrn. M. Rathes Buberl N. 856 Die Stadtpfarrkirchamtsrechnungsführung berichtet über das Gesuch des Musikpersonals u. Stadtpfarrmeßners wegen Nachzahlung ihrer Bezüge aus der Baumgartnerschen Stiftung. Der St. Pf. K. Rechnungsführung aufzutragen, den Bittstellern ihre dießfälligen Gebühren auszubezahlen. N. 853 Grundbuchsführer erstattet seinen Bericht in Betreff der radizirten Eigenschaft der Hallerischen LandkutscherGerechtsame. An das k.k. Kreisamt den abgeforderten Bericht zu erstatten. N. 372 Stefan Mayr StadtpfarrkirchamtsRechnungsführer, berichtet in Betreff der Pfarrer Oeppingerischen Steuerrückstände. An das k.k. Kreisamt den ab-

geforderten Bericht zu erstatten. Reisser Bgstr. Knoll Sekretr. Raths-Protocoll Zur Sitzung am 20. Februar 1839 in Politicis. Gegenwärtige: Herr Bürgermeister Fr. S. Reißer Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll aus der Zutheilung des Hrn. M. Rathes Freyinger. N. 886 Protokoll mit den bürgerl. Wundärzten über das Gesuch des Karl Bäcker um Verleihung einer Barbirstube mit Inbegriff der Ausübung der niedern Chirurgie. Zu hinterlegen, u. das Gesuch sub N. 391 dahin zu erledigen, daß, nachdem hier nebst dem k.k. Kreiswundarzte noch 4 bürg. Wundärzte bestehen, letztere Offizien mit Gehülfen haben u. das Barbieren keine freie Beschäftigung, sondern den Chirurgen als Gewerb auszuüben eingeräumt ist, die deßwegen auch die Privatsteuer entrichten, in dieses Gesuch um so weniger gewilliget werden könne, da zur Ausübung wundärztlicher Verrichtungen bloß geprüfte Wundärzte berechtiget sind.

N. 887 Protokoll mit den Bürgerausschüßen u. zwei Bürgern aus der Gemeinde über das Gesuch des Karl Bäcker um Verleihung einer Barbierstube u. Ausübung der niederen Chirurgie. Mit dem ad N. 886 erlaßenen Bescheid erlediget. N. 890 K. A. Signatur, Z. 1680 betreffend die hohe Reggs. Erledigung über den Rekurs des Alois Scheubach gegen den Bescheid vom 8. Aug. v.J. Der Alois Scheubach, dann die Glaser Alois Randhartinger und Wolfgang Fichtl hievor, in soweit es sie betrifft, in Abschriften zu verständigen. N. 957 k.k. Kameral-Bezirks-Verwaltung Linz ersucht um Zustellung eines Bescheides N. 142/22 an den Brauer Peter Ecker in Voglsang, u. um Übermachung des von ihm einzubezahlenden Strafbetrages per 30 fl 22 1/2 xr u. Unters. Kosten per 2 fl CMz an die hiesige Filialkaßa. Der Parthei das Exhibitum gegen zu remittirenden Empfangsschein zuzustellen. Aus der Zutheilung des Hrn. M. Rathes Buberl N. 878 Protokoll mit Katharina Krieger um Vorrufung der Maria Frauneder pcto Injurien. Beide Theile auf 8. April vor Rath zu ruffen. N. 914 Gesuch des Nikolaus Schineis um Verleihung eines Sattlergewerbes. Sind die hiesigen Sattler zu vernehmen. N. 931 Ignatz Struggl, Handelsmann, bittet um Vorlage seines Rekurses über das Urtheil vom 24. 8.1838. Unter Anschluß sämtl. Akten dem k.k. Kreisamte mit Bericht vorzulegen. Reisser Bgstr. Knoll Sekretär

Rathsprotocoll Zur Sitzung am 23. Februar 1839 in Politicis. Gegenwärtige: P. T. Herr Bürgermeister Fr. S. Reißer Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Knoll Aus der Zutheilung des Hrn. Mag. Rathes Maurer N. 838 Anna Ernst, Zweckschmidmeisterswitwe bittet um Unterbringung des Ignatz Fröschl in eine Versorgungsanstalt. Ist Ignatz Fröschl ärztlich untersuchen zu laßen, und das Protokoll hierüber vorzulegen. N. 942 Kreisamtsdekret N. 1811 wegen Vorlage der Verhandlungen wegen Abbrechung des Gleinkerthores. Ist der Maurermeister Huber jun. zur Hereingabe des ihm aufgetragenen Elaborath zu betreiben, übrigens sind der Besitzer des Thores, so wie die Nachbarn wegen den allfälligen Anständen gegen die Abbrechung u. wegen des Ablösungspreises zu vernehmen u. wird dem Hr. Sekretär Knoll die Vornahme der Schätzung dieses Gebäudes aufgetragen.

N. 950 Kreisamtsdekret N. 1290, womit eröffnet wird, daß von h. Regierung die Steuerrechnungsakten des verstorbenen städtischen Steuer Einnehmers Alois Pfannenschmid zur Einsichtnahme eingesendet werden seyen. Dem Rechnungsrevidenten in Abschrift unter Anschluß der Eingabe der Pfannenschmidschen Erbsintereßenten zur weiteren Amtshandlung u. dem Kaßaamte eine Abschrift zur Vorschreibung dieser Satz- u. Suspensposten zuzustellen. N. 979 Kontrollor Ernst Schindler überreicht das in Tripplo abgeschriebene Inventarium pro 1838 mit 3fachen Billancen u. das Concept des Inventariums. Dem Revidenten zur unverzüglichen Revision zuzustellen. N. 984 Polizeiamt Steyr zeigt die Anherschübung u. nöthige Aufnahme des Michel Kaunz in das Krankenhaus an. Ist auf Kosten des Armenfondes in das Krankenhaus aufzunehmen. N. 969 Kreisamtsdekret N. 1201, in Betreff der Mittteilung eines Auszuges aus dem Ausweise der revidirten ArmenArzneikonten vom 4. Quartal. Dem Mildenversorgungsfonds- und dem Armeninstitutsrechnungsführer in Abschrift zum Wissen u. Benehmen zuzustellen. N. 980 Franz Rieß Rechnungsführer der St. Michael-Vorstadtpfarrkirche, zeigt die Verloosung vor 3 aerar. Obligationen an. Sind diese 3 Obligationen von dem Expedite gegen einzulegenden Empfangsschein aus der Zechschreine zu St. Michael zu erheben u. samt den bis letzten Jänner d.J. reichenden Inteen-Quittungen u. einem Verzeichniße der Obligationen mittelst Bericht dem k.k. Kreisamte einzusenden. N. 7929 v. 1838 Erinnerung wegen Anlegung 200 fl CMz beim Mildenversorgungsfonde. Da sich ungeachtet der geschehenen Kundmachung ein Privatmann zur Uibernahme dieser 200 fl CMz nicht gemeldet hat, so wird dem M. V. F. Rechnungsführer der Ankauf von 200 fl 4 % Verloosungs-Staatsschuldverschreibungen u. die gehörige Ausweisung des Ankaufspreises aufgetragen.

Aus der Geschäftszutheilung des Hrn. M. Raths Buberl N. 851 Relation der Grundbuchsführung in Betreff der radicirten Eigenschaft der Anton Leopoldseder'schen Drahtziehergerechtsame. Aufzubehalten und ist unter Rückschluß der Komunikate Bericht an das k.k. Kreisamt zu erstatten. N. 967 Kreisamts Signatur N. 1616 womit eröffnet wird, daß hohe Regierung dem Anton Menzinger im Rekurswege das für Steyr angesuchte personelle Silberarbeitergewerbe verliehen habe. Hievon beide Theile u. zwar Rekurrent unter Rückschluß seiner Beilagen durch Abschriften zu verständigen. N. 987 Katharina Steininger bittet um inwohnungsweise Aufenthaltsbewilligung. Der Bittstellerin u. ihrer Mutter der hiesige inwohnungsweise Aufenthalt auf ein Jahr zu bewilligen. N. 997 Protokoll Franz Ortbauer, 2. Stadtpfarrthurmwächter bittet dem 1. Stadtpfarrthurmwächter Stefan Mayr seine Neckereien zu versagen und ihm das Spänneschneiden zu erlauben. Dem Stadtpfarrthurmwächter Stefan Mayr zu bedeuten, daß er sich jeder Neckerei u. Beleidigung um so mehr zu enthalten habe, als im Widrigen auf seine Entfernung angetragen werden müßte. N. 1001 Erhebungsakt in Betreff des am 14. Jänner 1838 im Steyrfluße ertrunkenen Meßerergesellen Johann Ramoser. Dieser Akt in der Registratur aufzubehalten. Reisser Bgstr. Knoll Secretaer

Rathsprotokoll zur Sitzung am 21. Februar 1839 in Politicis Gegenwärtige: Herr Bürgermeister Reißer Mag. Rath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Bleyer Knoll Referat des Hr. Raths Haydinger Des Kassaamt als Armeninstitutsrechnungsführung überreicht die Consignation sammt 3 Stk. Intereßenquittungen von den am 1. d.M. die Verloosung gefallevon 3 aerar. Oblionen N. 71835 pr. 500 fl N. 73856 pr. 2000 fl N. 6530 pr. 900 fl zur weitern Verfertigung. Sind diese Oblionen an das Expedit in deposito zu erfolgen, sodann sammt Consignation u. IntereßenQuittungen an das k.k. Kreisamt zur Umsetzung in Staatsschuldverschreibungen einzubegleiten.

Referat des Hr. Raths Maurer 961. Anzeige der M. V. FondsRechnungsführung wegen geschehener Verloosung der 4 % aerar. Oblionen N. 75937 pr. 200 fl N. 97251/171698 pr. 125 fl N. 98680/71472 pr. 100 fl. Die Depositen-Coon hat diese Oblionen an das Expedit zu erfolgen, u. dieses dieselben sammt den Quittungen über die Interessen bis 1. d.M. dem an das k.k. Kreisammt zu erstattenden Berichte anzuschließen. Erinnerung pcto. Verwendung um neue Coupons zu den Staatsschuldverschreibungen der St. Anna Kapelle. Da die Coupons von der Staatsschldvschbgen. N. 10431, 8877, 8878, 8879, 1498 u. 1784 verfallen sind, sind die Talons dem Hr. Sekretär Knoll zur Erhebung neuer Coupons u. Talons die dann zu deponiren sind, zu erfolgen. Referat des Hr. Raths Buberl Anzeige der StadtpfarrK. A. Rechnungsführung wegen der in Verloosung gefallenen aerar. Oblion. 75693 pr. 160 fl. Aus der Zechschreine an das Expedit zu erfolgen, welches diese Oblion. sammt Intereßenquittung dem an das k.k. Kreisamt zu erstattenden Berichte anzuschließen hat. Bleyer Sekretär

Rathsprotokoll zur Sitzung am 2. März 1839 in Politicis Gegenwärtige: Hr. Bürgermeister Reißer Mag. Rath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Bleyer Referat des Hr. Raths Haydinger Anzeige, daß der Begräbnißconto des Friedrich Neufert? aus deßen Vlaaft. nicht berichtigt werden könne. Sind diese Begräbnißkosten pr. 1 fl 14 xr CMz vom Armeninstitute zu berichtigen. Protokoll mit den Vorstehern der hiesigen Handlungen über das Gesuch des Johann Brandstetter um Bewilligg. zum Eisenhandel. Brandstetter wegen Mangel der nöthigen Kenntniße abgewiesen. Referat des Hr. Raths Maurer Der Major des hiesigen Bür-

gercorps überreicht seine Äußerung über das Bestehen dieses Korps. Mit Bericht dem k.k. Kreisamt vorzulegen, u. darin anzuführen, daß das Bürgercorps seit undenklichen Zeiten bestehe, von selbem von jeher bei öffentlichen Feyerlichkeiten der der Stadt eigenthümlichen Kanonen bedient worden sei, zu der Bedienung immer eine besondere Anzahl Mannschaft aus dem Korps bestimmt war, daß die Stadt noch 6 brauchbare eiserne Kanonen von ungleichem Kaliber u. ein Mounitionskarren besitzt, dieses Korps früher auch eine Abtheilung Kavallerie hatte, welche sich vor einigen Jahren freywillig aufgelöst hat, endlich die Standeslisten halbjährig dem k.k. Kreisamte vorgelegt, u. die Offizierswahlen hier vorgenohmen, u. zur höhern Bestättigung angezeigt werden. 1110. Protokoll über die Schätzung des Gleinkerthores N. 38 im Steyrdorfe. Ist unter Rückschluß des Kommunikates, dann unter Anschluß des sub N. 1016 vorliegenden Protokolls über den vom Maurermeister Huber vorgelegten Plan sammt Kostenanschlägen, dem Protokoll über die Vernehmung des Besitzers Franz Hein sub N. 1017 des Protokolls über die Vernehmung der Anrainer sub N. 1018, endlich eines Grundu. Gewährbuchsextractes über den Verkauf dieser Realität von Seite der Stadt der Bericht an das k.k. Kreisamt dahin zu erstatten, daß man weder die Erweiterung, noch die Demolirung für nothwendig halte. Stadtkassier Stefan Mayr überreicht als Dienstcaution den für ihn auf dem Wagnerhubergute zu Kroisbach intabulirten Schuldschein pr. 1000 fl CMz sammt superintabulirten Kautionsinstrument u. Grundbuchsextract, u. bittet um Erfolglaßung der 5 % Staatsschuldverschreibung N. 85244 dt. 1 April

1827 pr. 1000 fl. Die Staatsschuldverschreibung N. 85244 dt. 1. April 1827 pr. 100 fl? dem Stadtkassier Mayr zu erfolgen, dagegen der vorgelegte Schuldschein, das Cautionsinstrument u. der erste Grundbuchsextract unter Anschluß der Vorakten mit Bericht dem k.k. Kreisamte vorzulegen. Referat das Hr. Raths Buberl 1131. Rekursanmeldung des Mathias Frank für sich u. nomine des Vinzenz Stadler u. Josef Mayer gegen das Straferkenntniß N. 170 p. wegen ohne Bewilligung abgehaltener Tanzmusik. Dient bezüglich des Mathias Frank zur Wissenschaft u. wird die Überreichung des Rekurses in gesetzlicher Frist gewärtiget. Reisser Bgstr. Bleyer Sekretär Rathsprotokoll zur Sitzung am 6. März 1839 in Politicis Gegenwärtige: Hr. Bürgermeister Reisser Magistratsrath Haydinger Freyinger Maurer Buberl Sekretär Bleyer Referat des Hr. Raths Freyinger Kreisamtssignatur dt. 1. d.M. N. 2164 mit der Intimation des h. Hofkanzleidecretes dt. 1. Jänner d.J. N. 2741 rüksichtlich des Hofrecurses des Friedrich u. der Elisabeth Fichtner betreffend den Verkauf ihres auf ihrem Hause N. 17 in der Stadt radizirten Glasergewerbes. Die Friedrich Fichtnerschen Eheleute u. Aloys Scheubach mit Abschrift zu verständi-

gen, übrigens dem k.k. Kreisamte berichtliche Anzeige zu machen, daß we- gen Übertragung des radizirten Gewerbes auch ein anderes Haus während des Hofrecurses Nichts weiteres verfügt werden durfte, u. nunmehr um Bestimmung eines peremtorischen Termines gebethen werde. Referat des Hr. Rath Maurer 966. Kreisamtssignatur dt. 7. Feb. 1839 N. 1417 mit dem h. Rggsdecrete dt. 22. Jänner 1839 N. 452 daß h. Hofkanzley die Veräußerung einer der Stadt gehörigen Grundarea von 102 □ Klaftern außer dem Wege der Versteigerung um den Kaufschilling pr. 9 xr für die Klafter genehmiget habe. Ist von den Josef Ratzingerschen Eheleuten am Hause N. 31 im Aichet die Erklärung wegen des Steinbrechen u. der ungehinderten Durchfuhr durch ihren Grund abzuverlangen, dann unter Zuziehung derselben, der Josef Polterauerschen Eheleute u. des Maurermeisters Karl Huber Junior zu erheben, wie viel von den fraglichen 102 □ Klaftern Grund der einen u. der andern Parthey am zwekmäßigsten zugetheilt u. verkauft werden soll. M. V. Fondsrechnungsführung überreicht den Ausweis über die Verpflegs- u. Medicamentenkosten für Genofeva Riedl zur weiteren Verfügung. Dem M. V. Fondsrechnungsführer das Kostenverzeichniß mit dem Anhange zurückzustellen, daß

der erlauffene Kostenbetrag von dem Ehemann Laurenz Riedl N. 41 in Kögelpriel einzubringen sei. Referat des Hr. Raths Buberl 1002. Untersuchungsakt gegen Magdalena Höllhuberin, Schrotterseheweib N. 46 im Aichet, wegen Polizeyvergehen gegen die Sicherheit der Ehre durch Beschimpfung. Conclusum per unanimia Magdalena Höllhuber hat sich des Polizeyvergehens gegen die Sicherheit der Ehre durch Beschimpfung schuldig gemacht, und ist dieserwegen mit einem Gulden CMz zum hiesigen Armenfonde zu bestrafen. Referat des Hr. Raths Buberl Anzeige der Hufschmiede wegen eigenmächtiger Errichtung einer Hausschmiede durch Josef Stiefvater. Der Distriktsactuar hat Nachsicht zu pflegen u. zu relationiren; Stiefvater aber bis auf weiteres bei strenger Strafe jede Schmiedarbeit sogleich einzustellen. Äußerung des Conscriptionsamtes ad N. 877 in Betreff des Wanderbuches des ertrunkenen Josef Ogris. Dem k.k. Kreisamte zu berichten, daß der Vater des Ogris sich dahin entäußert, dieses Wanderbuch in Aufbewahrung gehabt zu haben, es jedoch nicht mehr finden zu können, u. dasselbe wahrscheinlich von seinen Kindern zerrießen worden sei, daher ein Mießbrauch mit selbem nicht

mehr zu befürchten. 1330. Schreiben des Linzertransport-Sammelhaus-Commando wegen Einlieferung des Chevaulegers-Gemeinen Jakob Habliczek dahin. Jakob Habliczek unter guter Aufsicht, u. mit Vorspann an das k.k. Linzertransport-Sammelhaus mit Note zu überliefern, u. wegen Erwirkung der Taglia für den Überbringer darinn zu ersuchen. 1329. Kassaamt zeigt an, daß der Schauspieldirector Karl Böhm die 20 fl CMz für das Armeninstitut betreffend seinen Theaterpacht noch nicht erlegt habe. Dem Direktor Böhm der Erlag dieser 20 fl CMz binnen längstens 8 Tagen mit Dekret aufzutragen. 1348. A. M. Hatzenberger N. 6 in der Schönau um Aufenthaltsbewilligg. Der innwohnungsweise Aufenthalt wird bis zur erfolgten Entbindung gestattet. Reisser Bgstr. Bleyer Sekretär

Protokoll aufgenommen beim Magistrate Steyr am 8. März 1839 Gegenwärtige H. Mag. Rath Haydinger Buberl Oek. Rath Woisetschläger Kaindl Bürg. Ausschuß Neckhaim Zeininger Rom. v. Jäger Gausterer Springer Aktuar Bindlehner N. 858 p. Kreisämtl. Erledigung in Betreff der Versicherung der Feuerlacke im Wieserfelde und der Herstellung einer Straßen-Parier oberhalb der Anna Kapelle gegen das Schrankenhäusl. Über die Berathung v. 5. Febr. d.J. rücksichtlich obiger Gegenstände glaubt der Oek. Rath mit dem Bürgerausschuße dahin antragen zu müßen, daß die Parier ober der Anna Kapelle nach dem vorliegenden Plane u. Kostenanschlage soll im Licitationswege hergestellt u. dieserwegen die h. Reggsbewilligung eingeholet werden; die Versicherung der Feuerlacke im Wieserfeld betr. so sei gleich dem Bauamtsverwalter der Auftrag

zu ertheilen, daß er unter der Aufsicht des Oek. Rathes u. 2er Bürg. Ausschüße eine erste Parier um diese Lacke gleich jenen an Strassen herstelle, wozu ihm ein Termin von 4 Wochen zu geben ist. Hievon ist H. Referent mittelst Protokollsextract zur weitern Verfügung zu verständigen. Haydinger Buberl M. Rath M. Rath Woisetschläger Oek. Rath Kaindl Oeck. Rath Math. Gausterer bg. Aussch. Jo. Zaininger Bgr. Ausschuß Jos. Springer Bg. Ausch. Roman v. Jäger, Brg. Ausschuß Jos. Neckhaim Bg. Ausschuß Bindlehner Aktuar Rathsprotokoll zur Sitzung am 9. März 1839 in Politicis Gegenwärtige: Herr Bürgermeister Reisser Mag. Rath Haydinger Freyinger Maurer, krank Buberl Sekretär Bleyer Referat des Hr. Raths Haydinger Protokoll mit den hiesigen Pflastermauthafterpächtern in Betreff der von dem Hauptpächter Georg Hofmann pro Februar u. März rückständigen Pachtschillingsraten. Da das Ratum pro Februar bereits berichtig ist, so ist auch jenes pro März binnen 8 Tagen zu berrichtigen, u. wird den Afterpächtern bedeutet, die Erläge nach Innhalt des Hauptvertrages zum Kassaamte zu machen.

1376. Relation betreffend das Resultat der eingeleiteten Ablösung vom Glükwünschungsceremoniell zu den Namenstagen pro 1839. Mit der geschehenen Vertheilung der 80 fl 28 2/4 xr CMz an die hiesigen Armen erledigt; übrigens sind die 3? 22 2/4 CMz für das Blindeninstitut, u. 3 fl 45 xr CMz für das Taubstummeninstitut in Linz an das k.k. Kreisamt einzubegleiten. Referat des Hr. Raths Freyinger 1361. Protokoll mit dem Vorsteher des Handelstandes Michl Reschauer betreffend das Gesuch des Johann Grillnberger zur Ausübung des Kleinhandels für Steyr u. deßen Umgebung. Zu hinterlegen, u. wird Grillnberger abgewiesen, da die Verleihung der auf einzelne Artikel beschränkten Handelsbefugniße verbothen ist. Referat des Hr. Raths Buberl Protokoll mit den hiesigen Nadlern über das Gewerbsgesuch des Leopold Schieneis. Aufzubehalten, u. wird Schieneis mit seinem Gesuche abgewiesen, da er sich als Fremder mit einem Vermögen zum Betriebe der Nähnadelfabrikation nicht genügend ausgewiesen hat, u. die commerciellen Verhältniße die Errichtung einer derlei Fabrikation in Steyr nicht begründen. Protokoll mit Georg Staudinger in Betreff des unbefugten Branntweinausschankes. Dem Georg Staudinger werden als des Winkelschankes schuldig in diesem ersten Betrettungsfalle die abgenohmenen Zimmenter für confiscirt erklärt, welche bei nächster Versteigg. zu veräußern, u. der Erlös an das Armeninstitut

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