Ökonomische Ratsprotokolle 1838

stellen. Magistratsrath Haydinger, die Oeconomie-Räthe, der Bürgerausschuß u. der Hr: Vorstand sind einmüthig der Meinung, daß um die Bewilligung zur Abschreibung der ganzen noch bestehenden Kohlcommunitäts-Schuld an Kapital u Zinnsen an die Stadtkassa gebethen werden solle, weil a. die größte Mehrheit der Kohlcommunitätsglieder arme u mittellose Leute sind, welche ihren Erwerb nur nothdürftig u kümmerlich finden, weil b. durch Fortsetzung der Execution gegen selbe, zu der der Vorsteher Heindl bei der gegenwärtigen Sachlage, um sich selbst bei Haus zu erhalten, unausweichbar genöthiget ist, eben so unvermeidlich deren gänzlicher Ruin herbeigeführt wird u. werden muß, weil c. der Erwerb überhaupt stockt, u der Mangel an Arbeit u. Betriebskapital eben unter der Klaße der Feuerarbeiter täglich fühlbarer wird; weil d. ärgerliche Zwistigkeiten hierdurch in den hier so verzweigten Familienverbindungen veranlaßt, und die Unzufriedenheit gegen den die Stadtgemeinde repräsentierenden Magistrat ausgesät werde; weil e. derselben die Erhaltung des steuerbaren Zustandes der betroffenen Kohlcommunitätsglieder um so näher liegen muß, als durch fortgesetzten Executionszwang und Eintreiben der städtischen Forderung nicht nur die mit dem Kohlcommunitätsverbande belasteten Realitäten im Preise bedeutend herabgedrückt werden würden, sondern auch bei jedem folgenden Besitzer derselben eben der bestehenden Reallast wegen dasselbe Verhältniß wiederkehren würde; weil f. die Stadtkassa derzeit bei aufrechten Kräften ist, u. es g. unter diesem Umständen ihre Aufgabe u. Interesse sein dürfte, verarmten Klaßen von Bürgern Nachläße zur Erhaltung des künftigen Contributions-Standes

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